No judicial review of prosecutor’s failure to respond to complaint

BGH 5 AR (VS) 29/13Bgh / Criminal Chamber 521 gen 2014Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The applicant wanted the Stuttgart public prosecutor to be ordered to decide on his criminal complaint from 1 September 2011. The OLG Stuttgart rejected his request, and the Federal Court of Justice rejected the permitted Rechtsbeschwerde. The court held that an application under §§ 23, 24 EGGVG was inadmissible because the prosecutor’s failure to notify under § 171 sentence 1 StPO does not directly interfere with a subjective right; the applicant could still complain and, if necessary, pursue a criminal-compulsion procedure. The Rechtsbeschwerde was therefore dismissed at the applicant’s expense.

Massima Omnilex

§§ 23, 24 Abs. 1 EGGVG; § 171 S. 1 StPO: Die bloße unterbliebene Bescheidung einer Strafanzeige durch die Staatsanwaltschaft begründet keine unmittelbare Verletzung eines subjektiven Rechts und ist daher nicht Gegenstand des Antrags auf gerichtliche Entscheidung. Die fehlende Mitteilung hindert den Anzeigeerstatter nicht, sich gegen die Behandlung seiner Anzeige zu beschweren und gegebenenfalls ein Klageerzwingungsverfahren einzuleiten. Ein Antragsmissbrauch vermag die fehlende Unmittelbarkeit nicht zu ersetzen; ist der EGGVG-Antrag unzulässig, bleibt auch die dagegen gerichtete Rechtsbeschwerde ohne Erfolg (vgl. insb. die Zulässigkeitsprüfung in den Gründen).

Testo completo

BGH — 5 AR (VS) 29/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-01-21

Aktenzeichen: 5 AR (VS) 29/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 171 S 1 StPO, Art 23 GVGEG, Art 24 Abs 1 GVGEG

Vorinstanz: vorgehend OLG Stuttgart, 24. April 2013, Az: XX

Spruchkörper: 5. Strafsenat

Titelzeile

Strafanzeige: Rechtsweg bei Nichtbescheidung durch die Staatsanwaltschaft

Tenor

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 24. April 2013 wird auf Kosten des Beschwerdeführers verworfen.

Gründe

1 Das Oberlandesgericht hat den Antrag des Beschwerdeführers vom 7. Januar 2013, die Staatsanwaltschaft Stuttgart zu verpflichten, seine an diese gerichtete Strafanzeige vom 1. September 2011 zu bescheiden, als unbegründet verworfen, weil der Beschwerdeführer sein Antragsrecht missbraucht habe und damit eine Bescheidungspflicht der Staatsanwaltschaft nach § 171 Satz 1 StPO entfalle. Die hiergegen gerichtete, vom Oberlandesgericht zugelassene und damit statthafte Rechtsbeschwerde ist nicht begründet.

2 1. Der Antrag des Beschwerdeführers auf gerichtliche Entscheidung nach § 23 EGGVG war bereits unzulässig, so dass eine Sachentscheidung des Oberlandesgerichts nicht hätte ergehen dürfen. Gegenstand des Verfahrens nach § 23 EGGVG ist eine unmittelbare Verletzung eines subjektiven Rechts des Antragstellers durch eine staatliche Maßnahme oder ihre Ablehnung bzw. ihre Unterlassung (§ 24 Abs. 1 EGGVG). An der Unmittelbarkeit fehlt es bei einer unterbliebenen Mitteilung nach § 171 Satz 1 StPO. Denn der Beschwerdeführer ist - wovon auch der Generalbundesanwalt in seiner Antragsschrift zutreffend ausgeht - dadurch nicht gehindert, sich ungeachtet einer Nichtbescheidung gegen die Behandlung seiner Strafanzeige zu beschweren, anschließend gegebenenfalls ein Klageerzwingungsverfahren durchzuführen (vgl. Meyer-Goßner, StPO, 56. Aufl., § 172 Rn. 6; OLG Frankfurt, Beschluss vom 21. April 2010 - 2 Ws 147/08; zur Frist Graalmann-Scheerer in LR, 26. Aufl., § 172 Rn. 109).

3 2. Der Senat merkt allerdings an, dass ungeachtet fraglos gegebener querulatorischer Tendenzen des Beschwerdeführers einem verantwortungsvollen Umgang mit Justizressourcen besser als durch den Versuch der Herbeiführung einer Grundsatzentscheidung dadurch Rechnung getragen werden dürfte, dass die Staatsanwaltschaft die offensichtlich haltlose, aber gegenüber früheren Anzeigen partiell einen neuen Sachverhalt betreffende Strafanzeige angemessen knapp bescheiden würde.

Basdorf Sander Schneider

Dölp König

Parole chiave

criminal complaintjudicial reviewprosecutor silenceadmissibilitydirect infringementEGGVGcosts

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether judicial review under §§ 23, 24 EGGVG was admissible against the prosecutor’s failure to respond under § 171 sentence 1 StPO.

Decisione estratta

The application was already inadmissible because the omission did not constitute the direct infringement of a subjective right required by § 24(1) EGGVG.

Motivazione estratta

A non-response under § 171 sentence 1 StPO does not directly prevent the complainant from pursuing objections and, if necessary, a criminal-compulsion application; the required directness is therefore lacking.

Questione giuridica chiave

Whether the Rechtsbeschwerde against the OLG’s decision had merit and what costs followed.

Decisione estratta

The permitted Rechtsbeschwerde was unfounded and was rejected at the applicant’s expense.

Motivazione estratta

Because the underlying EGGVG application was inadmissible, the challenge to the OLG’s decision could not succeed.

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