Uniform profit determination method for partnership with freelance income

BFH VIII B 28/10Bfh / Division 824 ago 2010Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The BFH dismissed the taxpayer’s complaint against the FG Münster judgment. It held that a freelance partnership without bookkeeping obligation and without voluntary books must determine profit uniformly across the joint and special business areas under § 4(3) EStG. A mixed method, using § 4(3) EStG for the partnership and § 4(1) EStG for special business areas, is not permissible. Because the question was clear and settled, neither fundamental importance nor the need to develop the law justified admitting the revision.

Massima Omnilex

§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO; Zulassung der Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung und zur Rechtsfortbildung bei der Gewinnermittlung einer freiberuflichen Personengesellschaft; die Frage ist nicht klärungsbedürftig, wenn sich die Antwort aus Gesetzeswortlaut und ständiger Rechtsprechung ergibt. Der einheitliche Gewinn der Personengesellschaft umfasst Gesellschaftsbereich und Sonderbereiche der Gesellschafter; die additiven Teilgewinne sind nach denselben Gewinnermittlungsgrundsätzen zu bestimmen. Fehlt eine Buchführungspflicht und wird freiwillig keine Buchführung geführt, ist der Gewinn in sämtlichen Bereichen einheitlich nach § 4 Abs. 3 EStG zu ermitteln; eine Aufspaltung zwischen § 4 Abs. 3 EStG im Gesamthandsbereich und § 4 Abs. 1 EStG im Sonderbereich scheidet aus.

Testo completo

BFH — VIII B 28/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-08-24

Aktenzeichen: VIII B 28/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 4 Abs 3 EStG 2002, § 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 4 Abs 1 EStG 2002

Vorinstanz: vorgehend FG Münster, 16. Dezember 2009, Az: 12 K 1205/08 F, Urteil

Spruchkörper: 8. Senat

Titelzeile

Einheitliche Gewinnermittlungsmethode bei Personengesellschaft mit freiberuflichen Einkünften

Leitsatz

NV: Eine Personengesellschaft mit freiberuflichen Einkünften, die keine Bücher führen muss und auch nicht freiwillig Bücher führt, muss den Gewinn im Gesamthandsbereich und in den Sonderbereichen der einzelnen Gesellschafter einheitlich nach § 4 Abs. 3 EStG ermitteln; eine Ermittlung des Gewinns im Gesamthandsbereich nach § 4 Abs. 3 EStG und im Sonderbereich nach § 4 Abs. 1 EStG kommt nicht in Betracht .

Gründe

1 Die Beschwerde ist nicht begründet. Die Rechtssache hat entgegen der Auffassung des Klägers und Beschwerdeführers (Kläger) keine grundsätzliche Bedeutung. Die Revision ist auch nicht zur Fortbildung des Rechts zuzulassen.

2 Eine Rechtsfrage hat keine grundsätzliche Bedeutung, wenn sie nicht klärungsbedürftig ist, weil sich die Antwort aus dem klaren Wortlaut und Sinngehalt des Gesetzes ergibt oder die Rechtsfrage offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das Finanzgericht getan hat, die Rechtslage also eindeutig ist (vgl. nur Gräber/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., § 115 Rz 28, m.w.N.). So liegt es im Streitfall. Die vom Kläger aufgeworfene Frage, ob bei einer freiberuflich tätigen Personengesellschaft der Gewinn im Gesellschaftsbereich nach § 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) und im Sonderbereich nach § 4 Abs. 1 EStG ermittelt werden kann, ist eindeutig zu verneinen. Der einheitliche Gewinn einer Personengesellschaft setzt sich nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zusammen aus dem im Gesellschaftsbereich und den in den Sonderbereichen der Gesellschafter erzielten Ergebnissen. Dies bedingt, dass die in ihrer Gesamtheit den Gewinn einer Personengesellschaft i.S. von § 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1, § 4 Abs. 1 EStG bildenden zu addierenden Teilgewinne einheitlich jeweils nach denselben Prinzipien ermittelt werden müssen. Das gilt nicht nur, wenn für das Gesamthandsvermögen eine Buchführungspflicht besteht (vgl. BFH-Urteile vom 11. März 1992 XI R 38/89, BFHE 168, 70, BStBl II 1992, 797; vom 14. Juni 1994 VIII R 37/93, BFHE 176, 10, BStBl II 1995, 246). Für die Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG kann nichts anderes gelten. Besteht --wie im Streitfall-- für die Gesellschaft keine Buchführungspflicht und führt sie auch nicht freiwillig Bücher, so ist nach allgemeiner Meinung der Gewinn in allen Bereichen einheitlich nach § 4 Abs. 3 EStG zu ermitteln (vgl. Einkommensteuer Handbuch H 4.1; Reiß in Kirchhof, EStG, 9. Aufl., § 15 Rz 235; Hey in Tipke/Lang, Steuerrecht, 20. Aufl., § 18 Rz 59; Hallerbach in Söffing (Hrsg.), Besteuerung der Mitunternehmer, 5. Aufl., Rz 1096; Niehus/Wilke, Die Besteuerung der Personengesellschaften, 5. Aufl., C.III.1.2). Der Kläger hat keine Gründe aufgezeigt, die zu einer anderen Beantwortung der Frage führen könnten, so dass auch eine Fortbildung des Rechts nicht erforderlich ist.

Parole chiave

profit determinationpartnershipfreelance incomespecial business areabookkeepingrevision admissibilityfundamental importancelegal development

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether a revision should be admitted for fundamental importance because a freelance partnership allegedly may determine profit under § 4(3) EStG in the joint business area and under § 4(1) EStG in the partners' special business areas.

Decisione estratta

No. The legal question is not in need of clarification; profit must be determined uniformly by the same method across all parts of the partnership.

Motivazione estratta

A partnership's unitary profit consists of the results from the joint business area and the partners' special business areas. Therefore, the component profits that together form the total partnership profit must be calculated according to the same principles. If the partnership is not obliged to keep books and does not keep them voluntarily, the profit in all areas must be determined uniformly under § 4(3) EStG.

Questione giuridica chiave

Whether revision should be admitted for development of the law.

Decisione estratta

No. The legal situation is clear, and the complainant offered no reasons requiring doctrinal development.

Motivazione estratta

Because the answer follows from the statutory text, purpose, and settled case law, there is no need for further clarification or development.

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