Theft vs. embezzlement in shared warehouse

BGH 3 StR 227/14Bgh / III camera penale30 set 2014Modified

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The defendant had sold goods from a warehouse shared by two companies and kept the proceeds. The Regional Court of Stade had convicted him of embezzlement in concurrence with fraud in 40 cases and imposed a total prison sentence of two years and nine months. The Federal Court of Justice rejected the appeal, but corrected the conviction to theft in concurrence with fraud. It held that the goods were removed from the warehouse under breach of possession by Fa. L., and that no exclusive possession of the defendant was shown. Costs of the appeal were imposed on the defendant.

Massima Omnilex

§ 242 StGB, § 246 Abs. 1 StGB; taking goods from a warehouse used by several enterprises: distinction between theft and embezzlement. If the offender removes goods from the possessory sphere of the warehouse keeper without having exclusive possession, the act constitutes theft; embezzlement presupposes that the offender has already acquired possession or equivalent control over the property. A conviction for embezzlement in concurrence with fraud is to be corrected to theft in concurrence with fraud where the findings establish a taking in breach of possession. § 265 StPO does not preclude the amendment if the indictment already encompassed theft (consid. 2-4).

Testo completo

BGH — 3 StR 227/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-09-30

Aktenzeichen: 3 StR 227/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 242 StGB, § 246 Abs 1 StGB

Vorinstanz: vorgehend LG Stade, 9. Oktober 2013, Az: 10e KLs 6/12

Spruchkörper: 3. Strafsenat

Titelzeile

Diebstahl: Abgrenzung zur Unterschlagung bei Entwendung aus einer von mehreren Unternehmen genutzten Lagerhalle

Tenor

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Stade vom 9. Oktober 2013 wird verworfen; jedoch wird der Schuldspruch dahin geändert, dass der Angeklagte des Diebstahls in Tateinheit mit Betrug in 40 Fällen schuldig ist.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen "Unterschlagung jeweils in Tateinheit mit Betrug in 40 Fällen" unter Einbeziehung der Strafe aus einem weiteren Urteil zu der Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Die auf die Rüge der Verletzung sachlichen Rechts und mehrere Verfahrensrügen gestützte Revision des Angeklagten bleibt aus den in der Antragsschrift des Generalbundesanwalts genannten Gründen ohne Erfolg. Jedoch war der Schuldspruch dahin zu ändern, dass der Angeklagte sich neben dem Betrug jeweils tateinheitlich nicht wegen Unterschlagung, sondern wegen Diebstahls strafbar gemacht hat.

2 1. Nach den Feststellungen verkaufte der Angeklagte in 40 Fällen Waren zu einem Gesamtpreis von insgesamt 445.000 € aus einem Lager der Fa. L. , die diese, im Eigentum der Fa. W. stehenden, Gegenstände verwahrte. Der Verkauf geschah ohne Wissen und Einverständnis der Firmen W. oder L. . Den Verkaufserlös behielt der Angeklagte für sich. Zu dem Lagerbereich hatte er Zugang, da er bei einer Firma, die in derselben Lagerhalle ansässig war, arbeitete und die lediglich durch einfachen Zaun abgegrenzten Lagerflächen für Mitarbeiter der beiden Firmen wechselseitig zugänglich waren. Der Angeklagte wusste, dass er zur Veräußerung dieser Waren nicht berechtigt war und er den beiden Restpostenhändlern, denen er vorgespiegelt hatte, für die Fa. W. tätig zu werden, kein Eigentum verschaffen konnte. Wie er die Waren aussonderte, aus dem Lager schaffte und abtransportierte, konnte nicht geklärt werden.

3 2. Die Würdigung des Landgerichts, die Tat sei neben den Betrugsstraftaten zum Nachteil der beiden Restpostenhändler jeweils als tateinheitliche Unterschlagung zum Nachteil der Fa. W. zu werten, hält rechtlicher Überprüfung nicht stand. Nach den Feststellungen entnahm der Angeklagte die Waren dem Lager der Fa. L. . Dafür, dass der Angeklagte, der beruflich weder mit der Fa. W. noch mit dieser Firma in Verbindung stand, Alleingewahrsam an den bei L. gelagerten Waren hatte, enthält das Urteil keine Anhaltspunkte. Damit hat der Angeklagte die von ihm verkauften Gegenstände unter Bruch des Gewahrsams der Fa. L. deren Lager entnommen. Er hat sich daher jeweils - tateinheitlich mit Betrug - des Diebstahls schuldig gemacht. Deshalb kommt es nicht darauf an, dass die Verurteilung wegen Unterschlagung in Tateinheit mit Betrug wegen der Subsidiaritätsklausel des § 246 Abs. 1 rechtlich nicht zulässig war (vgl. BGH Urteil vom 6. Februar 2002 - 1 StR 513/01, BGHSt 47, 243, 244 f.).

4 Der Senat hat den Schuldspruch entsprechend geändert. § 265 StPO steht dem nicht entgegen, denn die unverändert zur Hauptverhandlung zugelassene Anklage hatte das dem Angeklagten vorgeworfene Verhalten bereits als Diebstahl gewertet.

| Becker | | Pfister | | RiBGH Mayer befindet sich im Urlaub und ist daher gehindert zu unterschreiben. | | --- | --- | --- | --- | --- | | | | | | Becker | | | Gericke | | Spaniol | |

Parole chiave

theftembezzlementpossessionwarehousefraudappeallegal qualificationshared premises

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether taking goods from a jointly accessible warehouse constituted embezzlement or theft.

Decisione estratta

The conduct amounted to theft because the defendant removed the goods from the warehouse in breach of the warehouse keeper's possession; no exclusive possession by the defendant was shown.

Motivazione estratta

The goods were stored in the warehouse of Fa. L., which kept them for Fa. W. There were no indications of defendant's sole possession. By taking the goods from the warehouse, he violated the possessory sphere of Fa. L.; therefore the correct offense was theft.

Questione giuridica chiave

Whether the conviction had to be changed from embezzlement in concurrence with fraud to theft in concurrence with fraud.

Decisione estratta

Yes. The conviction was amended accordingly; the fraud convictions remained unchanged.

Motivazione estratta

Since the factual findings supported theft, the legal characterization had to be corrected. Section 265 StPO did not bar the change because the indictment had already described the conduct as theft.

Questione giuridica chiave

Costs of the appeal

Decisione estratta

The defendant must bear the costs of his appeal.

Motivazione estratta

As the appeal was unsuccessful except for the correction of the legal designation, costs were imposed on the appellant.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.