Non-admission complaint inadmissible without lawyer representation

BSG B 12 KR 22/15 BBsg / Division 1228 apr 2015Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The BSG dismissed the plaintiff’s non-admission complaint against an LSG judgment as inadmissible because it was not filed in the legally required manner by a lawyer admitted to the BSG within the statutory deadline. The court held that the plaintiff’s pending legal-aid application did not suspend or postpone the complaint deadlines. It noted that deadline relief may be available under § 67 SGG after a later decision on legal aid, provided a proper filing is made in time after that decision. No costs were reimbursed.

Massima Omnilex

§ 73 Abs. 4, § 160a Abs. 1 S. 2, Abs. 2 S. 1 SGG; Nichtzulassungsbeschwerde nur durch beim BSG zugelassenen Prozessbevollmächtigten und fristgerecht; ein anhängiger PKH-Antrag hemmt den Lauf der Beschwerdefristen nicht. Die Versäumung der Form ist zur Unzulässigkeit der Beschwerde zu führen; eine Wiedereinsetzung nach § 67 SGG kommt grundsätzlich erst in Betracht, wenn nach Entscheidung über den PKH-Antrag innerhalb der maßgeblichen Frist formgerecht nachgeholt wird. Die Verwerfung erfolgt durch Beschluss ohne ehrenamtliche Richter (§ 160a Abs. 4 S. 1 Halbs. 2 i.V.m. § 169 SGG); Kosten nach § 193 SGG.

Testo completo

BSG — B 12 KR 22/15 B, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-04-28

Aktenzeichen: B 12 KR 22/15 B

ECLI: ECLI:DE:BSG:2015:280415BB12KR2215B0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 67 SGG, § 73 Abs 4 SGG, § 160a Abs 1 S 2 SGG, § 160a Abs 2 S 1 SGG, § 160a Abs 4 S 1 Halbs 2 SGG

Vorinstanz: vorgehend SG Hannover, 10. Dezember 2013, Az: S 10 KR 426/11, Urteilvorgehend Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, 24. Februar 2015, Az: L 4 KR 357/13, Urteil

Spruchkörper: 12. Senat

Titelzeile

Sozialgerichtliches Verfahren - Nichtzulassungsbeschwerde - Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach verspäteter Entscheidung über einen PKH-Antrag

Tenor

Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen vom 24. Februar 2015 wird als unzulässig verworfen.

Kosten des Beschwerdeverfahrens sind nicht zu erstatten.

Gründe

1 Die Klägerin hat gegen das ihr am 28.2.2015 zugestellte Urteil des LSG Niedersachsen-Bremen vom 24.2.2015 - L 4 KR 357/13 - mit einem von ihr unterzeichneten und am 25.3.2015 beim BSG eingegangenen Schreiben vom 24.3.2015 Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision eingelegt.

2 Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision ist unzulässig, denn sie entspricht nicht der gesetzlichen Form. Die Beschwerde konnte, worauf die Klägerin in der Rechtsmittelbelehrung des angefochtenen Urteils ausdrücklich hingewiesen worden ist, wirksam nur durch einen beim BSG zugelassenen Prozessbevollmächtigten innerhalb der einmonatigen Beschwerdefrist eingelegt werden (§ 73 Abs 4, § 160a Abs 1 S 2 SGG) .

3 Die Beschwerde ist daher gemäß § 160a Abs 4 S 1 Halbs 2 iVm § 169 SGG durch Beschluss ohne Zuziehung ehrenamtlicher Richter als unzulässig zu verwerfen.

4 Dass die Klägerin beim 12. Senat des BSG auch einen unter dem Aktenzeichen B 12 KR 3/15 BH registrierten Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe (PKH) unter Beiordnung eines anwaltlichen Bevollmächtigten gestellt hat, steht dem nicht entgegen. Ihre Befürchtung, wegen einer bisher nicht erfolgten Entscheidung über den PKH-Antrag die Ein-Monatsfrist des § 160a Abs 1 S 2 SGG für die Einlegung der Beschwerde und die Zwei-Monatsfrist des § 160a Abs 2 S 1 SGG nicht einzuhalten und deswegen in Bezug auf das Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren Rechtsnachteile zu erleiden, ist nicht gerechtfertigt. Bei einem PKH-Antrag für die Durchführung des Beschwerdeverfahrens ist dem Betroffenen nach der Rechtsprechung des BSG nämlich (jedenfalls) gemäß § 67 SGG Wiedereinsetzung in den vorigen Stand in die genannten Fristen zu gewähren, wenn eine formgerechte Beschwerdeeinlegung innerhalb eines Monats nach Entscheidung über den PKH-Antrag durch einen zugelassenen Prozessbevollmächtigten erfolgt; nach der Rechtsprechung einiger Senate des BSG verhält es sich sogar so, dass die Frist zur Einlegung der Nichtzulassungsbeschwerde sowie für die Beschwerdebegründung überhaupt erst dann zu laufen beginnt, wenn förmlich durch Beschluss über den PKH-Antrag entschieden und dieser Beschluss dem Betroffenen zugestellt worden ist (vgl zum Ganzen zB Leitherer in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG, 11. Aufl 2014, § 160a RdNr 8, 11 mit umfangreichen Nachweisen, § 73a RdNr 5d; Wolff-Dellen in Breitkreuz/Fichte, SGG, 2. Aufl 2014, § 67 RdNr 47 mwN; BSG SozR 3-1500 § 67 Nr 5 S 12).

5 Die Kostenentscheidung beruht auf der entsprechenden Anwendung des § 193 SGG.

Parole chiave

non-admission complaintlegal aiddeadlinerepresentation requirementwiedereinsetzunginadmissibilitycosts

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the non-admission complaint was filed in the legally required form and on time.

Decisione estratta

No. The complaint had to be filed by a lawyer admitted to the BSG within the one-month deadline, and the plaintiff did not comply with that formal requirement.

Motivazione estratta

Under the SGG, a non-admission complaint is only effective if filed by an authorized representative. The pending legal-aid request did not make the filing form unnecessary.

Questione giuridica chiave

Whether the pending legal-aid application prevented expiry of the complaint deadlines or justified relief from the deadline.

Decisione estratta

The pending legal-aid request did not bar the deadlines from running; however, if legal aid is later granted, relief from the deadline may be available under the cited case-law and § 67 SGG.

Motivazione estratta

The court explained that fears of deadline prejudice due to delayed legal-aid decision are unfounded because reinstatement may be available after a timely, proper filing once legal aid is decided.

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