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BVerfG 1 BvQ 13/17 ΓÇó Eilrechtsschutz inadmissible without exhausting specialist remedies
BVerfG 1 BvQ 13/17Bverfg / 1. Senat 1. Kammer10 apr 2017Dismissed
The Federal Constitutional Court rejected an application for an interim injunction as inadmissible. It held that the subsidiarity principle applies also in constitutional interim relief proceedings, so the applicant must first exhaust available specialist court remedies. Here, no filing of the appeal to the Higher Social Court under Section 172 SGG was shown, and no valid reason for omitting that route was given. The applicant also failed to substantiate that a corresponding main action could still be brought and would not be inadmissible or manifestly unfounded.
§ 32 Abs. 1 BVerfGG; § 90 Abs. 2 BVerfGG; interim constitutional relief is subsidiary to available specialist court protection. An application for an interim injunction before the Federal Constitutional Court is inadmissible where the applicant has not exhausted the statutorily available fachgerichtlicher Eilrechtsschutz, in particular an appeal under § 172 SGG to the Higher Social Court, and no compelling reason for bypassing that remedy is shown. In addition, the applicant must at least substantiate that a corresponding main proceedings application remains available and is not manifestly inadmissible or obviously unfounded (consid. 2-4).
Entscheidungsdatum: 2017-04-10
Aktenzeichen: 1 BvQ 13/17
ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2017:qk20170410.1bvq001317
Dokumenttyp: Ablehnung einstweilige Anordnung
Normen: § 32 Abs 1 BVerfGG, § 90 Abs 2 BVerfGG, § 172 SGG
Spruchkörper: 1. Senat 1. Kammer
Ablehnung des Erlasses einer einstweiligen Anordnung: Subsidiarität gegenüber der Inanspruchnahme fachgerichtlichen Rechtsschutzes (hier: Beschwerde gem § 172 SGG)
Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wird als unzulässig verworfen.
1 Die Voraussetzungen für den Erlass einer einstweiligen Anordnung nach § 32 Abs. 1 BVerfGG liegen nicht vor.
2 Nach dieser Vorschrift kann das Bundesverfassungsgericht im Streitfall einen Zustand durch einstweilige Anordnung vorläufig regeln, wenn dies zur Abwehr schwerer Nachteile, zur Verhinderung drohender Gewalt oder aus einem anderen wichtigen Grund zum gemeinen Wohl dringend geboten ist. Dabei gilt auch in dem dem Verfassungsbeschwerdeverfahren vorgelagerten verfassungsgerichtlichen Eilrechtsschutzverfahren der Grundsatz der Subsidiarität (vgl. § 90 Abs. 2 BVerfGG). Der Erlass einer einstweiligen Anordnung kommt daher nur in Betracht, wenn der Antragsteller bestehende Möglichkeiten, fachgerichtlichen Eilrechtsschutz zu erlangen, ausgeschöpft hat (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 24. März 2014 - 1 BvQ 9/14 -, juris, Rn. 2; Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 30. März 2009 - 2 BvQ 18/09 -, juris, Rn. 2).
3 Daran fehlt es hier, nachdem nicht erkennbar ist, dass der Antragsteller im fachgerichtlichen Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes die nach § 172 Sozialgerichtsgesetz statthafte Beschwerde zum Landessozialgericht eingelegt hätte. Gründe, warum ihm dies nicht zuzumuten gewesen sein könnte, sind weder dargelegt noch sonst ersichtlich.
4 Überdies hat der Antragsteller nicht substantiiert dargelegt, dass nachfolgend zu dem Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz noch ein korrespondierender Hauptsacheantrag gestellt werden könnte, der nicht von vorneherein unzulässig oder offensichtlich unbegründet wäre (vgl. zu diesem Erfordernis BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 29. Oktober 2013 - 1 BvQ 44/13 -, juris, Rn. 2).
5 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.