Non-admission complaint inadmissible; no sufficient grounds stated

BSG B 14 AS 41/15 BBsg / Division 146 mag 2015Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Social Court dismissed the complainants’ non-admission complaints as inadmissible. It held that the asserted grounds for review were not sufficiently substantiated under § 160a Abs. 2 S. 3 SGG. A divergence argument based on a Federal Fiscal Court judgment could not succeed because BFH decisions are not part of the statutory divergence catalog under § 160 Abs. 2 Nr. 2 SGG. The alleged violation of the right to be heard was also inadequately pleaded. The court ordered that no costs be reimbursed.

Massima Omnilex

§ 160a Abs. 2 S. 3, Abs. 4 S. 1 SGG; § 160 Abs. 2 Nr. 1, Nr. 2 SGG; substantiation of a complaint against non-admission of appeal. A non-admission complaint is inadmissible if the invoked grounds are not set out in a manner permitting review. Divergence within the meaning of § 160 Abs. 2 Nr. 2 SGG can only be based on the courts expressly named in the statutory catalog; decisions of the Federal Fiscal Court do not qualify. A complaint alleging a violation of the right to be heard must show, on the basis of the challenged judgment, that the court relied on a previously unaddressed consideration and thereby caused an unforeseen procedural turn. Mere references to an allegedly incorrect assessment of service or knowledge are insufficient without addressing the decisive reasoning (consid. 2-3).

Testo completo

BSG — B 14 AS 41/15 B, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-05-06

Aktenzeichen: B 14 AS 41/15 B

ECLI: ECLI:DE:BSG:2015:060515BB14AS4115B0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 160a Abs 2 S 3 SGG, § 160 Abs 2 Nr 1 SGG, § 84 Abs 1 SGG, § 26 Abs 1 SGB 10, § 26 Abs 3 S 1 SGB 10, § 37 Abs 2 S 1 SGB 10

Vorinstanz: vorgehend SG Magdeburg, 21. Juli 2014, Az: S 20 AS 131/13, Gerichtsbescheidvorgehend Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, 28. Januar 2015, Az: L 5 AS 390/14, Urteil

Spruchkörper: 14. Senat

Titelzeile

Nichtzulassungsbeschwerde - fehlende ausreichende Darlegung der grundsätzlichen Bedeutung - Versäumung der Widerspruchsfrist - Bekanntgabe des schriftlichen Verwaltungsaktes - Zugangsfiktion - Zugang am Samstag - keine Verschiebung auf nächstfolgenden Werktag

Tenor

Die Beschwerden der Kläger gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Landessozialgerichts Sachsen-Anhalt vom 28. Januar 2015 werden als unzulässig verworfen.

Kosten des Beschwerdeverfahrens sind nicht zu erstatten.

Gründe

1 Die Beschwerden gegen die Nichtzulassung der Revision in der angefochtenen Entscheidung sind als unzulässig zu verwerfen (§ 160a Abs 4 Satz 1 iVm § 169 Sozialgerichtsgesetz ) , weil die zu ihrer Begründung angeführten Zulassungsgründe nicht gemäß § 160a Abs 2 S 3 SGG schlüssig dargelegt sind.

2 Soweit die Beschwerden die Abweichung der angegriffenen Entscheidung von einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 14.10.2003 (IX R 68/98 - BFHE 203, 26) beanstanden, übersehen sie, dass dessen Entscheidungen in dem abschließenden Katalog des § 160 Abs 2 Nr 2 SGG nicht aufgeführt und demgemäß Divergenzrügen (Revisionszulassungsgrund nach § 160 Abs 2 Nr 2 SGG) auf die Abweichung von Rechtsprechung des BFH nicht zu stützen sind. Soweit die gleichwohl als Divergenzrügen erhobenen Beschwerden sinngemäß als Grundsatzrügen (Revisionszulassungsgrund nach § 160 Abs 2 Nr 1 SGG) anzusehen sein könnten (dazu nur Leitherer in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG, 11. Aufl 2014, § 160 RdNr 11) , fehlt es für ihre formgerechte Darlegung an Ausführungen dazu, inwieweit die angegriffene Entscheidung bzw das Urteil des BFH vom 14.10.2003 Rechtsfragen aufwirft, die - über den Einzelfall hinaus - aus Gründen der Rechtseinheit oder der Fortbildung des Rechts einer Klärung durch das Bundessozialgericht (BSG) bedürftig und fähig sind. Dazu hätte besonderer Anlass indes schon deshalb bestanden, nachdem sich der erkennende Senat mit Urteil vom 6.5.2010 eingehend mit der Entscheidung des BFH vom 14.10.2003 befasst und dargelegt hat, dass und aus welchen Gründen dem dort aufgestellten Rechtssatz für das Sozialverwaltungsverfahren keine Bedeutung zukommt (B 14 AS 12/09 R - SozR 4-1300 § 37 Nr 1 RdNr 15) . Erst recht wären weitere Ausführungen dazu notwendig gewesen, weil der BFH zwischenzeitlich seinerseits in Auseinandersetzung mit der Entscheidung des Senats vom 6.5.2010 klargestellt hat, dass seine Rechtsprechung auf das Gebiet des Abgabenverfahrensrechts beschränkt ist (Beschluss vom 5.5.2014 - III B 85/13 - BFH/NV 2014, 1186 RdNr 12) . An einer Befassung mit diesen Entscheidungen und ausgehend davon an Ausführungen, inwieweit es einer erneuten Befassung des BSG mit den danach maßgeblichen Fragen bedürfen könnte, fehlt es indes völlig.

