Adhäsionsverfahren: Schmerzensgeld and offender’s finances

BGH 3 StR 115/15Bgh / III camera penale11 mag 2015Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The defendant’s revision against the LG Bückeburg judgment was rejected. The BGH only corrected the legal designation of the offense to burglary theft with weapons, because the indictment and findings supported both the burglary-theft qualification and carrying the axe. The court also upheld the adhesion award of EUR 12,000 for pain and suffering. It held that the offender’s financial circumstances did not, as a rule, need to be discussed when assessing compensation, and no special circumstances called for such consideration here. The defendant must bear the costs of the appeal and the necessary expenses of the injured party.

Massima Omnilex

§§ 244 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a, Nr. 3 StGB, § 265 StPO; legal designation of the offense in the judgment formula. If the findings establish both burglary theft and carrying a dangerous tool, the offense is to be designated as burglary theft with weapons; a correction of the legal qualification is admissible where the indictment already alleged the relevant circumstance and the accused is therefore not prejudiced (consid. 2–3). § 253 Abs. 2 BGB, §§ 403, 406 StPO; in assessing pain and suffering, the offender’s economic circumstances are not, as a rule, a necessary factor. Only special circumstances may require their discussion; absent such circumstances, an award may be upheld notwithstanding the offender’s financial situation (consid. 4).

Testo completo

BGH — 3 StR 115/15, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-05-11

Aktenzeichen: 3 StR 115/15

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 403 StPO, § 406 StPO, § 253 Abs 2 BGB

Vorinstanz: vorgehend LG Bückeburg, 21. November 2014, Az: 4 KLs 9/14

Spruchkörper: 3. Strafsenat

Titelzeile

Bemessung des Schmerzensgeldes im Adhäsionsverfahren: Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Angeklagten

Tenor

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Bückeburg vom 21. November 2014 wird verworfen; jedoch wird der Schuldspruch des vorbezeichneten Urteils dahin abgeändert, dass der Angeklagte des Wohnungseinbruchdiebstahls mit Waffen und der gefährlichen Körperverletzung schuldig ist.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels und die der Nebenklägerin dadurch entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen "Wohnungseinbruchdiebstahls" und gefährlicher Körperverletzung zu der Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt sowie eine Adhäsionsentscheidung getroffen. Die auf die Rüge der Verletzung materiellen Rechts gestützte Revision des Angeklagten ist unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO, führt jedoch zu der aus der Beschlussformel ersichtlichen Abänderung des Schuldspruchs.

2 1. Der Angeklagte ist des Wohnungseinbruchdiebstahls mit Waffen schuldig (§ 244 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a, Nr. 3 StGB). Zutreffend weist der Generalbundesanwalt in seiner Antragsschrift darauf hin, dass das Landgericht rechtsfehlerfrei die Verwirklichung nicht nur der Qualifikation des § 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB (Wohnungseinbruchdiebstahl), sondern wegen des Mitsichführens der Axt auch der des § 244 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a StGB (Diebstahl mit Waffen oder anderen gefährlichen Werkzeugen) angenommen hat. Dies ist in der Urteilsformel durch die rechtliche Bezeichnung der Tat als "Wohnungseinbruchdiebstahl mit Waffen" zum Ausdruck zu bringen (BGH, Beschluss vom 4. Dezember 2013 - 4 StR 367/13, juris Rn. 2).

3 Der Senat ändert den Schuldspruch entsprechend ab. § 265 StPO steht dem nicht entgegen, denn bereits die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 7. November 2014 hatte dem Angeklagten zur Last gelegt, bei seinem Einbruch in die Wohnung der Nebenklägerin die Axt als gefährliches Werkzeug mit sich geführt zu haben.

4 2. Die Verurteilung des Angeklagten, an die Nebenklägerin ein Schmerzensgeld in Höhe von 12.000 € zu zahlen, hat entgegen den Ausführungen des Generalbundesanwalts auch über den anerkannten Betrag von 5.000 € hinaus Bestand. Zwar hat der Senat, worauf der Generalbundesanwalt zutreffend hinweist, in der Vergangenheit die Auffassung vertreten, es sei regelmäßig erforderlich, bei der Bemessung des Schmerzensgelds auch die wirtschaftlichen Verhältnisse von Schädiger und Geschädigtem zu berücksichtigen. Daran hält der Senat indes nicht mehr fest (hierzu im Einzelnen Beschluss vom 5. März 2015 - 3 ARs 29/14, juris). Vor dem Hintergrund des festgestellten brutalen Vorgehens des Angeklagten - zwei Schläge gegen den Kopf der während des Einbruchsgeschehens überraschend heimkehrenden Nebenklägerin mit der stumpfen Seite der Axt - und der hierdurch hervorgerufenen erheblichen, zum Abbruch der Ausbildung führenden psychischen Beeinträchtigung der Nebenklägerin sieht der Senat auch keine besonderen Umstände, die das Landgericht zu einer Erörterung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Angeklagten hätten drängen müssen.

5 Der allein den Adhäsionsausspruch betreffende Aufhebungsantrag des Generalbundesanwalts zwingt den Senat nicht, die Revision des Angeklagten gemäß § 349 Abs. 5 StPO durch Urteil zu verwerfen (BGH, Beschluss vom 2. September 2014 - 3 StR 346/14, NStZ-RR 2014, 350, 351).

Becker Hubert Schäfer

Mayer Spaniol

Parole chiave

burglary theftdangerous toolrevisionadhesion proceedingpain and sufferingeconomic circumstanceslegal designationcosts

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the conviction for burglary theft had to be legally designated as theft with weapons and aggravated bodily harm remained intact.

Decisione estratta

The legal designation had to be corrected to 'burglary theft with weapons'; the revised wording reflected both the burglary-theft qualification and carrying an axe as a dangerous tool.

Motivazione estratta

The facts established both the qualifying burglary theft and the carrying of the axe; the indictment already alleged the dangerous tool, so the correction caused no prejudice.

Questione giuridica chiave

Whether the damages award of EUR 12,000 for pain and suffering in the adhesion proceeding had to be reduced because the offender’s financial situation was not discussed.

Decisione estratta

The pain-and-suffering award remained in force in full; the court no longer required, as a rule, consideration of the offender’s and victim’s financial circumstances, and no special circumstances required such discussion here.

Motivazione estratta

The brutal attack with the blunt side of the axe and the victim’s substantial psychological harm justified the amount; the prior approach on financial circumstances was abandoned.

Questione giuridica chiave

Whether the defendant’s revision against the first-instance judgment was otherwise well founded.

Decisione estratta

The revision was unfounded and was rejected.

Motivazione estratta

The substantive-law challenge did not reveal reversible error beyond the corrected designation of the offense.

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