Erroneous evaluation of witness testimony does not justify review

BFH I B 37/13Bfh / 1a divisione12 mar 2014Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

A GmbH challenged the tax treatment of a partial write-down on a shareholder loan after the tax office and the FG Hamburg refused relief. The Federal Fiscal Court held that the complaint did not meet the statutory requirements for leave to appeal. The alleged failure to consider the record was not shown; in substance, the complaint only attacked the evaluation of witness testimony, which is not a procedural defect. Nor were concrete indications of arbitrary evidence assessment presented within the deadline. The complaint was therefore unsuccessful.

Massima Omnilex

§ 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO; attack on the lower court's assessment of witness evidence does not, as a rule, establish a procedural defect justifying leave to appeal; such criticism is attributable to substantive law. A procedural error based on disregard of the record requires a concrete showing that the court relied on testimony incompatible with the transcript. General allegations of arbitrary evidence assessment under § 115 Abs. 2 Nr. 2, 2nd half-sentence FGO must be specifically substantiated within the complaint period; otherwise they cannot open the revision.

Testo completo

BFH — I B 37/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-03-12

Aktenzeichen: I B 37/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 115 Abs 2 Nr 3 FGO, § 118 Abs 2 FGO

Vorinstanz: vorgehend FG Hamburg, 18. Oktober 2012, Az: 3 K 204/11, Urteil

Spruchkörper: 1. Senat

Titelzeile

Rüge der fehlerhaften Würdigung des Zeugenvortrags

Leitsatz

NV: Vortrag, das FG habe den Zeugenvortrag fehlerhaft gewürdigt, ist revisionsrechtlich dem materiellen Recht zugeordnet und kann deshalb grundsätzlich nicht zur Zulassung der Revision führen.

Tatbestand

1 I. Die Klägerin und Beschwerdeführerin (Klägerin), eine GmbH, erwarb im Streitjahr (2008) einen 40 %-igen Anteil an der S-GmbH; zugleich gewährte sie der S-GmbH ein Darlehen in Höhe von 400.000 €. Die infolge eines Wertverlustes auf die Darlehensforderung vorgenommene Teilwertabschreibung ließ der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt --FA--) bei der Ermittlung des Einkommens der Klägerin gemäß § 8b Abs. 3 Satz 4 des Körperschaftsteuergesetzes 2002 i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2008 vom 20. Dezember 2007 (BGBl I 2007, 3150, BStBl I 2007, 815) --KStG 2002 n.F.-- unberücksichtigt. Dem dagegen erhobenen Einwand, dass die Hälfte des Anteils an der S-GmbH der P-GmbH als Treugeberin zuzurechnen sei und deshalb eine Gewinnhinzurechnung gemäß § 8b Abs. 3 Satz 4 KStG 2002 n.F. nicht in Betracht komme, folgte das FA nicht. Die anschließende Klage blieb erfolglos. Die Klägerin habe nicht nachgewiesen, dass vor der Teilung des Anteils der Klägerin an der S-GmbH und der Übertragung der Hälfte der Beteiligung auf die P-GmbH ein Treuhandvertrag abgeschlossen worden sei; zudem könne --unter Berücksichtigung der Vermutung für die Vollständigkeit der notariell beurkundeten Abreden-- nach den Gesamtumständen nicht davon ausgegangen werden, dass die P-GmbH bereits vor der Abtretung die tatsächliche Sachherrschaft über die Hälfte der Beteiligung der Klägerin erlangt habe (Urteil des Finanzgerichts --FG-- Hamburg vom 18. Oktober 2012 3 K 204/11). Die Revision wurde vom FG nicht zugelassen.

Entscheidungsgründe

2 II. Die hiergegen erhobene Beschwerde bleibt bereits deshalb ohne Erfolg, weil sie nicht den Anforderungen an die Darlegung der in § 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) genannten Gründe für die Revisionszulassung genügt (§ 116 Abs. 3 Satz 3 FGO).

3 Dies gilt zunächst für die Rüge, das Urteil des FG beruhe auf einem Verfahrensmangel (§ 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO), weil die Vorinstanz wesentliche Teile der Akten nicht berücksichtigt habe. Zwar ist es zutreffend, dass ein solcher Verfahrensfehler auch dann vorliegt, wenn die Entscheidung des FG auf einer Zeugenaussage beruht, die mit den protokollierten Bekundungen eines Zeugen nicht im Einklang steht (Beschlüsse des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 30. Mai 2007 X B 176/06, BFH/NV 2007, 1698; vom 22. März 2011 X B 151/10, BFH/NV 2011, 1165). Dem Vortrag der Klägerin kann ein solcher Verstoß im Hinblick auf die Vernehmung des Zeugen X jedoch nicht entnommen werden. Abgesehen davon, dass die Beschwerdeschrift dessen Aussagen nicht vollständig wiedergibt und nicht darauf eingeht, dass er im Hinblick auf den Zeitpunkt der behaupteten Treuhandvereinbarung (Auftrag) keine sichere Kenntnis mehr hatte (vgl. Protokoll, S. 4, letzter Satz), kann jedenfalls dem Beschwerdevortrag nicht entnommen werden, dass die Vorinstanz von Zeugenbekundungen ausgegangen wäre, die mit dem Protokollinhalt nicht in Einklang stünden. Vielmehr ist die Beschwerde --auch unter Berücksichtigung dessen, dass ein Gericht in der Regel auch den Teil des Akteninhalts in Erwägung gezogen hat, mit dem es sich in den schriftlichen Entscheidungsgründen nicht ausdrücklich auseinandergesetzt hat (ständige Rechtsprechung)-- im Kern auf eine fehlerhafte Würdigung des Zeugenvortrags gerichtet, die revisionsrechtlich dem materiellen Recht zugeordnet ist und deshalb grundsätzlich nicht zur Zulassung der Revision führen kann (z.B. BFH-Beschluss vom 25. Juli 2012 X B 144/11, BFH/NV 2012, 1982).

4 Anhaltspunkte für eine willkürliche Beweiswürdigung, die zur Eröffnung der Revision gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 2, Halbsatz 2 FGO führen könnten, sind --jedenfalls innerhalb der Beschwerdebegründungsfrist-- weder konkret vorgetragen worden noch ersichtlich.

Parole chiave

taxationnon-admission complaintwitness testimonyevidence assessmentprocedural defectrevisioncorporate income tax

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complaint sufficiently alleged a procedural defect under § 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO based on incomplete consideration of the record and witness testimony.

Decisione estratta

No. The complaint did not show that the lower court relied on testimony contradicting the transcript; it mainly attacked the evaluation of evidence, which belongs to substantive law.

Motivazione estratta

The submission did not fully reproduce the witness statements and did not establish any inconsistency between the court's factual findings and the transcript. A challenge to the court's assessment of witness evidence is generally not a procedural defect warranting leave to appeal.

Questione giuridica chiave

Whether there were indications of arbitrary assessment of evidence under § 115 Abs. 2 Nr. 2, 2nd half-sentence FGO.

Decisione estratta

No such indications were specifically substantiated or otherwise apparent within the deadline.

Motivazione estratta

The court found no concrete substantiation of arbitrariness in the complaint arguments.

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