Costs after settlement in KGaA management-removal dispute

BGH II ZR 144/14Bgh / II camera civile15 dic 2015Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The parties declared the dispute settled during the revision proceedings. The Federal Court of Justice therefore decided only the costs under section 91a ZPO. It held that, in view of the procedural and substantive posture, the plaintiff's revision would likely have failed because the removal of a KGaA general partner's management and representation powers requires a valid shareholders' resolution, which was lacking after the prior judgment in the parallel case. The plaintiff was ordered to bear all costs, including the costs of the lower courts.

Massima Omnilex

§ 91a Abs. 1 Satz 1 ZPO; costs after mutual settlement declarations in revision proceedings; the court determines costs according to equitable discretion based on the prior factual and legal situation and the probable outcome of the appeal. In a KGaA, the removal of the personally liable partner's management and representation powers requires a valid shareholders' resolution under § 278 Abs. 2 AktG in conjunction with §§ 117, 127 HGB; if such resolution is absent or ineffective, the action would have failed. A settlement in the main proceedings does not preclude a cost decision on the whole litigation, including prior-instance costs, with regard to the likely result of the pending remedy.

Testo completo

BGH — II ZR 144/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-12-15

Aktenzeichen: II ZR 144/14

ECLI: ECLI:DE:BGH:2015:151215IIZR144.14.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 278 Abs 2 AktG, § 117 HGB, § 127 HGB

Vorinstanz: vorgehend OLG Frankfurt, 18. März 2014, Az: 5 U 90/13, Urteilvorgehend LG Frankfurt, 23. April 2013, Az: 3-5 O 120/12

Spruchkörper: 2. Zivilsenat

Titelzeile

Kommanditgesellschaft auf Aktien: Voraussetzungen für die Entziehung der Geschäftsführungsbefugnis und Vertretungsmacht eines persönlich haftenden Gesellschafters

Tenor

Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Klägerin.

Gründe

1 Das Verfahren ist von den Parteien durch Schriftsatz der Klägerin vom 6. November 2015 und durch Schriftsatz der Beklagten vom 20. November 2015 übereinstimmend für erledigt erklärt worden. Nach den übereinstimmenden Erledigungserklärungen sind die Kosten des Rechtsstreits der Klägerin aufzuerlegen (§ 91 a Abs. 1 Satz 1 ZPO).

2 1. Die Erledigung der Hauptsache kann in der Rechtsmittelinstanz, auch noch während des Revisionsverfahrens, erklärt werden (Zöller/Vollkommer, ZPO, 31. Auflage, § 91a Rn. 18 mwN). Da durch die übereinstimmenden Erledigungserklärungen der Parteien der Rechtsstreit insgesamt erledigt ist, ist über alle bisher entstandenen Kosten des Rechtsstreits, einschließlich der Kosten der Vorinstanzen, gemäß § 91 a ZPO nach billigem Ermessen unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstands durch Beschluss zu entscheiden. Dabei ist der mutmaßliche Ausgang des Revisionsverfahrens zu berücksichtigen (vgl. BGH, Beschluss vom 14. Mai 2013 - II ZR 262/08, ZIP 2013, 1691 Rn. 10 mwN).

3 2. Die Klägerin hat danach die Kosten zu tragen, da nach dem Sach- und Streitstand bei Eintritt des erledigenden Ereignisses die vom Senat zugelassene Revision der Klägerin nicht zum Erfolg geführt hätte.

4 a) Im vorliegenden Verfahren war das Begehren der Klägerin, einer Kommanditgesellschaft auf Aktien, darauf gerichtet, der Beklagten, ihrer persönlich haftenden Gesellschafterin (Komplementärin), die Befugnis zu entziehen, die Geschäfte zu führen und sie zu vertreten. Die Klägerin hat ihre Klage dabei auf den auf der Hauptversammlung vom 10. September 2012 zum Tagesordnungspunkt 8 gefassten Beschluss gestützt, der Beklagten die Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis zu entziehen.Das Berufungsgericht hat die Klage als unbegründet abgewiesen, weil es an einem wirksamen Beschluss der Hauptversammlung der Klägerin fehle. Der am 10. September 2012 gefasste Beschluss sei nichtig, weil die Hauptversammlung, zu der die Beklagte eingeladen gehabt habe, von ihr wirksam abgesagt worden sei. Falls man die Absage der Hauptversammlung für unwirksam und die Versammlung für eröffnet halten wollte, wäre die Beschlussfassung jedenfalls wegen eines einem Einberufungsmangel gleichstehenden Verfahrensfehlers gemäß § 243 Abs. 1 AktG anfechtbar.

