Attempted aggravated robbery when the cash box was empty

BGH 3 StR 173/16Bgh / III camera penale13 ott 2016Partially Granted

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Sintesi Omnilex

The Federal Court of Justice partially allowed the defendants' revisions against a Regional Court judgment convicting them of completed particularly serious robbery and dangerous bodily harm. It held that taking an empty cash box cannot constitute completed robbery when the appropriation intent related only to the expected cash inside. The conviction was therefore amended to attempted particularly serious robbery in concurrence with dangerous bodily harm. The sentence was quashed because the new legal assessment could have led to a lower sentence. The factual findings remained in force, and the case was remanded to another criminal chamber for a new sentencing decision. The remaining revision grounds were rejected.

Massima Omnilex

§§ 22, 23, 250 Abs. 2 StGB; completed robbery requires appropriation of the object intended to be stolen. Where offenders take possession of a container believing it contains valuable loot, but the container is in fact empty, the offence is not completed if their intent does not extend to the container itself; in such a case only an attempt is established (consid. 5). If the conviction is reduced from completion to attempt, the sentence must be set aside when it cannot be excluded that the trial court would have applied a different, more lenient sentencing framework; existing factual findings may remain undisturbed (consid. 7).

Testo completo

BGH — 3 StR 173/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-10-13

Aktenzeichen: 3 StR 173/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:131016B3STR173.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 22 StGB, § 23 StGB, § 250 Abs 2 StGB

Vorinstanz: vorgehend LG Oldenburg (Oldenburg), 19. Januar 2016, Az: 1 KLs 84/14

Spruchkörper: 3. Strafsenat

Titelzeile

Besonders schwerer Raub: Fehlgeschlagener Versuch bei Wegnahme einer Geldkassette ohne Inhalt

Tenor

  1. Auf die Revisionen der Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Oldenburg vom 19. Januar 2016

a) im Schuldspruch dahin geändert, dass die Angeklagten des versuchten besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung schuldig sind;

b) im jeweiligen Strafausspruch aufgehoben; jedoch bleiben die zugehörigen Feststellungen aufrecht erhalten.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Rechtsmittel, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

  1. Die weitergehenden Revisionen werden verworfen.

Gründe

1 Das Landgericht hat die Angeklagten wegen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung jeweils zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Dagegen wenden sich die Beschwerdeführer mit ihren jeweils auf die Rüge der Verletzung materiellen Rechts und mehrere Verfahrensbeanstandungen gestützten Revisionen. Die Rechtsmittel haben den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Erfolg; im Übrigen sind sie unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO.

2 1. Die Verfahrensrügen haben - wie der Generalbundesanwalt zutreffend ausgeführt hat - keinen Erfolg.

3 2. Die von beiden Angeklagten erhobene Sachrüge führt zur Änderung des Schuldspruchs.

4 Nach den Feststellungen des Landgerichts überfielen die Angeklagten den Nebenkläger in seiner Wohnung, um ihn zu berauben, und forderten - nachdem sie ihn geschlagen und mit einem Messer bedroht hatten - die Herausgabe von Geld. Der Nebenkläger verfügte in seiner Wohnung indes nicht über Bargeld. Nachdem sie auch bei einer Durchsuchung der Wohnung nichts Stehlenswertes gefunden hatten und der Angeklagte J. dem Nebenkläger im Zuge eines Gerangels einen gezielten Stich in die Schulter versetzt hatte, nahmen sie eine im Flur der Wohnung befindliche Geldkassette an sich, von der sie wussten, dass der Nebenkläger darin üblicherweise Geld aufbewahrte und von der sie sich erhofften, dass sich auch am Tattag Geld darin befinde. Anschließend verließen die Angeklagten die Wohnung. Tatsächlich war die Kassette jedoch leer.

5 Auf der Grundlage dieser Feststellungen können die Verurteilungen wegen vollendeten besonders schweren Raubes keinen Bestand haben. Denn die Zueignungsabsicht der Angeklagten richtete sich nicht auf die - auch nach den Ausführungen der Strafkammer geringwertige - Geldkassette, sondern auf das darin nach ihrer Vorstellung vorhandene Bargeld. Befindet sich in einem Behältnis, das die Täter in ihren Gewahrsam bringen, indes nicht die vorgestellte werthaltige Beute, kann in diesen Fällen nicht wegen eines vollendeten Diebstahls oder Raubes, sondern nur wegen (fehlgeschlagenen) Versuchs verurteilt werden (BGH, Beschlüsse vom 1. Februar 2000 - 4 StR 564/99, NStZ 2000, 531; vom 9. Juli 2013 - 3 StR 174/13, NStZ-RR 2013, 309; jeweils mwN; LK/Vogel, StGB, 12. Aufl., § 242 Rn. 162).

6 Da nicht zu erwarten ist, dass in einer erneuten Hauptverhandlung noch festgestellt werden könnte, die Zueignungsabsicht der Angeklagten habe sich auch auf die Kassette erstreckt, ändert der Senat den jeweiligen Schuldspruch entsprechend ab. Dem steht § 265 StPO nicht entgegen, weil sich die Angeklagten nicht anders als geschehen hätten verteidigen können.

7 3. Die jeweilige Schuldspruchänderung entzieht den Strafaussprüchen ihre Grundlage, denn der Senat kann nicht ausschließen, dass die Strafkammer möglicherweise einen anderen, niedrigeren Strafrahmen zur Anwendung gebracht hätte. Die insoweit getroffenen Feststellungen werden von dem Rechtsfehler indes nicht berührt und können deshalb bestehen bleiben.

Becker Gericke Spaniol

Berg Hoch

Parole chiave

attemptrobberyempty containerappropriation intentsentence setting asideremanddangerous bodily harm

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether taking an empty cash box constitutes completed aggravated robbery when the intended object was cash expected to be inside.

Decisione estratta

No. Because the intent to appropriate related only to the supposed cash, the taking of an empty container supported only an attempted aggravated robbery.

Motivazione estratta

If the property placed into the offenders' possession does not contain the imagined valuable loot, the offense is not completed; the relevant appropriation intent did not extend to the container itself.

Questione giuridica chiave

Whether the sentence could stand after the conviction was reduced from completed to attempted aggravated robbery.

Decisione estratta

No. The sentence had to be set aside because the appellate court could not exclude that the trial court would have applied a different, lower sentencing range.

Motivazione estratta

The legal qualification of the offense changed the sentencing basis, while the factual findings remained unaffected and were left in place.

Questione giuridica chiave

Whether the remaining revision arguments warranted any further relief.

Decisione estratta

No. The remaining appeals were unsuccessful.

Motivazione estratta

The procedural complaints had no success; the rest of the revision was unfounded within the meaning of the criminal procedure rules.

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