No costs for withdrawn hearing complaint

BPatG 26 W (pat) 57/11Tribunale federale dei brevetti / Division 2614 mar 2012Dismissed

Sintesi

The Federal Patent Court rejected the appellant’s request to burden the trademark owner with the costs of the proceedings on the hearing complaint. After the owner had withdrawn the hearing complaint, the court held that neither § 82 MarkenG nor the cost rules of the ZPO justified a separate cost order. In particular, there was no basis for an analogy to the rules on appeal withdrawal because a hearing complaint is not an appeal. The court also stated that no court fees or necessary extrajudicial expenses arose.

Regest

§ 82 MarkenG, § 91 ZPO, § 97 ZPO, § 516 Abs. 3 ZPO, § 321a ZPO; costs in proceedings on a hearing complaint withdrawn by the complainant: no separate cost order against the opposing party. A cost allocation according to the principle of defeat presupposes an underlying procedural loss and a corresponding judicial decision; absent such a contest, § 91 ZPO does not apply. An analogous application of § 97 and § 516(3) ZPO is excluded because the hearing complaint is not a remedy. Upon withdrawal of the hearing complaint, no court fees arise under Nr. 1700 GKG-Costs Schedule and no necessary out-of-court expenses within the meaning of § 19(1) sentence 2 no. 5 RVG arise (consid. 4-7).

Testo completo

BPatG — 26 W (pat) 57/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-03-14

Aktenzeichen: 26 W (pat) 57/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 82 MarkenG, § 91 ZPO, § 97 ZPO, § 516 Abs 3 ZPO, § 19 Abs 1 S 2 Nr 5 RVG, § 321a ZPO, Nr 1700 RVG-VV

Spruchkörper: 26. Senat

Titelzeile

Markenbeschwerdeverfahren – "M BVG MetroBus (Wort-Bild-Marke)/METRO (Wort-Bild-Marke)" – Kostenentscheidung – zum Antrag auf Auferlegung der Kosten des Verfahrens über die Anhörungsrüge - Rücknahme der Anhörungsrüge – Gerichtsgebühren entstehen nicht - im Sinne der Kostenfestsetzung notwendige außergerichtliche Auslagen entstehen nicht

Tenor

In der Beschwerdesache

betreffend die Marke 305 37 550

hat der 26. Senat (Marken-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts in der Sitzung vom 14. März 2012 unter Mitwirkung des Vorsitzenden Richters Dr. Fuchs Wissemann sowie des Richters Reker und des Richters am Landgericht Hermann

beschlossen:

Der Antrag der Beschwerdeführerin, der Markeninhaberin die Kosten des Verfahrens über die Anhörungsrüge aufzuerlegen, wird gerichtsgebührenfrei ohne Erstattung außergerichtlicher Auslagen zurückgewiesen.

Gründe

1 Die Gegenvorstellung der Markeninhaberin vom 22. Dezember 2011 gegen den Beschluss des Senates vom 23. November 2011 hat diese mit Schriftsatz vom 1. Februar 2012 zurückgenommen.

2 Die Beschwerdeführerin hält an ihrem dieses (Zwischen-) Verfahren betreffenden Kostenantrag vom 3. Januar 2012 mit der Ansicht fest, bei ihr sei insoweit zu erstattender Aufwand entstanden.

3 Die Markeninhaberin weist darauf hin, dass schon gesonderte Kosten nicht entstehen.

4 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist vorliegend kein Raum, gesondert über die Kosten zulasten einer Partei zu entscheiden, denn aus §§ 82 MarkenG, 91 ff., 97, 516 III ZPO folgt, dass eine solche Entscheidung nicht geboten und eine entsprechende Rechtsgrundlage nicht gegeben ist.

5 Denn eine Kostenverteilung nach Unterliegen, wie sie die vom BGH in ständiger Rechtsprechung herangezogene Vorschrift des § 91 ZPO erfordert (vgl. BGH X ZR 165/07 vom 18.1.2011 zitiert nach juris), kann mangels einer entsprechenden gerichtlichen Entscheidung nicht zugunsten der Beschwerdeführerin vorgenommen werden, da kein prozessuales Verlieren vorliegt.

6 Eine (analoge) Anwendung der §§ 97, 516 III ZPO kommt nicht in Betracht, da es sich bei der Anhörungsrüge nicht um ein Rechtsmittel handelt (vgl. Baumbach ZPO 70. Aufl. § 321 a Rn. 49, § 97 Rn. 20).

7 Im Übrigen entstehen auch keine besonderen Gebühren, deren Auferlegung auf eine Seite aus Billigkeits- oder anderen Erwägungen notwendig (vgl. zu diesem Gedanken BPatG 27 W (pat) 211/09) oder möglich wäre. Wie die Markeninhaberin zutreffend ausführt, entstehen Gerichtsgebühren nach Nr. 1700 Kostenverzeichnis zum GKG im Fall der Rücknahme einer Anhörungsrüge nicht. Auch im Sinne der Kostenfestsetzung notwendige außergerichtliche Auslagen entstehen nicht, wie sich aus § 19 I 2 Nr. 5 b) RVG ergibt (vgl. auch Zöller ZPO 29. Aufl. § 321 a Rn. 20, Stein/Jonas ZPO 22. Aufl. § 321 a Rn. 66 f., Münchner Kommentar ZPO 3. Aufl. § 321 a Rn. 18 f.).

8 | | | | | | | | | | | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | Dr. Fuchs-Wissemann | | | Reker | | | | | | Hermann |

Parole chiave

trademark appealcostshearing complaintwithdrawalcourt feesextrajudicial expenses