Illegal drug possession remains protected property under fraud and extortion law

BGH 4 ARs 17/16Bgh / Criminal Chamber 410 nov 2016Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Fourth Criminal Senate of the Federal Court of Justice declined to follow the Second Criminal Senate's proposed holding that coercion to hand over narcotics cannot satisfy extortion because the drugs are not part of the victim's assets. Relying on the economic concept of property, the Senate held that even unlawfully possessed drugs are asset items if they have independent economic value. It therefore maintained its settled case law and rejected any general or exceptional exclusion of property protection for illegal drug possession.

Massima Omnilex

§§ 253 ff. StGB; economic concept of property: illegally possessed narcotics are included in the victim's assets if they possess independent economic value. The protected property concept is not restricted for illegal drug possession, including where the possession is itself punishable or not permitted; the decisive criterion is whether the item affords economically measurable use advantages. The Senate expressly adheres to its earlier case law and rejects a general or exceptional exclusion of property protection for narcotics, even for criminal-policy reasons (consid. 5-9).

Testo completo

BGH — 4 ARs 17/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-11-10

Aktenzeichen: 4 ARs 17/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:101116B4ARS17.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 253 StGB, § 263 StGB

Vorinstanz: nachgehend BGH, 16. August 2017, Az: 2 StR 335/15, Urteil

Spruchkörper: 4. Strafsenat

Tenor

Die beabsichtigte Entscheidung des 2. Strafsenats widerspricht der Rechtsprechung des 4. Strafsenats, der an dieser festhält.

Gründe

1 1. Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs beabsichtigt zu entscheiden:

2 „Die Nötigung zur Herausgabe von Betäubungsmitteln richtet sich nicht gegen das Vermögen des Genötigten und erfüllt daher nicht den Tatbestand der Erpressung.“

3 Er hat daher mit Beschluss vom 1. Juni 2016 (2 StR 335/15) bei den anderen Strafsenaten angefragt, ob sie dem zustimmen oder an etwa entgegenstehender Rechtsprechung festhalten.

4 2. Der beabsichtigten Entscheidung des 2. Strafsenats steht Rechtsprechung des 4. Strafsenats entgegen. Der Senat hat in zahlreichen nicht begründeten Beschlüssen nach § 349 Abs. 2 StPO vorausgesetzt, dass Betäubungsmittel – auch wenn diese in strafbarer Weise besessen werden – zu dem nach §§ 253 ff. StGB geschützten Vermögen gehören, so zuletzt mit Beschluss vom 27. September 2016 im Verfahren 4 StR 392/16. Auch dem Urteil vom 27. Mai 2008 (4 StR 150/08, NStZ 2008, 569 f.) liegt diese Rechtsauffassung zugrunde. Weil der Angeklagte in dem dort zu entscheidenden Fall vom Tatopfer aber ein Kilogramm Kokain oder – alternativ – den entsprechenden Gegenwert in Geld gefordert hatte, kam es für die Annahme einer versuchten räuberischen Erpressung auf die vom anfragenden Senat aufgeworfene Rechtsfrage nicht entscheidungserheblich an.

5 3. Der Senat hält – nach Beratung im Plenum – an dieser Rechtsprechung fest. Er kann der beabsichtigten Entscheidung des 2. Strafsenats schon mit Blick auf die weit gefasste Vorlegungsfrage nicht zustimmen. Von ihr werden jegliche Betäubungsmittel und jegliche Form des Besitzes an Betäubungsmitteln erfasst, also auch solche, die nach Maßgabe von § 1 Abs. 1 BtMG i.V.m. den Anlagen I bis III zum BtMG verkehrsfähig bzw. verschreibungsfähig sind.

6 Auch in den Fällen des nicht erlaubnispflichtigen beziehungsweise erlaubten Betäubungsmittelbesitzes (§§ 3, 4 BtMG) besteht kein sachlicher Grund, den Anwendungsbereich der Vermögensdelikte einzuschränken.

7 Soweit sich die Anfrage auf illegal besessene Betäubungsmittel bezieht, kann sich der Senat der Rechtsansicht des 2. Strafsenats nicht anschließen. Eine Versagung des Vermögensschutzes ist auch in diesen Fällen nicht angezeigt.

8 Der Senat hat sich zu dieser Frage in seinem Urteil vom 25. November 1951 (4 StR 574/51, BGHSt 2, 364, 365 ff.) der Rechtsprechung des Reichsgerichts angeschlossen, die seit der Entscheidung vom 14. Dezember 1910 – II 1214/10, RGSt 44, 230) vom wirtschaftlichen Vermögensbegriff ausgeht. Danach sind auch in strafbarer Weise besessene Gegenstände dem Vermögen zuzuordnen. Maßgeblich ist allein, ob dem Besitz ein eigenständiger wirtschaftlicher Wert zukommt, was regelmäßig zu bejahen ist, wenn mit dem Besitz wirtschaftlich messbare Gebrauchsvorteile verbunden sind, die der Täter nutzen will (zuletzt Senat, Urteil vom 27. Januar 2011 – 4 StR 502/10, NStZ 2011, 699, 701 mwN). Dies ist bei illegalen Betäubungsmitteln der Fall.

9 Die Anfrage gibt keinen Anlass, den in der Praxis bewährten und insbesondere aus kriminalpolitischen Gesichtspunkten sachgerechten wirtschaftlichen Vermögensbegriff – mit erheblichen Weiterungen auch für zahlreiche andere Fallkonstellationen – generell aufzugeben. Auch eine ausnahmsweise Einschränkung des Vermögensschutzes nur für den illegalen Betäubungsmittelbesitz kommt aus Sicht des Senats nicht in Betracht. Vielmehr ist auf der Grundlage des wirtschaftlichen Vermögensbegriffs auch in diesen Fallkonstellationen an der strafrechtlichen Sanktionierung festzuhalten.

Sost-Scheible Roggenbuck Franke

Mutzbauer Quentin

Parole chiave

extortionproperty conceptnarcoticseconomic valueillegal possessioncriminal lawsenate disagreement

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether coerced surrender of narcotics falls outside the property interests protected by extortion provisions.

Decisione estratta

No. Even illegally possessed narcotics belong to the victim's assets if they have independent economic value; therefore extortion protection is not excluded.

Motivazione estratta

The Senate adheres to the economic concept of property. Objects unlawfully possessed are also part of assets if they have independent economic value, which is regularly the case for drugs because their possession conveys economically measurable use advantages. There is no reason to exclude property protection for illegal or otherwise possessory drugs, including in view of criminal-policy concerns.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.