3 Ebenso ist die behauptete Verletzung rechtlichen Gehörs (§ 62 SGG) nicht formgerecht bezeichnet. Dazu wäre darzulegen, dass das Urteil auf Gesichtspunkte gestützt worden ist, die bisher nicht erörtert worden sind, und dass der Rechtsstreit dadurch eine unerwartete Wendung genommen hat (vgl BSG SozR 3-4100 § 103 Nr 4; BSG Beschluss vom 24.9.2003 - B 8 KN 6/02 B - mwN) . Inwiefern insoweit die Kläger bei Anwendung der von ihnen zu verlangenden Sorgfalt mit einer als überraschend anzusehenden Auffassung des Gerichts konfrontiert worden sind, erschließt sich dem Beschwerdevorbringen nicht. Überhaupt fehlt dem Vorbringen jede Angabe zum Gegenstand der angegriffenen Entscheidung und den insoweit maßgeblichen Erwägungen des Landessozialgerichts. Den Ausführungen ist nur zu entnehmen, dass auch von Bedeutung war, ob ein am 22.8.2012 zur Post gegebener Bescheid den Klägern nach Maßgabe von § 37 Abs 2 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch - Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz - am Samstag, dem 25.8.2012 oder am Montag, dem 27.8.2012 als bekannt gegeben anzusehen ist. Inwieweit in diesem rechtlichen Zusammenhang die als überraschend beanstandete Wendung "dass ein … abweichender tatsächlicher Zugang auch zu keinem Zeitpunkt behauptet worden sei" von Bedeutung gewesen ist und inwieweit die Kläger mit einer solchen Wertung auch bei Beachtung der erforderlichen Sorgfalt nicht zu rechnen brauchten, kann dem Vorbringen indes nicht so entnommen werden, dass es nur allein anhand der Beschwerdebegründung eine Beurteilung des erhobenen Vorwurfs erlauben würde (zu dieser Darlegungsanforderung vgl nur Leitherer in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG, 11. Aufl 2014, § 160a RdNr 13e mwN) .

4 Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung der §§ 183, 193 SGG.

Parole chiave

non-admission complaintsubstantiation requirementdivergenceright to be heardservice by postpresumption of receiptsocial procedure

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the non-admission complaints sufficiently stated a ground for review under § 160a SGG

Decisione estratta

The complaints did not meet the statutory substantiation requirements and were therefore inadmissible.

Motivazione estratta

The asserted grounds were not coherently developed under § 160a Abs. 2 S. 3 SGG; in particular, the complaint did not properly show a ground for divergence or a need for clarification.

Questione giuridica chiave

Whether a divergence complaint could rely on case law of the Federal Fiscal Court

Decisione estratta

No. BFH case law is not among the enumerated divergence grounds in § 160 Abs. 2 Nr. 2 SGG.

Motivazione estratta

The statutory catalog for divergence does not include BFH decisions; therefore such a complaint cannot support admissibility.

Questione giuridica chiave

Whether a violation of the right to be heard was properly pleaded

Decisione estratta

No. The complaint failed to show a surprising judicial view or identify the decisive reasoning of the appellate court.

Motivazione estratta

A hearing violation must be set out by explaining that the judgment relied on previously unaddressed aspects and caused an unexpected turn; the applicants did not do so.

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