Non-admission complaint: sufficient statement of grounds required

BFH VI B 69/10Bfh / 6a divisione30 set 2010Inadmissible

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The Federal Fiscal Court dismissed the complainant’s non-admission complaint as inadmissible because the statement of grounds did not satisfy the statutory requirements. The complainant merely attacked the correctness of the fiscal court’s judgment and did not substantiate any admissible ground for review. In particular, the alleged divergence was not developed by setting out conflicting legal propositions and comparable facts, and the asserted fundamental importance lacked a formulated legal question. The prior judgment of the Saxony-Anhalt Fiscal Court therefore remained unchanged.

Massima Omnilex

§ 116 Abs. 3 S. 3 FGO; Darlegung der Zulassungsgründe der Nichtzulassungsbeschwerde; eine Beschwerde ist unzulässig, wenn der Beschwerdeführer die Voraussetzungen des § 115 Abs. 2 FGO nicht substantiiert und schlüssig bezeichnet. Eine bloße Rüge fehlerhafter Rechtsanwendung im Einzelfall genügt nicht. Bei Divergenz nach § 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO sind tragende Rechtssätze der angefochtenen und der herangezogenen Entscheidung einander gegenüberzustellen und die Vergleichbarkeit der Sachverhalte sowie die Identität der Rechtsfrage darzutun. Die grundsätzliche Bedeutung verlangt die Formulierung einer bestimmten, klärungsbedürftigen und klärbaren Rechtsfrage (consid. 2-5).

Testo completo

BFH — VI B 69/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-09-30

Aktenzeichen: VI B 69/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 116 Abs 3 S 3 FGO, § 115 Abs 2 Nr 2 Alt 2 FGO

Vorinstanz: vorgehend Finanzgericht des Landes Sachsen-Anhalt, 16. Dezember 2009, Az: 2 K 1033/08, Urteil

Spruchkörper: 6. Senat

Titelzeile

Ausreichende Begründung als Zulässigkeitsvoraussetzung der Nichtzulassungsbeschwerde - schlüssige Divergenzrüge

Gründe

1 Die Beschwerde ist als unzulässig zu verwerfen. Denn die Klägerin und Beschwerdeführerin (Klägerin) hat keinen der Revisionsgründe i.S. des § 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) in einer den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Weise dargelegt (§ 116 Abs. 3 Satz 3 FGO). Mit der Beschwerde macht die Klägerin im Wesentlichen nur eine fehlerhafte Rechtsanwendung im konkreten Einzelfall geltend. Einwände gegen die Richtigkeit des angefochtenen Urteils können jedoch nur im Rahmen einer Revisionsbegründung relevant sein. Das prozessuale Rechtsinstitut der Nichtzulassungsbeschwerde dient nicht dazu, allgemein die Richtigkeit finanzgerichtlicher Urteile zu gewährleisten.

2 Nach § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO müssen in der Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde die Voraussetzungen des § 115 Abs. 2 FGO dargelegt werden. Eine nach § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO ausreichende Begründung ist Zulässigkeitsvoraussetzung der Nichtzulassungsbeschwerde (vgl. nur Gräber/Ruban, Finanzgerichtsordnung, § 116 Rz 25, 26, m.w.N.). Danach muss der Beschwerdeführer die Voraussetzungen der jeweils in § 115 Abs. 2 FGO enthaltenen Zulassungsvorschrift substantiiert und schlüssig darlegen. Das bedeutet, dass zumindest die in § 115 Abs. 2 FGO ausdrücklich genannten Tatbestandsmerkmale in der Beschwerdebegründung näher erläutert werden müssen.

3 Diese Voraussetzungen sind hier nicht erfüllt. Verfahrensfehler hat die Klägerin lediglich behauptet, aber nicht näher substantiiert und schlüssig erläutert. Soweit die Klägerin Fehler des FA rügt, handelt es sich im Übrigen nicht um Verfahrensfehler (Gräber/Ruban, a.a.O, § 115 Rz 77).

4 Wird mit der Nichtzulassungsbeschwerde die Abweichung des angefochtenen Urteils des Finanzgerichts (FG) von einer Entscheidung eines anderen Gerichts geltend gemacht (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO), so sind u.a. tragende Rechtssätze sowohl des FG-Urteils als auch der benannten Divergenzentscheidung herauszustellen und einander so gegenüberzustellen, dass die Abweichung erkennbar wird. Für eine schlüssige Divergenzrüge ist überdies auszuführen, dass es sich im Streitfall um einen vergleichbaren Sachverhalt und um eine identische Rechtsfrage handelt (vgl. im Einzelnen Lange in Hübschmann/ Hepp/Spitaler, § 116 FGO Rz 190 ff.). Auch diese Darlegungsanforderungen hat die Klägerin nicht erfüllt.

5 Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache verlangt u.a. substantiierte Ausführungen zur Klärungsbedürftigkeit einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich auch klärbar ist. Diesem Erfordernis genügt die Beschwerdebegründung bereits deshalb nicht, weil sie keine bestimmte Rechtsfrage herausstellt. Die Klägerin hat auf S. 7 der Beschwerdebegründung keine Rechtsfragen formuliert, sondern Rechtsansichten vertreten.

Parole chiave

non-admission complaintstatement of groundsdivergencefundamental importanceadmissibilityfiscal procedure

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the non-admission complaint was sufficiently reasoned under § 116(3) sentence 3 FGO.

Decisione estratta

No. The complaint did not substantiate any admission ground within the meaning of § 115(2) FGO in a legally sufficient way.

Motivazione estratta

The complaint mainly alleged incorrect application of law in the individual case. Such objections concern only the correctness of the judgment and are not enough for a non-admission complaint; the statutory admission grounds must be specifically and coherently explained.

Questione giuridica chiave

Whether a divergence complaint under § 115(2) no. 2 alternative 2 FGO was properly pleaded.

Decisione estratta

No. The required comparison of divergent legal propositions and comparable facts was missing.

Motivazione estratta

The complainant failed to identify the decisive legal principles of both decisions and to show that the cases involved comparable facts and the same legal issue.

Questione giuridica chiave

Whether fundamental importance of the case was adequately shown.

Decisione estratta

No. The complaint did not formulate a specific, clarifiable legal question.

Motivazione estratta

The statement of grounds contained legal opinions rather than a concrete legal question and therefore did not meet the requirement of demonstrating the need for clarification.

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