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BGH 1 StR 132/16 ΓÇó Tax evasion: tax advantage from incorrect trade tax assessment
BGH 1 StR 132/16Bgh / I camera penale12 lug 2016Dismissed
The Federal Court of Justice rejected the defendants’ revisions against the judgment of the Regional Court of Schwerin as unfounded. It ordered each appellant to bear the costs of the remedy. In an additional remark, the court clarified that an incorrect trade tax assessment, like an incorrect profit determination notice under § 180 AO or an excessive carryforward trade loss under § 10a GewStG, can amount to an unjustified tax advantage under § 370(1) AO.
§ 370 Abs. 1 AO; unrichtiger Gewerbesteuermessbescheid als unberechtigter Steuervorteil. Ein fehlerhafter Gewerbesteuermessbescheid kann ebenso wie ein unrichtiger Bescheid über die einheitliche und gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen sowie die Feststellung eines zu hohen vortragsfähigen Gewerbeverlustes einen nicht gerechtfertigten Steuervorteil im Sinne des § 370 Abs. 1 AO begründen (vgl. auch §§ 11 ff. GewStG, § 10a GewStG; grds. zu § 180 AO). Die revisionsrechtliche Verwerfung erfolgt im Beschlussweg nach § 349 Abs. 2 StPO, wenn Rechtsfehler nicht ersichtlich sind.
Entscheidungsdatum: 2016-07-12
Aktenzeichen: 1 StR 132/16
ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:120716B1STR132.16.0
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 180 AO, § 370 Abs 1 AO, § 10a GewStG, § 11 GewStG, §§ 11ff GewStG
Vorinstanz: vorgehend LG Schwerin, 11. September 2015, Az: 31 KLs 6/11
Spruchkörper: 1. Strafsenat
Steuerhinterziehung: Steuervorteil bei Bewirken eines fehlerhaften Gewerbesteuermessbescheids
Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Schwerin vom 11. September 2015 werden als unbegründet verworfen (§ 349 Abs. 2 StPO).
Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat, dass ein unrichtiger Gewerbesteuermessbescheid ebenso wie ein unrichtiger Feststellungsbescheid zur einheitlichen und gesonderten Feststellung des Gewinns nach § 180 AO (BGH, Beschluss vom 22. November 2012 - 1 StR 537/12, BGHSt 58, 50) und die Feststellung eines zu hohen vortragsfähigen Gewerbeverlustes nach § 10a GewStG (BGH, Beschluss vom 2. November 2010 - 1 StR 544/09, NZWiSt 2012, 75) nicht gerechtfertigte Steuervorteile im Sinne des § 370 Abs. 1 AO darstellen.
Graf Jäger Radtke
Mosbacher Bär