Further complaint against arrest order transferred to OLG Hamm

BGH 4 StR 580/11Bgh / Criminal Chamber 45 mag 2015Modified

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Sintesi Omnilex

The insolvency administrator challenged the OLG Hamm decision upholding a dinglichen Arrest for 50,000 euros. The BGH held that a further complaint to the BGH was not directly admissible under § 310 Abs. 1 StPO because the OLG had not acted within the special jurisdiction covered by that provision. Instead of outright dismissal, the BGH ordered the file transferred to the OLG Hamm so that the complaint could be treated as a request for reconsideration and the court could decide in its own responsibility whether to alter its decision.

Massima Omnilex

§ 310 Abs. 1 StPO; direct further complaint to the Bundesgerichtshof is admissible only against OLG decisions rendered in exercise of jurisdiction under § 120 Abs. 3 GVG; decisions outside that special competence are not covered. Even where the further complaint is inadmissible, the appellate court seized by mistake must be enabled to treat the filing as a Gegenvorstellung and to examine whether it will rectify its own decision first (consid. 4). The general filing and remedial rules of §§ 306 Abs. 1, 2 StPO apply accordingly.

Testo completo

BGH — 4 StR 580/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-05-05

Aktenzeichen: 4 StR 580/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 111i StPO, § 304 StPO, §§ 304ff StPO, § 310 Abs 1 StPO

Vorinstanz: vorgehend OLG Hamm, 20. Juni 2013, Az: III-2 Ws 80/13, Beschlussvorgehend BGH, 20. Dezember 2012, Az: 4 StR 580/11, Beschlussvorgehend LG Bochum, 14. April 2011, Az: II-13 KLs 35 Js 56/10 - 15/11

Spruchkörper: 4. Strafsenat

Titelzeile

Unzulässige weitere Beschwerde zum Bundesgerichtshof wegen der Aufrechterhaltung eines dinglichen Arrests in einer Strafsache: Abgabe an das Beschwerdegericht

Tenor

Die weitere Beschwerde des Insolvenzverwalters über das Vermögen des Verurteilten vom 24. März 2015 gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Hamm vom 20. Juni 2013 (III-2 Ws 80/13) wird zur weiteren Sachbehandlung an das Oberlandesgericht Hamm abgegeben.

Gründe

1 1. Der Angeklagte ist durch Urteil vom 14. April 2011, das der Senat durch Beschluss vom 20. Dezember 2012 unter Zurückverweisung der Sache teilweise aufgehoben hat, wegen Betruges und anderer Straftaten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Das Landgericht hat in seinem Urteil ferner gemäß § 111i Abs. 2 StPO festgestellt, dass gegen ihn wegen eines Geldbetrages in Höhe von 50.000 € lediglich deshalb nicht auf Verfall von Wertersatz erkannt wird, weil Ansprüche Verletzter entgegenstehen. Mit gesondertem Beschluss vom selben Tage hat das Landgericht gemäß § 111i Abs. 3 Satz 1 StPO einen vom Amtsgericht Bochum am 10. November 2009 angeordneten dinglichen Arrest gegen den Angeklagten bis zur Höhe des festgestellten Betrages von 50.000 € für drei Jahre aufrechterhalten.

2 Mit Beschluss vom 7. Juli 2011 ist über das Vermögen des Angeklagten das Insolvenzverfahren eröffnet und der Beschwerdeführer zum Insolvenzverwalter bestellt worden. Die vom Beschwerdeführer unter dem 9. November 2012 gegen den Beschluss des Landgerichts vom 14. April 2011 über die Aufrechterhaltung des dinglichen Arrests eingelegte Beschwerde hat das Oberlandesgericht Hamm mit Beschluss vom 20. Juni 2013 als unbegründet verworfen. Gegen diese Entscheidung richtet sich die unter dem 24. März 2015 unmittelbar beim Bundesgerichtshof eingegangene weitere Beschwerde.

3 2. Der Senat gibt die weitere Beschwerde an das Oberlandesgericht Hamm zur weiteren Sachbehandlung ab.

4 Für die weitere Beschwerde gelten die allgemeinen Vorschriften, wonach diese bei dem Gericht einzulegen ist, das die angefochtene Entscheidung erlassen hat, und das zunächst über die Abhilfe entscheiden muss (§ 306 Abs. 1, 2 StPO; vgl. LR-StPO/Matt, 26. Aufl., § 310 Rn. 5; KK-StPO/Zabeck, 7. Aufl., § 310 Rn. 15). Zwar ist die weitere Beschwerde im vorliegenden Fall unzulässig. Denn nach dem ausdrücklichen Wortlaut des § 310 Abs. 1 StPO unterliegen nur solche Beschwerdeentscheidungen eines Oberlandesgerichts unter den in § 310 Abs. 1 Nrn. 1 bis 3 StPO genannten Voraussetzungen der Anfechtbarkeit, die dieses in Wahrnehmung seiner Zuständigkeit nach § 120 Abs. 3 GVG erlassen hat. Erfasst werden damit nur solche Entscheidungen, die - unter den Voraussetzungen von § 120 Abs. 1 bzw. 2 GVG - auf Beschwerden gegen Maßnahmen der als Ermittlungsrichter tätig gewordenen Richter beim Amtsgericht oder beim Oberlandesgericht hin ergangen sind (vgl. LR-StPO/Franke, 26. Aufl., § 135 GVG Rn. 4; KK-StPO/Hannich, 7. Aufl., § 135 GVG Rn. 8). Das ist hier ersichtlich nicht der Fall. Gleichwohl ist der Senat gehindert, die weitere Beschwerde als unzulässig zu verwerfen. Das Beschwerdegericht muss auch im Fall der Unzulässigkeit des Rechtsbehelfs in die Lage versetzt werden, diesen als Gegenvorstellung zu behandeln und zunächst in eigener Verantwortung zu prüfen, ob Anlass zur Abänderung seiner Entscheidung besteht (Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 58. Aufl., § 306 Rn. 12).

Sost-Scheible Roggenbuck Franke

Quentin Bender

Parole chiave

criminal procedurefurther complaintattachmentinsolvencyadmissibilityappellate jurisdictionreconsideration

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the directly filed further complaint against the OLG Hamm decision was admissible before the BGH.

Decisione estratta

The further complaint was inadmissible under § 310 Abs. 1 StPO, but the BGH did not dismiss it and instead transferred it to the OLG Hamm for further handling.

Motivazione estratta

The challenged OLG decision was not one rendered in the exercise of jurisdiction under § 120 Abs. 3 GVG; therefore § 310 Abs. 1 StPO did not open a direct path to the BGH. Nevertheless, even an inadmissible complaint must first allow the appellate court to treat it as a request for reconsideration and decide whether to remedy its own decision.

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