Interpretation rules and general principles as part of state law

BVerwG 9 BN 5/09Bverwg / Division 928 gen 2010Dismissed

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Sintesi Omnilex

The Federal Administrative Court rejected a complaint against a Hessian Administrative Court order. It held that the asserted question concerning the legality of an improvement contribution bylaw was not decisive, because the lower court had construed the bylaw as merely governing the amount of an advance payment and as consistent with the Building Code. The court further held that interpretation rules and general principles of interpretation, insofar as they are applied within state law, are themselves part of non-reviewable state law and therefore not open to revision.

Massima Omnilex

§ 173 VwGO i.V.m. § 560 ZPO, § 137 Abs. 1 VwGO; revisionsgerichtliche Bindung an die Auslegung irrevisiblen Landesrechts und Nichtüberprüfbarkeit landesrechtlicher Auslegungsregeln: Die Auslegung einer irrevisiblen Satzungsnorm durch das Berufungsgericht ist für das Revisionsgericht maßgeblich. Ein Zulassungsgrund wegen grundsätzlicher Bedeutung scheidet aus, wenn die aufgeworfene bundesrechtliche Frage für die Entscheidung der Vorinstanz nicht tragend war und im Revisionsverfahren wegen der bindenden Auslegung nicht entscheidungserheblich werden kann. Auslegungsregeln und allgemeine Auslegungsgrundsätze sind, soweit sie im Rahmen von Landesrecht angewandt werden, ebenfalls Teil des irrevisiblen Landesrechts und unterliegen nicht der revisionsgerichtlichen Kontrolle (vgl. consid. 4).

Testo completo

BVerwG — 9 BN 5/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-01-28

Aktenzeichen: 9 BN 5/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 173 VwGO, § 560 ZPO, § 137 Abs 1 VwGO

Vorinstanz: vorgehend Hessischer Verwaltungsgerichtshof, 21. Oktober 2009, Az: 5 C 742/09.N, Beschluss

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Überprüfung einer Erschließungsbeitragssatzung; Auslegungsregeln und allgemeine Rechtsgrundsätze als Teil des Landesrechts

Gründe

1 Die Beschwerde ist unbegründet. Eine Zulassung der Revision wegen einer von der Beschwerde allein geltend gemachten grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache (§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO) kommt nicht in Betracht.

2 Dieser Zulassungsgrund liegt nur dann vor, wenn für die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs eine konkrete, jedoch fallübergreifende Rechtsfrage von Bedeutung war, deren noch ausstehende höchstrichterliche Klärung im Revisionsverfahren zu erwarten ist und zur Erhaltung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung oder zu einer bedeutsamen Weiterentwicklung des Rechts geboten erscheint (vgl. Beschluss vom 2. Oktober 1961 - BVerwG 8 B 78.61 - BVerwGE 13, 90 <91>). Daran fehlt es hier.

3 Für grundsätzlich klärungsbedürftig hält die Beschwerde die Frage,

"ob § 132 BauGB es zulässt, dass eine Satzung mit einer zu den Regelungen des BauGB (insbesondere §§ 129, 133 Abs. 3 BauGB) widersprechenden, abweichenden Regelung erlassen und darauf gestützt der Erschließungsbeitrag verlangt werden darf (wie die hier in Rede stehende § 14 EBS) oder aber wegen Verstoß gegen das Bundesrecht ... gerade nicht".

4 Diese Frage war jedoch für die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs nicht von Bedeutung. Denn dieser hat den dem irrevisiblen Landesrecht angehörenden § 14 der Erschließungsbeitragssatzung der Antragsgegnerin dahin ausgelegt, dass er lediglich eine Regelung zur Höhe der Vorausleistung enthält und den Regelungen des Baugesetzbuchs nicht widerspricht, sondern nur das wiederholt und bestätigt, was sich bereits aus dem Gesetz ergibt. Eine Klärung der Frage, ob die genannte Satzungsvorschrift bei einer anderen Auslegung Bundesrecht verletzen würde, wäre im Revisionsverfahren nicht zu erwarten. Denn die Auslegung dieser Vorschrift durch den Verwaltungsgerichtshof wäre gemäß § 173 VwGO i.V.m. § 560 ZPO für die in diesem Verfahren ergehende Entscheidung maßgebend. Die von der Beschwerde geäußerten Zweifel an der Einhaltung der Auslegungsregeln durch den Verwaltungsgerichtshof ändern daran nichts. Denn auch Auslegungsregeln und allgemeine Rechtsgrundsätze über die Auslegung von Rechtsvorschriften sind Teil des gemäß § 137 Abs. 1 VwGO revisionsgerichtlicher Prüfung grundsätzlich nicht unterliegenden Landesrechts, wenn und soweit es sich - wie hier - um ihre Anwendung im Rahmen von Landesrecht handelt.

Parole chiave

administrative appealrevision leavestate lawinterpretationlegal questionbinding interpretation

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether leave to appeal should be granted for a question on the compatibility of a contribution bylaw with federal construction law.

Decisione estratta

No leave was granted because the proposed legal question was not decisive for the lower court's decision.

Motivazione estratta

The lower court interpreted the irrevisable state-law provision as only regulating the amount of the advance payment and as consistent with the Building Code; therefore a different, federal-law-infringing interpretation would not arise in revision.

Questione giuridica chiave

Whether interpretation rules and general legal principles are reviewable as federal law in this context.

Decisione estratta

No; when applied within state law, interpretation rules and general legal principles form part of non-reviewable state law.

Motivazione estratta

Under Art. 173 VwGO in conjunction with Art. 560 ZPO, the appellate court's interpretation binds the revision court, and Art. 137(1) VwGO excludes review of such state-law interpretation methods when used in the context of state law.

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