Kindergeld household membership determined by actual residence

BFH III B 80/10Bfh / 3a divisione31 ago 2010Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The BFH rejected the mother’s complaint against non-admission of revision. It held that the law on whether a child is taken into a household under § 64 Abs. 2 EStG 2002 is already settled: decisive is the child’s actual, non-temporary residence, while custody arrangements and registration data are only supportive indicators. The fiscal court had properly applied these principles and found that the son had lived in the grandmother’s household since July 2008. The complaint also failed because the alleged denial of file inspection by the tax office in the objection procedure is not a procedural defect under § 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO.

Massima Omnilex

§ 64 Abs. 2 EStG 2002; household membership of a child is determined primarily by the factual circumstance that the child lives in the relevant household on a non-temporary basis; formal criteria such as custody arrangements or registration records are only ancillary indicia. A revision is not admissible for fundamental importance or legal development if the relevant question is settled and no new aspects warrant renewed review. An alleged denial of file inspection by the tax office in the objection procedure does not constitute a procedural defect under § 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO, as only errors in the court’s own procedure are relevant (consid. 4-6).

Testo completo

BFH — III B 80/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-08-31

Aktenzeichen: III B 80/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 64 Abs 2 EStG 2002

Vorinstanz: vorgehend Finanzgericht Rheinland-Pfalz, 1. April 2010, Az: 5 K 2286/09, Urteil

Spruchkörper: 3. Senat

Titelzeile

Kindergeld: Voraussetzungen für die Aufnahme des Kindes in den Haushalt eines Kindergeldberechtigten

Leitsatz

NV: Durch die Rechtsprechung ist geklärt, dass die Entscheidung, in wessen Haushalt das Kind aufgenommen ist, in erster Linie dadurch bestimmt wird, dass das Kind nicht nur vorübergehend in dem betreffenden Haushalt lebt; formale Gesichtspunkte wie die Sorgerechtsregelung oder die Eintragung im Melderegister können allenfalls unterstützend herangezogen werden.

Tatbestand

1 I. Die Klägerin und Beschwerdeführerin (Klägerin) bezog zunächst für ihren 1991 geborenen Sohn (S) Kindergeld. Im Dezember 2008 hob die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) die Festsetzung von Kindergeld ab Juli 2008 auf und forderte an die Klägerin bereits ausgezahltes Kindergeld in Höhe von 616 € zurück, da S seit Juli 2008 in den Haushalt seiner Großmutter aufgenommen sei. Einspruch und Klage blieben erfolglos.

2 Zur Begründung ihrer Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision trägt die Klägerin vor, die Frage, ob die Familienkasse verpflichtet sei, ihrer Entscheidung die Angaben gegenüber dem Einwohnermeldeamt als amtlicher Behörde zugrunde zu legen, habe grundsätzliche Bedeutung (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung --FGO--) und erfordere eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO). Zudem liege ein Verfahrensfehler (§ 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) vor, da Akteneinsicht zu Unrecht versagt worden sei.

Entscheidungsgründe

3 II. Die Beschwerde ist jedenfalls unbegründet und wird durch Beschluss zurückgewiesen (§ 116 Abs. 5 Satz 1 FGO). Ungeachtet der Frage, ob die Zulassungsgründe überhaupt in einer den Anforderungen des § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO entsprechenden Form dargelegt wurden, liegen sie jedenfalls nicht vor.

4 1. Der Zulassungsgrund der Rechtsfortbildung stellt einen Unterfall der grundsätzlichen Bedeutung dar. In beiden Fällen muss es sich um eine klärungsbedürftige und klärbare Rechtsfrage handeln. Die Klärungsbedürftigkeit ist nicht gegeben, wenn bereits eine gesicherte Rechtsprechung besteht und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute höchstrichterliche Prüfung und Entscheidung der Frage geboten erscheinen lassen (z.B. Senatsbeschluss vom 29. Juni 2007 III B 95/06, BFH/NV 2007, 2125).

5 In der Rechtsprechung des BFH ist bereits geklärt, dass das Merkmal der Haushaltsaufnahme i.S. des § 64 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes in erster Linie durch den tatsächlichen Umstand bestimmt wird, dass das Kind nicht nur vorübergehend in dem betreffenden Haushalt lebt, und dass formale Gesichtspunkte, z.B. die Sorgerechtsregelung oder die Eintragung in ein Melderegister, bei der Beurteilung, in welchen Haushalt das Kind aufgenommen ist, allenfalls unterstützend herangezogen werden können (z.B. Senatsurteil vom 25. Juni 2009 III R 2/07, BFHE 225, 438, BStBl II 2009, 968, m.w.N.). Neue Gesichtspunkte, die eine erneute höchstrichterliche Prüfung und Entscheidung der Frage geboten erscheinen lassen, hat weder die Klägerin aufgezeigt noch sind solche sonst ersichtlich. Das Finanzgericht (FG) hat seiner Entscheidung die dargelegten Rechtsgrundsätze zugrunde gelegt und ist in nicht zu beanstandender Würdigung der Umstände des konkreten Einzelfalls zu der Überzeugung gelangt, dass S bereits ab Juli 2008 in den Haushalt seiner Großmutter aufgenommen war.

6 2. Ohne Erfolg bleibt auch die Verfahrensrüge. Eine (vermeintlich) verweigerte Akteneinsicht durch die Familienkasse im Einspruchsverfahren stellt keinen Verfahrensmangel i.S. des § 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO dar. Denn hierunter fallen nur Verstöße gegen das Gerichtsverfahrensrecht, die das FG bei der Handhabung seines Verfahrens begeht (z.B. BFH-Beschluss vom 25. März 2010 X B 165/09, BFH/NV 2010, 1461, m.w.N.).

Parole chiave

child benefithousehold membershiprevision admissibilityfundamental importancelegal developmentprocedural defectfile inspectiontax procedure

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether revision should be admitted for fundamental importance or legal development regarding household membership under § 64 Abs. 2 EStG 2002.

Decisione estratta

No. The question is already settled by BFH case law: household membership depends primarily on whether the child lives in the household on a non-temporary basis; formal criteria are only supportive.

Motivazione estratta

No new legal aspects were shown. The fiscal court applied the established principles and, based on the facts, reasonably found that the child had lived in the grandmother's household since July 2008.

Questione giuridica chiave

Whether the alleged denial of inspection of files in the administrative objection procedure constituted a procedural defect.

Decisione estratta

No. A refusal of access to files by the tax office in the objection procedure is not a procedural defect within § 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO because only judicial procedural errors are relevant.

Motivazione estratta

The asserted defect concerned conduct of the tax office, not the fiscal court’s own procedure.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.