No value fixation for appellate counsel fees without chargeable activity

BGH X ZB 11/16Bgh / Civil Chamber 108 mar 2017Inadmissible

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Sintesi Omnilex

The opponents asked the Federal Court of Justice to fix the object value for their counsel’s work in patent appeal-on-law proceedings. The Court held the applications inadmissible for lack of legal interest, because no fee dependent on that value had become due or been asserted. The opponents’ counsel had only performed routine forwarding and notification tasks, which belonged to the prior instance and were already compensated there. The proceeding was declared fee-free and no costs were reimbursed.

Massima Omnilex

§§ 15 Abs. 1, 19 Abs. 1 Satz 2 Nr. 9, 33 RVG; object-value fixation for counsel’s activity in appeal proceedings requires a present need for legal protection. Such need is absent where the applicant does not show that value-dependent fees have become due and are asserted. Pure file-handling and transmission acts in connection with the terminated appellate proceeding constitute mere administrative follow-up of the previous instance and are compensated by the fees of that instance; they do not justify a separate value fixation. Under § 33 Abs. 9 RVG, the value-fixation procedure is fee-free and costs are not reimbursed.

Testo completo

BGH — X ZB 11/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-03-08

Aktenzeichen: X ZB 11/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:080317BXZB11.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 15 Abs 1 RVG, § 19 Abs 2 Nr 9 RVG, § 33 RVG, Nr 3209 RVG-VV, Nr 3403 RVG-VV

Vorinstanz: vorgehend BPatG München, 12. April 2016, Az: 19 W (pat) 69/13, Beschluss

Spruchkörper: 10. Zivilsenat

Titelzeile

Rechtsanwaltsvergütung: Tätigkeiten des Verfahrensbevollmächtigten des vorherigen Rechtszuges im Rechtsbeschwerdeverfahren

Tenor

Die Anträge der Einsprechenden vom 23. und 29. Dezember 2016 sowie 1. Februar 2017 auf Festsetzung des Werts des Gegenstands der anwaltlichen Tätigkeit im Rechtsbeschwerdeverfahren werden zurückgewiesen.

Gründe

1 I. Über die Anträge entscheidet der Senat durch eines seiner Mitglieder als Einzelrichter (§ 33 Abs. 8 Satz 1 Halbsatz 1 RVG).

2 II. Die an sich nach § 33 Abs. 1 RVG statthaften Anträge auf Festsetzung des Gegenstandswerts der anwaltlichen Tätigkeit im Rechtsbeschwerdeverfahren nach dem Patentgesetz (vgl. zur Rechtsbeschwerde in Markenangelegenheiten BGH, Beschluss vom 30. Juli 2015 - I ZB 61/13, juris Rn. 4) sind unzulässig.

3 Den Anträgen fehlt das Rechtsschutzbedürfnis. Trotz Rüge der Patentinhaberin haben die Einsprechenden nicht aufgezeigt, dass Gebühren ihrer anwaltlichen Vertreter, die sich nach dem Gegenstandswert richten, dessen Festsetzung begehrt wird, mit dem beendeten Rechtsbeschwerdeverfahren fällig geworden und geltend gemacht worden sind. Vielmehr ist in Ermangelung eines anderweitigen Vortrags der Einsprechenden ausgeschlossen, dass überhaupt solche Gebühren entstanden sein können.

