Minimum amount for non-admission complaint in compensation cases

BGH III ZR 400/12Bgh / III camera civile25 lug 2013Inadmissible

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The claimant sought compensation of EUR 19,900 for the length of two discontinued criminal proceedings. The OLG Frankfurt dismissed the action. The Bundesgerichtshof held that a non-admission complaint in such compensation cases is subject to the transitional minimum-value requirement of more than EUR 20,000 under § 26 No. 8 EGZPO in conjunction with § 201 Abs. 2 S. 3 Hs. 2 GVG and § 544 ZPO. Because the amount in dispute did not exceed that threshold, the complaint was dismissed as inadmissible and the claimant was ordered to bear the costs.

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§ 201 Abs. 2 S. 3 Hs. 2 GVG, § 544 ZPO, § 26 Nr. 8 EGZPO; non-admission complaint in first-instance OLG judgments in compensation actions under §§ 198 ff. GVG: the transitional minimum value of more than EUR 20,000 applies. The reference to § 544 ZPO is to be understood only in conjunction with the transitional rule of § 26 Nr. 8 EGZPO; the omission of an express cross-reference does not preclude application. The provision is not applied by analogy, but by systematic interpretation as a temporal limitation of admissibility (consid. 3-8).

Testo completo

BGH — III ZR 400/12, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-07-25

Aktenzeichen: III ZR 400/12

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 198 Abs 2 GVG, §§ 198ff GVG, § 199 GVG, § 201 Abs 2 S 3 Halbs 2 GVG, § 544 ZPO, § 26 Nr 8 ZPOEG

Vorinstanz: vorgehend OLG Frankfurt, 7. November 2012, Az: 4 EntV 4/12, Urteil

Spruchkörper: 3. Zivilsenat

Titelzeile

Erstinstanzliche Urteile der Oberlandesgerichte über Klagen auf Entschädigung wegen unangemessener Dauer von Gerichtsverfahren: Wertgrenze für Beschwerden gegen die Nichtzulassung der Revision

Tenor

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 4. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 7. November 2012 - 4 EntV 4/12 - wird als unzulässig verworfen.

Der Kläger hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen.

Der Streitwert des Beschwerdeverfahrens wird auf 19.900 € festgesetzt.

Gründe

I.

1 Der Kläger begehrt vom beklagten Land gemäß §§ 199, 198 Abs. 2 GVG Entschädigung in Höhe von insgesamt 19.900 € wegen der Dauer zweier bei der Staatsanwaltschaft und beim Landgericht G. gegen ihn anhängig gewesener, später eingestellter Strafverfahren. Hinsichtlich des ersten, am 6. Februar 2001 eingeleiteten und am 1. März 2011 endgültig nach § 154 Abs. 2 StPO beendeten Verfahrens wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz beziffert er seine Ansprüche mit 12.100 €. Hinsichtlich des zweiten, am 20. August 2003 eingeleiteten und am 26. März 2010 nach § 153a Abs. 2 StPO endgültig eingestellten Verfahrens wegen Steuerhinterziehung verlangt er eine Entschädigung von 7.800 €.

2 Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat die Klage abgewiesen. Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers.

II.

3 Die Beschwerde ist unzulässig, weil die gemäß § 201 Abs. 2 Satz 3 Halbsatz 2 GVG, § 544 ZPO, § 26 Nr. 8 EGZPO erforderliche Mindestbeschwer von mehr als 20.000 € nicht erreicht wird.

4 Entgegen der Auffassung des Klägers ist § 26 Nr. 8 EGZPO auf Beschwerden gegen die Nichtzulassung der Revision in erstinstanzlichen Urteilen der Oberlandesgerichte über Klagen auf Entschädigung wegen unangemessener Dauer von Gerichtsverfahren und strafrechtlichen Ermittlungsverfahren (§§ 198 ff GVG) anwendbar; solche Urteile unterliegen der Beschwerde nicht unterhalb der dort definierten Wertgrenze (vgl. in diesem Sinn auch Marx/Roderfeld, Rechtsschutz bei überlangen Gerichts- und Ermittlungsverfahren, § 201 GVG Rn. 34; Steinbeiß-Winkelmann/Ott, Rechtsschutz bei überlangen Gerichtsverfahren, § 201 GVG Rn. 24; Hüßtege in Thomas/Putzo, ZPO, 34. Aufl., § 198 GVG Rn. 12; Kissel/Mayer, GVG, 7. Aufl., § 201 Rn. 11 i.V.m. § 133 Rn. 11).

