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BVerfG 1 BvR 1390/17 ΓÇó Interim relief denied for lack of subsidiarity and substantiation
BVerfG 1 BvR 1390/17Bverfg / 1. Senat 1. Kammer27 giu 2017Dismissed
The Federal Constitutional Court denied an application for interim relief in a constitutional complaint. It held that the strict requirements of Section 32(1) BVerfGG were not met because the applicant had not shown that the subsidiary route through the pending Section 321a ZPO application was inadequate or that waiting would cause severe, unavoidable prejudice. The separate request to admit Dr. T. as assistant counsel was also rejected for lack of substantiation of objective usefulness and subjective necessity.
§ 32 Abs. 1 BVerfGG; einstweilige Anordnung nur bei Wahrung der Subsidiarität des verfassungsgerichtlichen Rechtsschutzes und bei schlüssiger Darlegung eines schweren, unabwendbaren Nachteils; der Antragsteller hat substantiiert aufzuzeigen, weshalb der fachgerichtliche Rechtsbehelf unzumutbar ist. § 22 Abs. 1 S. 4 BVerfGG; die Zulassung eines Beistands setzt eine hinreichend dargelegte objektive Sachdienlichkeit und subjektive Notwendigkeit voraus; fehlt es daran, ist der Antrag abzulehnen (vgl. consid. 1–2).
Entscheidungsdatum: 2017-06-27
Aktenzeichen: 1 BvR 1390/17
ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2017:rk20170627.1bvr139017
Dokumenttyp: Ablehnung einstweilige Anordnung
Normen: § 22 Abs 1 S 4 BVerfGG, § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 32 Abs 1 BVerfGG, § 90 Abs 2 S 1 BVerfGG, § 92 BVerfGG
Vorinstanz: vorgehend LG Münster, 29. März 2017, Az: 01 S 8/17, Urteilvorgehend AG Münster, 27. Dezember 2016, Az: 28 C 3814/15, Teilurteilnachgehend BVerfG, 28. Juni 2017, Az: 1 BvR 1390/17, Ablehnung einstweilige Anordnung
Spruchkörper: 1. Senat 1. Kammer
Ablehnung des Erlasses einer eA: Subsidiarität verfassungsgerichtlichen Rechtsschutzes - zudem mangelnde Darlegung eines drohenden schwerer Nachteil bei Zuwarten der fachgerichtlichen Entscheidung gem § 321a ZPO iVm § 707 Abs 1 S 1 ZPO
Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wird abgelehnt.
Der Antrag auf Zulassung von Herrn Dr. T. als Beistand wird abgelehnt.
1 1. Die Voraussetzungen für den Erlass einer einstweiligen Anordnung gemäß § 32 Abs. 1 BVerfGG liegen nicht vor, weil der Grundsatz der Subsidiarität des verfassungsgerichtlichen Rechtsschutzes nicht gewahrt ist. Ebenso wenig ist - gerade vor dem Hintergrund, dass bei Prüfung der Voraussetzungen des § 32 Abs. 1 BVerfGG ein strenger Maßstab zugrunde zu legen ist (vgl. BVerfGE 3, 41 <44>; 6, 1 <3 f.>; 55, 1 <3>; 82, 310 <312>; 87, 107 <111>; 94, 166 <216 f.>; 104, 23 <27>; 106, 51 <58>; 132, 195 <232 Rn. 86>; stRspr) - ersichtlich, dass der Antragstellerin ein Zuwarten bis zur Entscheidung über ihren Antrag nach § 321a Abs. 1 in Verbindung mit § 707 Abs. 1 Satz 1 ZPO nicht zuzumuten wäre, weil ihr sonst ein schwerer oder unabwendbarer Nachteil entstünde (vgl. § 90 Abs. 2 BVerfGG).
2 2. Der Antrag auf Zulassung des Beistandes gemäß § 22 Abs. 1 Satz 4 BVerfGG ist abzulehnen, weil eine objektive Sachdienlichkeit und eine subjektive Notwendigkeit der Zulassung nicht hinreichend substantiiert dargelegt worden und auch sonst nicht ersichtlich sind.
3 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.