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BGH IX ZR 112/10 ΓÇó Lease of farm business as avoidable transaction under creditor avoidance
BGH IX ZR 112/10Bgh / Civil Chamber 920 set 2012Dismissed
The Federal Court of Justice rejected the complainant’s non-admission complaint against an appellate judgment in a creditor-avoidance case. It held that leasing a farm and forestry business may be an avoidable act under § 1(1) AnfG. In the event of successful avoidance, the creditor may claim the transferred use and benefits, including business profits not attributable to the lessee’s personal performance, under § 11(1) AnfG. However, the court excluded access to individual claims newly arising in the lessee’s name, such as subsidy premiums. The appellate judgment therefore required no review by the revision court.
§ 1 Abs. 1 AnfG, § 11 Abs. 1 AnfG; creditor avoidance and lease of an agricultural and forestry business. A lease of such a business may constitute an avoidable legal act when it effects a disposition of assets within the meaning of creditor avoidance law. Upon successful avoidance, the creditor may claim the fruits and benefits of the leased asset, including business profits, insofar as they are not based on the lessee’s personal labor or skills (consid. 2). By contrast, avoidance does not extend to claims that arise only in the lessee’s person during operation of the business; such claims, including subsidy entitlements, are not assets “given away” by the lessor and are therefore not independently subject to avoidance.
Entscheidungsdatum: 2012-09-20
Aktenzeichen: IX ZR 112/10
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 1 Abs 1 AnfG, § 11 Abs 1 AnfG
Vorinstanz: vorgehend OLG Frankfurt, 27. Mai 2010, Az: 15 U 45/09vorgehend LG Marburg, 17. Februar 2009, Az: 2 O 288/04
Spruchkörper: 9. Zivilsenat
Gläubigeranfechtung: Verpachtung eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs als anfechtbare Rechtshandlung
Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 15. Zivilsenats in Kassel des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 27. Mai 2010 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.
Der Wert des Beschwerdeverfahrens wird auf 200.000 € festgesetzt.
1 Die Nichtzulassungsbeschwerde ist statthaft (§ 544 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und zulässig (§ 544 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 ZPO). Sie hat jedoch keinen Erfolg.
2 Die Verpachtung eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs kann eine nach § 1 Abs. 1 AnfG anfechtbare Rechtshandlung darstellen. Weggegeben und deshalb im Falle einer erfolgreichen Anfechtung vom Pächter dem Gläubiger nach § 11 Abs. 1 AnfG zur Verfügung zu stellen sind die Nutzungen des Pachtgegenstands. Dazu gehört auch der aus dem Gewerbebetrieb gezogene Gewinn, soweit dieser nicht auf den persönlichen Leistungen oder Fähigkeiten desjenigen beruht, der die gewinnbringenden Einnahmen erzielt hat (vgl. BGH, Urteil vom 5. Juli 2006 - VIII ZR 172/05, BGHZ 168, 220 Rn. 46; MünchKomm-AnfG/Kirchhof, § 11 Rn. 92, 105, 132 f). Die Gläubigeranfechtung ermöglicht hingegen nicht den Zugriff auf einzelne vom Pächter im Rahmen des von ihm geführten Gewerbebetriebs erlangte Forderungen wie etwa die hier in Rede stehenden Subventionsprämien. Die einzelnen Forderungen kommen auch nicht als selbständiger Gegenstand einer Gläubigeranfechtung in Betracht, denn sie sind erst in der Person des Pächters neu entstanden; aus dem Vermögen des Verpächters wurde insoweit nichts weggegeben.
3 Mit dieser Rechtslage stimmt das Berufungsurteil überein. Eine Entscheidung des Revisionsgerichts ist weder zur Klärung grundsätzlicher Rechtsfragen noch zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).
Kayser Raebel Gehrlein
Grupp Möhring