5 § 201 Abs. 2 Satz 3 GVG bestimmt, dass gegen die Entscheidung des Oberlandesgerichts die Revision nach Maßgabe des § 543 ZPO stattfindet, wobei § 544 ZPO entsprechend anzuwenden ist. Die Revision findet damit nur statt, wenn dieses Rechtsmittel durch das Oberlandesgericht in seinem Urteil oder auf Beschwerde durch den Bundesgerichtshof zugelassen worden ist. § 544 ZPO, der die Einzelheiten der Nichtzulassungsbeschwerde regelt, ist allerdings nach § 26 Nr. 8 EGZPO bis einschließlich 31. Dezember 2014 nur mit der Maßgabe anzuwenden, dass die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision durch das Berufungsgericht nur zulässig ist, wenn der Wert der mit der Revision geltend zu machenden Beschwerde 20.000 € übersteigt.

6 Soweit der Kläger darauf abstellt, dass in § 26 Nr. 8 EGZPO - wie in § 544 ZPO - von "Berufungsurteil" die Rede ist, steht dies der Anwendung des § 26 Nr. 8 EGZPO nicht entgegen. Denn § 201 Abs. 2 Satz 3 Halbsatz 2 ZPO ordnet gerade für die erstinstanzlichen Urteile der Oberlandesgerichte im Entschädigungsverfahren eine entsprechende Anwendung der Bestimmungen über die Nichtzulassungsbeschwerde gegen Berufungsurteile an.

7 Dass § 201 Abs. 2 Satz 3 Halbsatz 2 GVG nicht ausdrücklich § 26 Nr. 8 EGZPO mit erwähnt, ist ohne Bedeutung. Die Bestimmung verweist auf § 544 ZPO, der nach § 26 Nr. 8 EGZPO bis zum 31. Dezember 2014 nur mit der dort gesetzlich festgelegten Mindestbeschwer anzuwenden ist. § 544 ZPO ist deshalb bis zu diesem Zeitpunkt nur mit dem Inhalt des § 26 Nr. 8 EGZPO zu verstehen, das heißt § 26 Nr. 8 EGZPO in § 544 ZPO "hineinzulesen". Dass die Regelung des § 26 Nr. 8 EGZPO nicht unmittelbar in § 544 ZPO enthalten ist, ist auf ihrem Charakter als Überleitungsvorschrift zurückzuführen; solche Bestimmungen sind üblicherweise in dem Gesetz betreffend die Einführung der Zivilprozessordnung normiert.

8 Es geht mithin nicht, wie der Kläger meint, um eine analoge Anwendung des § 26 Nr. 8 EGZPO, sodass sich die Frage einer planwidrigen Unvollständigkeit des Gesetzes nicht stellt. Für die Meinung des Klägers, der Gesetzgeber habe die Möglichkeit der Nichtzulassungsbeschwerde beim Rechtsschutz in Entschädigungssachen nach §§ 198 ff GVG unabhängig vom Erreichen einer Mindestbeschwer zulassen wollen, ergeben sich im Übrigen auch aus der Gesetzesbegründung (BT-Drucks. 17/3802 S. 25) keinerlei Anhaltspunkte.

Schlick Wöstmann Seiters

Mayer Reiter

Parole chiave

compensation for excessive length of proceedingsnon-admission complaintminimum amount in disputetransitional ruleadmissibilitycosts

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the non-admission complaint against the OLG judgment was admissible despite a claim value below EUR 20,000.

Decisione estratta

The complaint was inadmissible because the statutory minimum amount of more than EUR 20,000 was not reached.

Motivazione estratta

Section 26 No. 8 EGZPO applies to non-admission complaints against first-instance OLG judgments in compensation actions under Sections 198 ff. GVG. Section 544 ZPO is therefore applicable only with the transitional minimum-value requirement until 31 December 2014. The claimant's total amount in dispute was only EUR 19,900.

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