Interim stay of enforcement denied after tenant’s move-out

BGH VIII ZR 101/17Bgh / Civil Chamber 84 lug 2017Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Court of Justice denied the defendants’ request to temporarily stay enforcement of a regional court judgment after they had already moved out. The court held that no irreparable disadvantage was shown with respect to the remaining monetary enforcement, especially because repayment by the creditor was not shown to be impossible. It also held that a Section 719(2) ZPO stay is unavailable where the appellate court omitted a Section 711 ZPO abatement ruling and the debtor did not first seek supplementation under Section 321 ZPO.

Massima Omnilex

§ 719 Abs. 2 ZPO in conjunction with § 711 ZPO and § 321 ZPO; interim stay of enforcement after omission of an abatement clause: A stay of execution pending appeal requires substantiated irreparable disadvantage. As regards monetary claims, such disadvantage is not established merely by the risk of provisional collection, absent concrete indications that restitution would fail. Moreover, if the appellate court has overlooked a decision on an abwendungsbefugnis under § 711 ZPO, the debtor must first pursue supplementation under §§ 716, 321 ZPO; in such constellation, a stay under § 719 Abs. 2 ZPO is generally excluded (consid. 3-4).

Testo completo

BGH — VIII ZR 101/17, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-07-04

Aktenzeichen: VIII ZR 101/17

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:040717BVIIIZR101.17.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 321 ZPO, § 711 ZPO, § 719 Abs 2 ZPO

Vorinstanz: vorgehend LG Nürnberg-Fürth, 23. Februar 2017, Az: 7 S 5539/16vorgehend AG Hersbruck, 23. Juni 2016, Az: 2 C 1099/15nachgehend BGH, 14. November 2017, Az: VIII ZR 101/17, Beschlussnachgehend BGH, 7. Februar 2018, Az: VIII ZR 101/17, Berichtigungsbeschluss

Spruchkörper: 8. Zivilsenat

Titelzeile

Räumungsvollstreckung: Einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung nach Auszug des Mieters; unersetzlicher Nachteil des Mieters

Tenor

Der Antrag der Beklagten, die Zwangsvollstreckung aus dem Beschluss des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 23. Februar 2017 in Verbindung mit dem Urteil des Amtsgerichts Hersbruck vom 23. Juni 2016 gegen Sicherheitsleistung einstweilen einzustellen, wird abgelehnt.

Gründe

I.

1 Die Beklagten sind durch Urteil des Amtsgerichts zur Räumung einer Wohnung, der Beklagte zu 1, darüber hinaus zur Zahlung rückständiger Miete und Nebenkosten sowie vorgerichtlicher Kosten, jeweils nebst Zinsen, verurteilt worden. Das Berufungsgericht hat die Berufung der Beklagten zurückgewiesen und das Urteil des Amtsgerichts für ohne Sicherheitsleistung vorläufig vollstreckbar erklärt.

2 Die Beklagten sind unter dem Druck der drohenden Zwangsvollstreckung ausgezogen. Sie fechten die Entscheidung des Berufungsgerichts mit Ausnahme der Entscheidung über die Nebenkostenforderung (1.589,13 € nebst Zinsen) mit der Nichtzulassungsbeschwerde an.

II.

3 Der Einstellungsantrag der Beklagten ist unbegründet. Er richtet sich - nachdem die Beklagten ausgezogen sind und eine Räumungsvollstreckung insoweit nicht mehr möglich ist - nur noch gegen eine Vollstreckung wegen der Verurteilung zur Zahlung (einschließlich der Kosten). Insoweit ist aber weder vorgetragen noch glaubhaft gemacht, dass den Beklagten durch die Vollstreckung der Geldforderung ein unersetzlicher Nachteil (§ 719 Abs. 2 ZPO) droht; insbesondere ist nicht ersichtlich, dass die Gläubiger im Falle der Aufhebung des Vollstreckungstitels - etwa wegen Mittellosigkeit - nicht in der Lage sein würden, beigetriebene Geldbeträge zurückzuzahlen (vgl. BGH, Beschluss vom 30. Januar 2007 - X ZR 147/06, MDR 2007, 737).

4 Zudem kommt eine Einstellung der Zwangsvollstreckung gemäß § 719 Abs. 2 ZPO ohnehin nicht in Betracht, wenn das Berufungsgericht eine Entscheidung über eine Abwendungsbefugnis nach § 711 ZPO unterlassen hat und der Schuldner daraufhin keinen Antrag auf Urteilsergänzung stellt (BGH, Beschluss vom 30. Juni 2008 - VIII ZR 98/08, WuM 2008, 613, Rn. 1, 3 mwN). So liegt der Fall hier, denn das Berufungsgericht hat die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit allein auf § 708 Nr. 10 ZPO gestützt, so dass die Beklagten wegen der übergangenen Abwendungsbefugnis (§ 711 ZPO) einen Antrag auf Urteilsergänzung (§§ 716, 321 ZPO) hätten stellen können. Diese Möglichkeit besteht auch, wenn wie hier das Berufungsgericht durch einen Beschluss nach § 522 Abs. 2 ZPO entschieden hat (BGH, Beschluss vom 28. Oktober 2008 - V ZB 109/08, NJW-RR 2009, 209 Rn. 4).

Dr. MilgerDr. AchillesDr. Schneider
Dr. FetzerHoffmann

Parole chiave

enforcementevictiontenantstay of executionirreparable disadvantageprovisional enforceabilitysupplementation of judgment

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether enforcement should be temporarily stayed under Section 719(2) ZPO.

Decisione estratta

No. The tenants had not shown an irreparable disadvantage from enforcing the monetary parts of the judgment, and the remedy was unavailable because they had not sought supplementation regarding the omitted stay-of-enforcement safeguard under Section 711 ZPO.

Motivazione estratta

A stay under Section 719(2) ZPO requires substantiated risk of irreparable harm. For money claims, such harm was not demonstrated. In addition, where the appellate court failed to decide on an abatement right under Section 711 ZPO, the debtor must first seek supplementation under Sections 716 and 321 ZPO; otherwise a Section 719(2) stay is not available.

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