5 b) Die Revision der Klägerin wäre ohne Erfolg geblieben, weil für die Entziehung der Geschäftsführungsbefugnis und der Vertretungsmacht eines persönlich haftenden Gesellschafters einer Kommanditgesellschaft auf Aktien gemäß § 278 Abs. 2 AktG, §§ 117, 127 HGB ein wirksamer Beschluss der Hauptversammlung erforderlich ist, an dem es, wie das Berufungsgericht im Ergebnis rechtsfehlerfrei angenommen hat, hier fehlt.

6 aa) Gemäß § 278 Abs. 2 AktG bestimmt sich das Rechtsverhältnis der persönlich haftenden Gesellschafter gegenüber der Gesamtheit der Kommanditaktionäre sowie gegenüber Dritten, namentlich die Befugnis der persönlich haftenden Gesellschafter zur Geschäftsführung und zur Vertretung der Gesellschaft nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs über die Kommanditgesellschaft. Gemäß §§ 117, 127, 161 Abs. 2 HGB können einem persönlich haftenden Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft die Befugnis zur Geschäftsführung und die Vertretungsmacht auf Antrag der übrigen Gesellschafter durch gerichtliche Entscheidung entzogen werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Bei der Kommanditgesellschaft auf Aktien setzt die Klage auf Entziehung der Geschäftsführungsbefugnis und der Vertretungsmacht nach einhelliger Ansicht einen (mit Mehrheit zu fassenden) Beschluss der Hauptversammlung voraus (vgl. Assmann/Sethe in Großkomm.AktG, 4. Aufl., § 278 Rn. 165; KKAktG/Mertens/Cahn, 3. Aufl., § 278 Rn. 83; MünchKommAktG/Perlitt, 4. Aufl., § 278 Rn. 188; Spindler/Stilz/Bachmann, AktG, 3. Aufl., § 278 Rn. 75; Hölters/Müller-Michaels, AktG, 2. Aufl., § 278 Rn. 14). Auch dem einzigen persönlich haftenden Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft auf Aktien kann die Geschäftsführungsbefugnis und Vertretungsmacht entzogen werden (RGZ 74, 297, 301; KK-AktG/Mertens/Cahn, 3. Aufl., § 278 Rn. 84 mwN).

7 bb) Der Senat hat in dem zwischen denselben Parteien geführten Verfahren II ZR 142/14 durch Urteil vom 30. Juni 2015 den auf der Hauptversammlung der Klägerin vom 10. September 2012 zum Tagesordnungspunkt 8 gefassten Beschluss, der Beklagten die Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis zu entziehen, wegen Vorliegens eines Anfechtungsgrunds für von Anfang an nichtig erklärt (BGH, Urteil vom 30. Juni 2015 - II ZR 142/14, ZIP 2015, 2069 Rn. 20). Die Nichtigerklärung des Beschlusses wirkt, wie sich aus § 241 Nr. 5 AktG ergibt, auf den Beschlusszeitpunkt zurück (vgl. BGH, Urteil vom 19. Februar 2013 - II ZR 56/12, BGHZ 196, 195 Rn. 13).

Bergmann Strohn Caliebe

Reichart Sunder

Parole chiave

cost allocationsettlementrevisionKGaAgeneral partnermanagement powersrepresentation powersshareholders' resolutionmootness

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the main proceedings were terminated by the parties' mutual declarations of settlement

Decisione estratta

Yes. The dispute was declared settled by both parties during the revision proceedings, so the merits were no longer decided.

Motivazione estratta

A declaration of settlement is possible even at the appellate stage, including in revision, and ends the case as a whole.

Questione giuridica chiave

How to allocate costs after the mutual settlement declarations

Decisione estratta

The plaintiff must bear the costs of the litigation, including the costs of the lower courts.

Motivazione estratta

Under section 91a ZPO, costs are allocated according to equitable discretion considering the prior factual and legal status. The court considered the likely outcome of the revision and concluded it would have failed.

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