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BGH III ZR 371/12 ΓÇó Alternative claims must be pleaded in a hierarchy, not in the alternative
BGH III ZR 371/12Bgh / III camera civile27 nov 2013Other
The Federal Court held that the action was still inadmissible because the claimant had not clearly defined the subject matter of the suit. It relied in equal measure on an alleged oral licence agreement and on a written assignment and authority from the patent owner. Although the relief sought was the same, these were different Streitgegenstände. The claimant therefore had to plead them in a hierarchy as principal and subsidiary claims, rather than leaving the court to choose between them. The court gave the claimant one month to comment.
Art. 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO; a pleading is insufficiently definite where the claimant combines distinct Streitgegenstände under a merely alternative joinder and leaves the selection among them to the court. Claims based on the claimant’s own right and claims derived from another’s right are different subject matters even if they pursue identical relief. The party must arrange them in a principal/subsidiary relationship; this clarification may still be made in the appeal or revision instance (consid. 2).
Entscheidungsdatum: 2013-11-27
Aktenzeichen: III ZR 371/12
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 253 Abs 2 Nr 2 ZPO
Vorinstanz: vorgehend OLG Braunschweig, 31. Oktober 2012, Az: 2 U 59/11vorgehend LG Braunschweig, 15. Juni 2011, Az: 9 O 899/10 (130)nachgehend BGH, 8. Mai 2014, Az: III ZR 371/12, Urteil
Spruchkörper: 3. Zivilsenat
Bestimmtheit des Klageantrags: Eventualverhältnis unterschiedlicher Streitgegenstände statt alternativer Klagehäufung
Die Klägerin wird darauf hingewiesen, dass ihre Klage wegen fehlender Bestimmtheit des Klagegegenstands bislang unzulässig ist, solange sie die zur Zeit alternativ geltend gemachten prozessualen Ansprüche (Streitgegenstände) nicht in ein Eventualverhältnis aus Haupt- und Hilfsanspruch stellt.
Es besteht Gelegenheit zur Stellungnahme binnen eines Monats.
1 Die Klage ist bislang unzulässig, da die Klägerin den Streitgegenstand nicht hinreichend bestimmt hat (§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO).
2 Die Klägerin stützt ihre Klage gleichrangig sowohl auf Ansprüche aus eigenem Recht - behauptete mündliche Lizenzvereinbarung für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vom Oktober 1999 - wie aus fremdem Recht -schriftliche Abtretungs- und Prozessführungsermächtigungserklärung des Patentinhabers vom 15. November 2010. Insoweit handelt es sich jedoch auch bei einheitlichem Klageziel um unterschiedliche Streitgegenstände (vgl. nur Senatsurteil vom 25. Februar 1999 - III ZR 53/98, NJW 1999, 1407; BGH, Urteile vom 17. November 2005 - IX ZR 8/04, NJW-RR 2006, 275 Rn. 15; vom 27. September 2006 - VIII ZR 19/04, NJW 2007, 2414 Rn. 8; vom 8. Mai 2007 - XI ZR 278/06, NJW 2007, 2560 Rn. 16 f und vom 23. Juli 2008 - XII ZR 158/06, NJW 2008, 2922 Rn. 19). Diese können nicht im Wege einer alternativen Klagehäufung derart geltend gemacht werden, dass zwar nur einer der Ansprüche tenoriert, die Auswahl aber dem Gericht überlassen werden soll. Vielmehr ist es Sache der klagenden Partei, die Streitgegenstände in ein Eventual-verhältnis zu stellen, was auch noch in der Revisionsinstanz geschehen kann (vgl. BGH, Beschluss vom 24. März 2011 - I ZR 108/09, BGHZ 189, 56 Rn. 6 ff. und Urteil vom 9. November 2011 - I ZR 150/09, WRP 2012, 330 Rn. 18).
Schlick Herrmann Wöstmann
Seiters Reiter