4 1. Eine Gebühr nach Nr. 3209 VV-RVG ist nicht angefallen. Die Einsprechenden sind der zeitgleich mit der Einlegung der Rechtsbeschwerde geäußerten Bitte der Patentinhaberin nachgekommen, aus Kostenersparnisgründen während der Begründungsfrist noch zuzuwarten, und haben keinen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt beauftragt. Zwar kann auch für eine Einzeltätigkeit des nicht postulationsfähigen Rechtsanwalts, etwa für die Überprüfung der Rechtsmittelbegründung auf das Erfordernis einer Gegenerklärung (vgl. OLG München, AnwBl 2010, 68) oder die Herbeiführung einer Rücknahme des Rechtsmittels (vgl. BGH, Beschluss vom 4. Mai 2006 - III ZB 120/05, NJW 2006, 2266, 2267), eine Gebühr nach Nr. 3403 VV-RVG entstehen. Eine solche Einzeltätigkeit für die Einsprechenden ist aber nicht vorgebracht oder erkennbar, weil die Patentinhaberin die Rechtsbeschwerde ohne Rechtsbeschwerdebegründung innerhalb der Begründungsfrist und ohne Zutun der Gegenseite zurückgenommen hat.

5 2. Damit beschränkte sich die Tätigkeit der anwaltlichen Vertreter der Einsprechenden auf die Entgegennahme der Rechtsmittelschrift, der gerichtlichen Entscheidung über die Verlängerung der Begründungsfrist und der Bitte des Verfahrensbevollmächtigten der Patentinhaberin, mit der Bestellung eines eigenen Vertreters im Rechtsbeschwerdeverfahren noch zuzuwarten, sowie der Mitteilung dieser Schriften an den Auftraggeber. Da in diesem Zusammenhang eine konkret auf das Rechtsbeschwerdeverfahren bezogene Prüfungstätigkeit nicht dargetan ist, gehören diese Handlungen nach § 19 Abs. 1 Satz 2 Nr. 9 RVG indes als schlichte Abwicklungstätigkeiten zum vorherigen Rechtszug (vgl. Ebert in Mayer/Kroiß, RVG, 6. Aufl., § 19 Rn. 77; BGH, Beschluss vom 25. Oktober 2012 - IX ZB 62/10, NJW 2013, 312, 313) und sind durch die dort entstandenen Gebühren abgegolten (§ 15 Abs. 1 RVG).

6 3. Der abschließende Hinweis der Einsprechenden zu 2, die Anträge der weiteren Einsprechenden auf Wertfestsetzung hätten Rechtsberatungsbedarf ausgelöst, ist unerheblich. Er betrifft allenfalls ein Tätigwerden im Verfahren nach § 33 RVG selbst, belegt aber keine Tätigkeit der anwaltlichen Vertreter im beendeten Rechtsbeschwerdeverfahren, auf welches allein der Wertfestsetzungsantrag vom 1. Februar 2017 gerichtet ist.

7 III. Die Entscheidung ergeht gebührenfrei; Kosten werden nicht erstattet (§ 33 Abs. 9 RVG).

Meier-Beck

Parole chiave

object value fixationlegal interestappellate counsel feesadministrative follow-upadmissibilitycostspatent appeal

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the requests for fixation of the object value for counsel’s activity in the appeal-on-law proceedings were admissible.

Decisione estratta

The requests were inadmissible because they lacked a legitimate interest in legal protection.

Motivazione estratta

The opponents did not show that any fees of their counsel, depending on the object value sought to be fixed, had become due and been asserted in the concluded appeal proceedings. On the uncontested record, such fees could not even have arisen.

Questione giuridica chiave

Whether the opponents’ counsel performed compensable activity in the appeal-on-law proceedings rather than mere file-handling tasks within the previous instance.

Decisione estratta

No compensable separate activity in the appeal-on-law proceedings was shown.

Motivazione estratta

The only acts were receipt of the notice of appeal, forwarding the order extending the response time, communication of the patent proprietor’s request to wait, and transmission of documents to the client. These were mere administrative follow-up tasks assigned to the prior instance under the RVG and compensated by the prior-instance fees.

Questione giuridica chiave

Whether costs were to be reimbursed in the value-fixation proceedings.

Decisione estratta

No costs were to be reimbursed; the proceeding was fee-free.

Motivazione estratta

Under the RVG, the decision in the value-fixation procedure carries no reimbursement of costs.

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