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BGH IX ZB 15/11 ΓÇó Value assessment in appeal against trustee removal
BGH IX ZB 15/11Bgh / Civil Chamber 928 feb 2012Dismissed
The Federal Court of Justice rejected the appellant’s objection to the value fixed for the appeal proceedings concerning the trustee’s removal. It held that, for fee calculation, the relevant criterion is the economic interest pursued in the insolvency matter. That interest was not confined to the trustee’s minimum remuneration during the discharge period, because higher remuneration might accrue if assets were received, and the removal could also affect future appointment prospects. The fixed value of EUR 1,000 was therefore considered appropriate.
§ 23 Abs. 3 S. 2 RVG, § 28 Abs. 3 RVG; determining the value in insolvency appeal proceedings concerning removal of a trustee: the object of valuation is the client’s economic interest pursued in the proceedings, not a merely formal or narrowly isolated remuneration component. In assessing that interest, all foreseeable financial and professional effects must be considered, including possible higher remuneration under § 14 Abs. 2 InsVV if funds are received during the discharge period and the impact of removal on future appointments. A value fixed on the basis of a comprehensive overall assessment is only to be disturbed if it is plainly unreasonable (consid. 1).
Entscheidungsdatum: 2012-02-28
Aktenzeichen: IX ZB 15/11
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 14 Abs 2 InsVV, § 14 Abs 3 InsVV, § 23 Abs 3 S 2 RVG, § 28 Abs 3 RVG
Vorinstanz: vorgehend BGH, 26. Januar 2012, Az: IX ZB 15/11, Beschlussvorgehend LG Berlin, 26. November 2010, Az: 85 T 253/09vorgehend AG Berlin-Mitte, 31. Juli 2009, Az: 33 IK 138/05
Spruchkörper: 9. Zivilsenat
Wertfestsetzung im Rechtsbeschwerdeverfahren gegen die Entlassung des Treuhänders: Bemessung des wirtschaftlichen Interesses nach der Treuhändervergütung in der Wohlverhaltensphase
Die Gegenvorstellung des Rechtsbeschwerdeführers gegen die Festsetzung des Werts des Rechtsbeschwerdeverfahrens im Beschluss vom 26. Januar 2012 wird zurückgewiesen.
1 Die Wertfestsetzung erfolgte, weil Gerichtskosten nur als streitwertunabhängige Festgebühr anfallen (Nr. 2364 KV GKG), allein für die Rechtsanwaltsgebühren und musste sich nach den dort maßgeblichen Vorschriften richten. Für die anwaltliche Vertretung im Insolvenzverfahren ist gemäß § 28 Abs. 3 in Verbindung mit § 23 Abs. 3 Satz 2 RVG das zu schätzende wirtschaftliche Interesse maßgeblich, das der Auftraggeber im Verfahren verfolgt. Entgegen der Ansicht des Rechtsbeschwerdeführers steht nicht fest, dass sich sein wirtschaftliches Interesse darauf beschränkt, die Mindestvergütung des Treuhänders in der Wohlverhaltensphase nach § 14 Abs. 3 Satz 1 InsVV zu verdienen. Es ist nicht auszuschließen, dass während der Wohlverhaltensphase beim Treuhänder Beträge eingehen, die zu einer höheren Vergütung nach § 14 Abs. 2 InsVV führen. Zudem ist in die Bewertung einzubeziehen, dass die Entlassung wegen einer schweren Störung des Vertrauensverhältnisses zwischen dem Insolvenzgericht und dem Rechtsbeschwerdeführer dessen Aussichten beeinträchtigt, in künftigen Fällen vom Insolvenzgericht zum Insolvenzverwalter oder Treuhänder bestellt zu werden. Bei einer Gesamtwürdigung erscheint der festgesetzte Wert von 1.000 € angemessen.
Kayser Gehrlein Vill
Fischer Grupp