Trade tax accruals in tax evasion sentencing

BGH 1 StR 575/16Bgh / I camera penale23 feb 2017Partially Granted

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Court partially upheld the accused’s revision against a Stuttgart judgment for tax evasion in seven cases. It found that, when calculating the evaded corporation tax and trade tax for 2006 and 2007, the lower court had failed to account for trade tax reserves attributable to hidden profit distributions. Because this affected the sentencing assessment, the individual sentences in two counts and the aggregate sentence were set aside. The conviction itself remained intact, and the case was remitted for a new sentencing decision by another chamber.

Massima Omnilex

§ 370 AO; sentencing for tax evasion based on tax loss calculation: when hidden profit distributions generate additional trade tax, the trade tax reserve must be taken into account both in the assessment of corporation tax and in the ensuing calculation of trade tax. The taxable base for trade tax is thereby reduced; failure to consider this leads to an incorrect determination of the amount of harm and may require setting aside the sentence if the appellate court cannot exclude a more lenient punishment (consid. 3-6).

Testo completo

BGH — 1 StR 575/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-02-23

Aktenzeichen: 1 StR 575/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:230217B1STR575.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 370 AO

Vorinstanz: vorgehend LG Stuttgart, 23. Juni 2016, Az: 11 KLs 144 Js 18813/14

Spruchkörper: 1. Strafsenat

Titelzeile

Strafzumessung bei Steuerhinterziehung: Berücksichtigung von Gewerbesteuerrückstellungen bei der Berechnung der verkürzten Körperschafts- und Gewerbesteuer

Tenor

  1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 23. Juni 2016 im Strafausspruch in Bezug auf die Einzelstrafen der Taten II. 2. Nr. 1 und Nr. 2 sowie im Ausspruch über die Gesamtstrafe aufgehoben.

  2. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

  3. Die weitergehende Revision des Angeklagten wird als unbegründet verworfen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Steuerhinterziehung in sieben Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Seine Revision hat mit der Sachrüge den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Teilerfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist die Revision unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

2 1. Der Angeklagte gab als Geschäftsführer der K. GmbH in jeweils am selben Tag beim Finanzamt eingereichten Körperschaft-steuer-, Gewerbesteuer- und Umsatzsteuererklärungen der Jahre 2006 bis 2009 die Umsätze zu niedrig an und verschwieg in den von ihm gesondert für die Veranlagungszeiträume 2006 bis 2008 abgegebenen Einkommensteuererklärungen (verdeckte) Gewinnausschüttungen (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG). Aufgrund der unrichtigen Angaben wurden Steuern in Höhe von insgesamt 861.665,94 Euro zu niedrig festgesetzt und damit verkürzt.

3 2. Das Landgericht hat in den Fällen II. 2. Nr. 1 und Nr. 2 der Urteilsgründe, die es mit Einzelfreiheitsstrafen von acht Monaten bzw. einem Jahr und zwei Monaten geahndet hat, der Strafzumessung einen zu großen Schuldumfang zu Grunde gelegt.

4 In diesen Fällen (Hinterziehung von Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer betreffend die K. GmbH in den Veranlagungszeiträumen 2006 und 2007) hat das Landgericht bei der Berechnung der verkürzten Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer die in den Veranlagungszeiträumen 2006 und 2007 noch vorzunehmenden Gewerbesteuerrückstellungen nicht berücksichtigt (vgl. BGH, Urteil vom 11. August 2010 - 1 StR 199/10, NStZ-RR 2010, 376; Beschlüsse vom 17. April 2004 - 5 StR 547/07, wistra 2008, 310, 313 und vom 29. Januar 2014 - 1 StR 561/13, NStZ-RR 2014, 179). Das Landgericht hat nicht bedacht, dass die in Bezug auf die verdeckten Gewinnausschüttungen zusätzlich anfallende Gewerbesteuer auch die Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer selbst mindert. Es hätte deshalb den bei der Berechnung der Körperschaftsteuerverkürzung unter Berücksichtigung der Gewerbesteuerrückstellung ermittelten Gewinn auch der Berechnung der Gewerbesteuerverkürzung zugrunde legen müssen.

5 Es ist ausgeschlossen, dass eine rechtsfehlerfreie Berechnung der Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuerverkürzung zum Wegfall des Schuldspruchs in den Fällen II. 2. Nr. 1 und Nr. 2 der Urteilsgründe führen kann.

6 3. Der Senat kann nicht ausschließen, dass das Landgericht niedrigere als die verhängten Einzelstrafen festgesetzt hätte, wenn es jeweils von einem zutreffenden Schuldumfang ausgegangen wäre. Angesichts der Aufhebung der beiden Einzelstrafen kann auch die Gesamtfreiheitsstrafe keinen Bestand haben. Der Aufhebung von Feststellungen bedarf es nicht, weil der Rechtsfehler allein in einer unzutreffenden Berechnung der hinterzogenen Steuern besteht. Der neue Tatrichter kann freilich zusätzliche, den bisherigen nicht widersprechende Feststellungen treffen.

RaumGrafJäger
RadtkeFischer

Parole chiave

tax evasionsentencingtax losstrade taxcorporation taxhidden profit distributionsremandrevision

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether trade tax reserves had to be considered when calculating the amount of tax evaded for corporation tax and trade tax in 2006 and 2007.

Decisione estratta

Yes. The tax amount for corporation tax had to be calculated taking the still-to-be-made trade tax reserves into account; the same corrected profit had then also to be used for the trade tax calculation.

Motivazione estratta

The additional trade tax triggered by hidden profit distributions also reduces the trade tax base itself. The lower court therefore overstated the amount of evaded tax by omitting the reserves.

Questione giuridica chiave

Whether the sentence could stand despite the error in calculating the tax amount.

Decisione estratta

No. The court could not exclude that lower individual sentences would have been imposed if the correct amount of harm had been used.

Motivazione estratta

Because the sentencing framework depended on an incorrect assessment of the tax loss, the individual sentences for counts II.2 no. 1 and no. 2 and the total sentence could not remain in force.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.