Non-admission for insufficient substantiation of constitutional complaint

BVerfG 1 BvR 2983/06Bverfg / 1. Senat 2. Kammer5 gen 2010Dismissed

Sintesi

The Federal Constitutional Court refused to admit the constitutional complaint against a Federal Social Court judgment. It held that the complaint was inadmissible because it was not sufficiently substantiated: the complainant failed to engage with the challenged judgment and merely relied on a third party's draft complaint, which itself did not satisfy the pleading requirements. The Court therefore declined to give further reasons and held the decision unappealable.

Regest

§§ 23 Abs. 1 S. 2, 92, 93a Abs. 2 BVerfGG; substantiation requirements for a constitutional complaint against a judgment. A constitutional complaint must identify, in a substantiated manner, the constitutional provisions allegedly infringed and must address the challenged decision together with its specific reasoning. A mere refusal to engage with the impugned judgment does not satisfy the duty of substantiation. Reference to a third party's draft complaint cannot cure this defect if that draft likewise fails to meet the statutory pleading requirements (consid. 2 f.).

Testo completo

BVerfG — 1 BvR 2983/06, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2010-01-05

Aktenzeichen: 1 BvR 2983/06

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2010:rk20100105.1bvr298306

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: GG, § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG

Vorinstanz: vorgehend BSG, 5. Juli 2006, Az: B 12 KR 19/04 R, Urteilvorgehend SG Köln, 7. Juni 2004, Az: S 5 KR 322/03, Urteil

Spruchkörper: 1. Senat 2. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Mangelnde Substantiierung einer Urteilsverfassungsbeschwer bei Bezugnahme auf ihrerseits unsubstantiierte Verfassungsbeschwerde

Gründe

1 Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil die Annahmevoraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht vorliegen. Sie hat keine hinreichende Aussicht auf Erfolg, weil sie unzulässig ist.

2 Die Verfassungsbeschwerde ist nicht hinreichend begründet (§ 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG). Ein Beschwerdeführer muss substantiiert darlegen, mit welchen verfassungsrechtlichen Anforderungen die angegriffene Maßnahme kollidiert; die Möglichkeit einer Grundrechtsverletzung ist deutlich zu machen (vgl. BVerfGE 108, 370 <386 f.>). Richtet sich die Verfassungsbeschwerde gegen ein Urteil bedarf es einer Auseinandersetzung mit der angegriffenen Entscheidung und deren konkreter Begründung (vgl. BVerfGE 88, 40 <45>; 101, 331 <345>; 105, 252 <264>).

3 Diesen Anforderungen genügt die Verfassungsbeschwerde schon deswegen nicht, weil sie sich mit der angegriffenen Entscheidung des Bundessozialgerichts nicht auseinandersetzt. Der Beschwerdeführer hat sich vielmehr ausdrücklich geweigert, auf diese Entscheidung einzugehen. Diese fehlende Auseinandersetzung kann auch nicht durch Bezugnahme auf den in Kopie beigefügten Entwurf der Verfassungsbeschwerde eines Dritten ersetzt werden, da diese ihrerseits den Begründungserfordernissen nicht genügt (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 5. Januar 2010 - 1 BvR 2973/06 -).

4 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

5 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Parole chiave

constitutional complaintsubstantiationadmissibilityjudgment reviewnon-admission