Non-admission complaint: divergence, fundamental importance, and waived procedural objection

BFH IX B 91/11Bfh / Division 923 set 2011Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The BFH rejected the taxpayers’ non-admission complaint against a Finance Court judgment concerning the distinction between maintenance expenses and subsequent production costs. It held that no cognizable divergence was shown, the legal question concerning properties in the former GDR was already settled and thus lacked fundamental importance, and the alleged failure to investigate was not preserved because no timely objection was raised at the hearing despite professional representation.

Massima Omnilex

§ 115 Abs. 2 Nr. 1–3 FGO; divergence, fundamental importance, and waiver of procedural objections: A divergence can be relied upon only where the challenged judgment departs from a decisive legal proposition of another, still-current supreme-court decision on comparable facts. A question already clarified by settled case law does not have fundamental importance. Waivable procedural defects, including a breach of the duty to investigate under § 76 Abs. 1 FGO, are forfeited by the mere failure to object in due time; for professionally represented parties, an objection is unnecessary only if the conduct of the court justified dispensing with it.

Testo completo

BFH — IX B 91/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-09-23

Aktenzeichen: IX B 91/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 76 Abs 1 FGO, § 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 115 Abs 2 Nr 2 FGO, § 115 Abs 2 Nr 3 FGO, § 295 ZPO

Vorinstanz: vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg, 24. März 2011, Az: 13 K 13106/07, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Geltendmachung einer Divergenz - Abgrenzung Erhaltungsaufwand und nachträgliche Herstellungskosten - Verlust des Rügerechts

Leitsatz

  1. NV: Eine Divergenz kann nur in Bezug auf ein Urteil geltend gemacht werden, das im Zeitpunkt der Entscheidung über die Nichtzulassungsbeschwerde noch nicht durch neuere höchstrichterliche Rechtsprechung überholt ist.

  2. NV: Die Rechtsfrage, ob bei Grundstücken auf dem Gebiet der ehemaligen DDR die Unterscheidung zwischen Erhaltungsaufwand und nachträglichen Herstellungskosten anders zu beurteilen ist als bei in den alten Bundesländern belegenen Grundstücken, ist durch die Rechtsprechung geklärt; sie hat keine grundsätzliche Bedeutung.

  3. Bei verzichtbaren Verfahrensmängeln, zu denen auch die Verletzung der Sachaufklärungspflicht gehört, geht das Rügerecht schon durch das bloße Unterlassen einer rechtzeitigen Rüge verloren.

Gründe

1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg.

2 1. Im Streitfall ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung wegen Divergenz (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 2. Alternative der Finanzgerichtsordnung -FGO-) nicht erforderlich.

3 Die von den Klägern und Beschwerdeführern (Kläger) behauptete Divergenz als Unterfall des Zulassungsgrundes der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung kann nur gegeben sein, wenn das Finanzgericht (FG) bei einem gleichen oder vergleichbaren Sachverhalt in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage von der Rechtsauffassung eines anderen Gerichts abweicht. Im Streitfall entspricht der von den Klägern in ihrer Beschwerdebegründung herausgearbeitete abstrakte Rechtssatz den Grundsätzen der einschlägigen höchstrichterlichen Rechtsprechung zur Abgrenzung von Herstellungskosten und Erhaltungsaufwendungen; wenn das FG darüber hinaus im Einzelfall bei der Beurteilung der streiterheblichen Tatsachen zu einer von der Auffassung des Klägers abweichenden Schlussfolgerung gelangt ist, liegt darin keine Abweichung in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage (BFH-Beschluss vom 4. August 1993 II B 175/92, BFH/NV 1994, 718). Auch die gerügte Abweichung zum BFH-Urteil vom 8. Juli 1980 VIII R 189/78 (BFHE 131, 312, BStBl II 1980, 744) liegt nicht vor; eine Divergenz kann nur in Bezug auf ein Urteil geltend gemacht werden, das im Zeitpunkt der Entscheidung über die Nichtzulassungsbeschwerde noch nicht durch neuere höchstrichterliche Rechtsprechung überholt ist (vgl. BFH-Beschluss vom 10. Juni 1998 IV B 54/97, BFH/NV 1998, 1477).

4 2. Die von den Klägern aufgeworfene Rechtsfrage, ob bei Grundstücken auf dem Gebiet der ehemaligen DDR die Unterscheidung zwischen Erhaltungsaufwand und nachträglichen Herstellungskosten anders zu beurteilen ist als bei in den alten Bundesländern belegenen Grundstücken, ist durch die Rechtsprechung geklärt; sie hat mithin keine grundsätzliche Bedeutung i.S. des § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO (BFH-Beschluss vom 24. Juli 2003 IX B 28/03, BFH/NV 2003, 1570).

5 3. Der von den Klägern gerügte Verfahrensfehler (§ 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) liegt nicht vor. Die Kläger machen zu Unrecht geltend, das FG habe den Sachverhalt nicht ausreichend erforscht und damit § 76 Abs. 1 FGO verletzt. Bei verzichtbaren Verfahrensmängeln (§ 155 FGO i.V.m. § 295 der Zivilprozessordnung), zu denen auch die Verletzung der Sachaufklärungspflicht gehört, geht das Rügerecht schon durch das bloße Unterlassen einer rechtzeitigen Rüge verloren. Anders kann dies bei einem fachkundig vertretenen Verfahrensbeteiligten nur dann sein, wenn er auf Grund des Verhaltens des FG die Rüge für entbehrlich halten durfte (vgl. BFH-Beschluss vom 24. Februar 2003 III B 117/02, BFH/NV 2003, 810). Die durch einen Steuerberater fachkundig vertretenen Kläger haben in der mündlichen Verhandlung vor dem FG weder das Übergehen von Beweisanträgen noch die Verletzung einer von Amts wegen --auch ohne entsprechenden Beweisantrag-- gebotenen Sachaufklärung gerügt. Sie haben auch keinen Sachverhalt geschildert, auf Grund dessen eine solche Rüge entbehrlich hätte sein können.

Parole chiave

divergencefundamental importanceduty to investigatewaiver of objectionmaintenance expensesproduction costsnon-admission complaint

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether leave to appeal should be granted for divergence in the classification of renovation expenses versus subsequent production costs.

Decisione estratta

No divergence warranting leave was shown, because the cited case law was either consistent with the established line or already superseded by later supreme-court case law.

Motivazione estratta

A divergence exists only if the finance court departs, on the same or comparable facts, from a decisive legal proposition of another court. A complaint cannot rely on a precedent that has been overtaken by newer highest-court jurisprudence.

Questione giuridica chiave

Whether the legal question concerning properties in the former GDR has fundamental importance.

Decisione estratta

The question is not of fundamental importance because it has already been clarified by case law.

Motivazione estratta

Where the relevant legal question is settled by prior jurisprudence, the statutory ground of fundamental importance is absent.

Questione giuridica chiave

Whether the finance court violated its duty to investigate the facts by not sufficiently clarifying the record.

Decisione estratta

No procedural error was preserved; the taxpayers forfeited the objection by failing to raise it timely at the hearing.

Motivazione estratta

Waivable procedural defects, including breaches of the duty to investigate, are lost if not promptly objected to. A professionally represented party may refrain only if the court’s conduct made an objection unnecessary; that was not shown here.

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