No remedy against dismissal of non-admission complaint

BAG 5 AZN 991/12 (A)Bag / 5a divisione10 ott 2012Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The BAG rejected the plaintiff’s Gegenvorstellung against its earlier order dismissing his non-admission complaint as inadmissible. The court held that no remedy lies against a BAG decision in non-admission complaint proceedings and that the finality of the underlying LAG judgment cannot be retroactively undone. It also refused to construe the filing as an Anhörungsrüge, because the plaintiff had expressly filed a Gegenvorstellung and did not demonstrate compliance with the statutory two-week period. The plaintiff sought revision in a wage-and-benefits dispute concerning pay differentials, expenses, per diem allowances, and vacation compensation.

Massima Omnilex

§ 72a Abs. 5 Satz 6 ArbGG, § 78a ArbGG; against a BAG order dismissing a non-admission complaint as inadmissible, no further remedy lies. A Gegenvorstellung is not statutorily provided for where it would amount to a retrospective elimination of the finality of the challenged judgment. Reclassification of a legally represented party’s expressly designated Gegenvorstellung as an Anhörungsrüge is excluded if this would run counter to the party’s manifested intent and would otherwise create an inadmissible remedy; moreover, an Anhörungsrüge requires substantiation of compliance with the statutory time limit (consid. II/1-2).

Testo completo

BAG — 5 AZN 991/12 (A), Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-10-10

Aktenzeichen: 5 AZN 991/12 (A)

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 78a ArbGG, § 72a Abs 5 S 6 ArbGG

Vorinstanz: vorgehend ArbG Frankfurt, 9. Dezember 2010, Az: 11 Ca 2742/10, Urteilvorgehend Hessisches Landesarbeitsgericht, 2. März 2012, Az: 3 Sa 509/11, Urteil

Spruchkörper: 5. Senat

Titelzeile

Kein Rechtsmittel gegen Verwerfung einer Nichtzulassungsbeschwerde

Tenor

Die Gegenvorstellung des Klägers gegen den Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 20. August 2012 - 5 AZN 991/12 - wird zurückgewiesen.

Gründe

1 I. Die Parteien haben, soweit vorliegend von Belang, über Entgeltdifferenzen, Spesen und Auslöse sowie Urlaubsabgeltung gestritten. Das Arbeitsgericht hat insoweit der Klage stattgegeben. Das Landesarbeitsgericht hat auf die Berufung der Beklagten die zu zahlende Urlaubsabgeltung ermäßigt und im Übrigen die Klage abgewiesen. Es hat die Revision nicht zugelassen. Dagegen richtete sich die Beschwerde des Klägers, die der Senat mit Beschluss vom 20. August 2012 als unzulässig verworfen hat. Mit einer Gegenvorstellung vom 1. Oktober 2012 begehrt der Kläger, diese Entscheidung abzuändern und die Revision gegen das Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts vom 2. März 2012 (- 3 Sa 509/11 -) zuzulassen.

2 II. Die Gegenvorstellung bleibt erfolglos. Sie ist nicht statthaft.

3 1. Mit dem Beschluss des Senats vom 20. August 2012, der die Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers als unzulässig verworfen hat, ist das anzufechtende Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts rechtskräftig geworden, § 72a Abs. 5 Satz 6 ArbGG. Ein Rechtsmittel gegen eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts im Verfahren über die Nichtzulassungsbeschwerde findet nicht statt (BAG 15. Mai 1984 - 1 ABN 2/84 (2) - AP ArbGG 1979 § 72a Nr. 19). Eine Überprüfung des Senatsbeschlusses mit dem Ziel seiner Änderung liefe darauf hinaus, die Rechtskraft des anzufechtenden Urteils rückwirkend zu beseitigen. Das ist nicht zulässig (vgl. BGH 2. Februar 2004 - II ZR 294/01 - zu II 1 der Gründe, NJW-RR 2004, 574; ErfK/Koch 12. Aufl. § 78 ArbGG Rn. 13; GK-ArbGG/Dörner Stand September 2012 § 78 ArbGG Rn. 13 f.; Schwab/Weth/Schwab ArbGG 3. Aufl. § 78 Rn. 110; Zöller/Heßler ZPO 29. Aufl. § 544 Rn. 12 f.; Reichold in Thomas/Putzo 33. Aufl. vor § 567 ZPO Rn. 13; zur Abänderungsbefugnis als Voraussetzung einer Gegenvorstellung siehe auch BVerfG 25. November 2008 - 1 BvR 848/07 - zu B I 1 b bb (1) (a) der Gründe, BVerfGE 122, 190) . Dementsprechend ist das Bundesarbeitsgericht an seine Entscheidungen im Verfahren über die Nichtzulassungsbeschwerde nach § 72a ArbGG gebunden (BAG 4. März 1980 - 5 AZN 102/79 - zu 3 der Gründe, AP ZPO § 329 Nr. 2). Eine Fortführung des Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens mit der gesetzlich vorgesehenen Möglichkeit zur Abhilfe und der Durchbrechung der Rechtskraft der anzufechtenden Entscheidung kommt nur im Wege der Anhörungsrüge nach § 78a ArbGG unter den dort genannten Voraussetzungen in Betracht.

4

  1. Eine Anhörungsrüge kann in der erhobenen Gegenvorstellung nicht gesehen werden. Eine solche Auslegung wäre nicht nur mit dem erkennbaren Willen des rechtskundig vertretenen Klägers, der seine Eingabe ausdrücklich als Gegenvorstellung bezeichnet hat, unvereinbar. Sie würde auch zu einem unzulässigen Rechtsbehelf führen und daher dem Grundsatz widersprechen, dass sich die Auslegung von Verfahrenserklärungen an der recht verstandenen Interessenlage des Erklärenden zu orientieren hat (BVerfG 25. November 2008 - 1 BvR 848/07 - zu B I 1 b aa der Gründe, BVerfGE 122, 190). Eine Anhörungsrüge wäre unzulässig, weil der Kläger die Einhaltung der Frist des § 78a Abs. 2 Satz 1 ArbGG nicht dargetan hat (vgl. dazu BAG 27. April 2010 - 5 AZN 336/10 (F) - Rn. 3, AP ArbGG 1979 § 78a Nr. 8 = EzA ArbGG 1979 § 78a Nr. 10). Der Beschluss vom 20. August 2012 wurde ihm am 30. August 2012 zugestellt, die Gegenvorstellung ist (erst) am 1. Oktober 2012 beim Bundesarbeitsgericht eingegangen.
Müller-GlögeKloseBiebl

Parole chiave

non-admission complaintremedyfinalityAnhörungsrügetimelinessemployment dispute

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Is a Gegenvorstellung admissible against a BAG decision dismissing a non-admission complaint as inadmissible?

Decisione estratta

No. Such a decision is not subject to an ordinary remedy, and the court is bound by its decision under § 72a Abs. 5 sentence 6 ArbGG.

Motivazione estratta

A challenge aimed at retroactively removing the finality of the underlying appellate judgment is impermissible; no remedy lies against a BAG decision in non-admission complaint proceedings.

Questione giuridica chiave

Can the Gegenvorstellung be treated as an Anhörungsrüge?

Decisione estratta

No. It cannot be reinterpreted as an Anhörungsrüge, and in any event its timeliness was not shown.

Motivazione estratta

The submission was expressly labeled as a Gegenvorstellung by a legally represented party, and the filing date exceeded the statutory period without substantiated compliance with § 78a Abs. 2 sentence 1 ArbGG.

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