Sentencing must consider full seizure of drugs

BGH 3 StR 483/16Bgh / III camera penale8 feb 2017Partially Granted

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The Federal Court of Justice partly upheld the defendant's revision against a sentence for aiding drug trafficking. It held that the complete seizure of the marijuana grown on the plantation had to be weighed in mitigation because the drugs never entered the market. Since the regional court failed to do so, the sentence could not stand. The factual findings were left intact, and the case was remitted to another criminal chamber of the Landgericht Düsseldorf for a new sentence, including costs of the appeal.

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§ 46 StGB; § 267 Abs. 3 Satz 1 Halbs. 2 StPO; full seizure of narcotics intended for sale must be considered in sentencing. The complete securing of drugs after discovery removes the usual danger to the public posed by narcotics and constitutes a determining mitigating factor both for sentencing range and concrete sentence (consid. 3-5). If the sentencing court fails to account for this factor, the sentence is unlawful; however, where the error concerns only an incomplete assessment of established facts, the factual findings may remain in force and the matter may be remitted for a new sentencing decision (consid. 6-7).

Testo completo

BGH — 3 StR 483/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-02-08

Aktenzeichen: 3 StR 483/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:080217B3STR483.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 46 StGB, § 267 Abs 3 S 1 Halbs 2 StPO, § 29 BtMG, §§ 29ff BtMG

Vorinstanz: vorgehend LG Kleve, 1. September 2016, Az: 110 KLs 11/16

Spruchkörper: 3. Strafsenat

Titelzeile

Unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln: Strafmilderung bei vollständige Sicherstellung der Drogen aus einer Marihuanaplantage

Tenor

  1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Kleve vom 1. September 2016 aufgehoben; jedoch bleiben die Feststellungen aufrechterhalten.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine Strafkammer des Landgerichts Düsseldorf zurückverwiesen.

  1. Die weitergehende Revision wird verworfen.

Gründe

1 Das Landgericht hatte den Angeklagten im ersten Rechtsgang mit Urteil vom 3. September 2015 wegen Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten verurteilt. Dieses Urteil hatte der Senat mit Beschluss vom 25. Februar 2016 - unter Verwerfung der weitergehenden Revision - im Strafausspruch mit den Feststellungen aufgehoben und die Sache insoweit zu neuer Verhandlung und Entscheidung an eine andere Strafkammer zurückverwiesen. Das Landgericht hat den Angeklagten nunmehr auf der Grundlage des rechtskräftigen Schuldspruchs zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt. Dagegen wendet sich der Beschwerdeführer mit seiner auf die Rüge der Verletzung materiellen Rechts gestützten Revision. Das Rechtsmittel hat überwiegend Erfolg.

2 1. Der Strafausspruch des Landgerichts hält - erneut - revisionsrechtlicher Überprüfung nicht stand.

3 Denn die Strafkammer hat, obwohl dies bereits in dem ersten Urteil vom 3. September 2015 - bindend - festgestellt worden war und sie diese Feststellungen ihrer Entscheidung zu Grunde gelegt hat, nicht zu Gunsten des Angeklagten in die Strafzumessung eingestellt, dass die zum gewinnbringenden Weiterverkauf bestimmten Betäubungsmittel nach der Entdeckung der Marihuanaplantage vollständig sichergestellt worden waren und deshalb nicht in den Verkehr gelangten.

4 Hierbei handelt es sich nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs wegen des damit verbundenen Wegfalls der von Betäubungsmitteln üblicherweise ausgehenden Gefahr für die Allgemeinheit um einen bestimmenden Strafzumessungsgrund, der sowohl bei der Strafrahmenwahl als auch bei der konkreten Strafzumessung zu beachten ist (BGH, Beschlüsse vom 9. November 2016 - 2 StR 133/16, juris Rn. 3; vom 30. September 2014 - 2 StR 286/14, juris Rn. 2; vom 10. September 2014 - 5 StR 383/14, juris Rn. 2 mwN) und der gemäß § 267 Abs. 3 Satz 1 Halbsatz 2 StPO in den Gründen des Strafurteils angeführt werden muss (BGH, Beschluss vom 5. Juni 2013 - 4 StR 169/13, NStZ 2013, 662).

5 Das Urteil beruht auf dem Rechtsfehler, denn der Senat kann mit Blick auf die Höhe der verhängten Strafe nicht ausschließen, dass das Landgericht zu einer milderen Ahndung gelangt wäre, wenn es die Sicherstellung des Marihuanas zu Gunsten des Angeklagten berücksichtigt hätte.

6 2. Die von der Strafkammer in dem angefochtenen Urteil zur Strafzumessung getroffenen Feststellungen sind von dem Rechtsfehler, der lediglich in einer lückenhaften Würdigung der festgestellten Tatsachen besteht, nicht betroffen und können deshalb bestehen bleiben. Das neue Tatgericht kann ergänzende Feststellungen treffen, soweit sie zu den bisherigen nicht in Widerspruch stehen.

7 3. Der Senat hat von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Sache nach § 354 Abs. 2 Satz 1 Alternative 2 StPO an ein zu demselben Land gehörendes anderes Landgericht zurückzuverweisen.

BeckerGerickeSpaniol
TiemannBerg

Parole chiave

sentencingdrug traffickingmitigationseizure of narcoticsrevisionremandfindings preserved

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Questione giuridica chiave

Whether full seizure of the drugs had to be considered in sentencing

Decisione estratta

Yes. The complete seizure of the intended sale drugs was a material mitigating factor because the drugs never entered circulation.

Motivazione estratta

The court held that the removal of the usual danger to the public caused by drugs is a determining sentencing factor that must be considered both when selecting the sentencing range and when fixing the concrete sentence; the judgment failed to mention and weigh it for the defendant's benefit.

Questione giuridica chiave

Whether the sentence had to be set aside and the case remitted

Decisione estratta

Yes, the sentence could not stand; the factual findings remained unaffected and the case had to be sent back for a new sentencing decision.

Motivazione estratta

The error was limited to an incomplete evaluation of the established facts, so the findings were preserved, but the panel could not exclude a more lenient sentence had the seizure been weighed properly.

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