Isolated driving ban requires individualized reasoning

BGH 3 StR 487/14Bgh / III camera penale17 dic 2014Partially Granted

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The defendant was convicted by the Regional Court of Kleve of drug importation, aiding drug trafficking, and driving without a licence, receiving five years' imprisonment and a two-year driving-ban period. On revision, the Federal Court of Justice found no reversible error in the conviction or sentence. However, the order imposing an isolated suspension period under § 69a StGB was quashed because the trial court had not sufficiently explained why the defendant was unfit to drive. The matter was remitted to another chamber of the regional court for a new decision on the measure and the appeal costs.

Massima Omnilex

§ 69 Abs. 1 S. 1, § 69a Abs. 1 S. 3 StGB; isolated driving ban for an offence not listed in § 69(2) StGB: the trial court must base the order on an individualized overall assessment of the offence and the offender's personality and must set out the reasons showing unfitness to drive. The extent of the reasoning depends on the circumstances of the case; even for typical traffic offences, such as driving without a licence, a case-specific justification is required. If the reasons are missing, the measure cannot be reviewed on appeal and must be quashed (consid. 2-4).

Testo completo

BGH — 3 StR 487/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-12-17

Aktenzeichen: 3 StR 487/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 69 Abs 1 S 1 StGB, § 69a Abs 1 S 3 StGB, § 21 StVG, § 261 StPO, § 267 StPO

Vorinstanz: vorgehend LG Kleve, 4. August 2014, Az: 110 KLs 23/14

Spruchkörper: 3. Strafsenat

Titelzeile

Fahren ohne Fahrerlaubnis im Zusammenhang mit der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln: Anordnung einer isolierten Sperrfrist für die Erteilung einer Fahrerlaubnis; notwendige Begründung für Ungeeignetheit des Täters zum Führen von Kraftfahrzeugen

Tenor

  1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Kleve vom 4. August 2014 im Ausspruch über die Maßregel mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

  1. Die weitergehende Revision wird verworfen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und mit Fahren ohne Fahrerlaubnis zu der Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt und eine Sperrfrist von zwei Jahren für die Erteilung einer Fahrerlaubnis verhängt. Die auf die Rüge der Verletzung materiellen Rechts gestützte Revision des Angeklagten hat den aus dem Tenor ersichtlichen Teilerfolg. Im Übrigen ist sie unbegründet.

2 Die Nachprüfung des Urteils aufgrund der Revisionsrechtfertigung hat im Schuld- und Strafausspruch keinen durchgreifenden Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben (§ 349 Abs. 2 StPO). Dagegen hat die Entscheidung über die Maßregel nach § 69a Abs. 1 Satz 3, Abs. 3 StGB keinen Bestand, da sie entgegen § 267 Abs. 6 Satz 1 StPO nicht begründet worden ist und die Urteilsgründe somit eine rechtliche Nachprüfung der Maßregelanordnung durch das Revisionsgericht nicht ermöglichen.

3 Soll gegen einen Angeklagten wegen einer Straftat, die nicht in dem Katalog des § 69 Abs. 2 StGB enthalten ist, eine isolierte Sperrfrist für die Erteilung einer Fahrerlaubnis gemäß § 69a Abs. 1 Satz 3 StGB angeordnet werden, so muss der Tatrichter eine Gesamtwürdigung der Tatumstände und der Täterpersönlichkeit vornehmen, um die fehlende Eignung des Angeklagten zum Führen von Kraftfahrzeugen (§ 69 Abs. 1 Satz 1 StGB) zu belegen; der erforderliche Umfang der Darlegung hängt vom Einzelfall ab (BGH, Beschluss vom 17. Mai 2000 - 3 StR 167/00, NStZ-RR 2000, 297, 298 mwN). Zwar liegt es bei typischen Verkehrsdelikten, zu denen Fahren ohne Fahrerlaubnis zählt, nicht fern, dass der Täter zum Führen eines Kraftfahrzeugs ungeeignet und daher eine isolierte Sperrfrist anzuordnen ist (BGH, Urteil vom 5. September 2006 - 1 StR 107/06, NStZ-RR 2007, 40). Eine auf den Einzelfall bezogene Begründung macht dies indes nicht entbehrlich.

4 Über die Verhängung einer Sperrfrist muss deshalb erneut entschieden werden.

Becker Pfister Schäfer

Gericke Spaniol

Parole chiave

driving banunfitness to driverevisiondrug importationaiding and abettingreasoned judgmentremand

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the conviction and prison sentence were free of legal error on revision

Decisione estratta

The guilt and sentence findings did not reveal any reversible legal error.

Motivazione estratta

The Supreme Court found no decisive error under the materials of the revision.

Questione giuridica chiave

Whether the isolated suspension period for issuing a driving licence under § 69a StGB was sufficiently reasoned

Decisione estratta

No. The measure could not stand because the trial judgment did not provide the required reasoning for the defendant's unfitness to drive.

Motivazione estratta

For an isolated driving ban outside the catalog offences of § 69(2) StGB, the court must assess the circumstances of the offence and the offender's personality and explain why unfitness to drive exists; this individualized explanation was missing.

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