Insolvency appeal requires leave after 27 Oct 2011

BGH IX ZB 294/11Bgh / Civil Chamber 920 dic 2011Dismissed

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Sintesi Omnilex

The Federal Court of Justice dismissed the debtor’s legal appeal in an insolvency matter as inadmissible. It held that filing before the BGH requires a lawyer admitted to that court and that, for appellate decisions issued after 27 October 2011, the new law applies so that a legal appeal is only admissible if the appellate court has granted leave. Because the Amberg Regional Court’s decision was dated 3 November 2011 and no leave had been granted, the appeal failed. Due to the incorrect lower-court appeal notice, no court costs were charged.

Massima Omnilex

§ 4 InsO, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO, § 103f Satz 1 EGInsO; Zulassungserfordernis der Rechtsbeschwerde nach Aufhebung des § 7 InsO: Für nach dem 27. Oktober 2011 erlassene Beschwerdeentscheidungen ist die Rechtsbeschwerde nur statthaft, wenn sie vom Beschwerdegericht zugelassen worden ist. Die Übergangsvorschrift des § 103f Satz 1 EGInsO hält das alte, zulassungsfreie Recht nur für solche Fälle aufrecht, in denen die Frist des § 575 ZPO am 27. Oktober 2011 noch nicht abgelaufen war und die angefochtene Entscheidung vor diesem Zeitpunkt ergangen ist. Eine irrige Rechtsmittelbelehrung oder die Annahme kraft Gesetzes bestehender Statthaftigkeit ersetzt die fehlende Zulassungsentscheidung nicht (vgl. consid. 1-6).

Testo completo

BGH — IX ZB 294/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-12-20

Aktenzeichen: IX ZB 294/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: Art 103f S 1 EGInsO, § 4 InsO, § 6 InsO, § 7 InsO, § 574 Abs 1 S 1 Nr 2 ZPO, ZPO§522ÄndG

Vorinstanz: vorgehend LG Amberg, 3. November 2011, Az: 31 T 996/11vorgehend AG Amberg, 14. September 2011, Az: 23 IN 43/09

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Rechtsbeschwerde im Insolvenzverfahren: Erfordernis der Zulassung durch das Beschwerdegericht

Tenor

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 3. Zivilkammer des Landgerichts Amberg vom 3. November 2011 wird auf Kosten des Schuldners als unzulässig verworfen.

Für das Rechtsbeschwerdeverfahren werden keine Kosten nach dem Gerichtskostengesetz erhoben.

Gründe

1 1. Die Rechtsbeschwerde ist als unzulässig zu verwerfen (§ 577 Abs. 1 Satz 2 ZPO), weil sie nicht durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt eingelegt worden und zudem nicht statthaft ist.

2 a) Entgegen der vom Landgericht erteilten Rechtsmittelbelehrung bedarf die Einlegung der Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof (§ 4 InsO, § 575 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 133 GVG) gemäß § 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO der Vertretung durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt (BGH, Beschluss vom 21. März 2002 - IX ZB 18/02, WM 2002, 1512, 1513; vom 18. Mai 2005 - VIII ZB 3/05, NJW 2005, 2017). Der Hinweis auf dem Formblatt des Landgerichts, die Vertretung durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt sei hier nicht vorgeschrieben, ist fehlerhaft und nicht nachvollziehbar.

3 b) Die Rechtsbeschwerde ist zudem nicht statthaft, weil sie vom Beschwerdegericht nicht zugelassen worden ist.

4 aa) Zwar findet im Verfahren zur Festsetzung der Verwaltervergütung nach der Regelung des § 64 Abs. 3, §§ 6, 7 InsO in der vor dem 27. Oktober 2011 geltenden Fassung gegen die Entscheidung des Beschwerdegerichts die Rechtsbeschwerde statt. Durch Gesetz vom 21. Oktober 2011 (BGBl. I S. 2082) ist die Vorschrift des § 7 InsO jedoch mit Wirkung zum 27. Oktober 2011 aufgehoben worden. Nach neuem Recht ist die Rechtsbeschwerde gemäß § 4 InsO in Verbindung mit § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO nur statthaft, wenn sie durch das Beschwerdegericht zugelassen worden ist.

5 Nach der Übergangsregelung des § 103 f Satz 1 EGInsO ist das alte Recht weiterhin anzuwenden, wenn die Frist des § 575 ZPO am 27. Oktober 2011 noch nicht abgelaufen war. Hieraus ergibt sich, dass die Rechtsbeschwerde gegen solche Beschwerdeentscheidungen zulassungsfrei bleibt, welche vor dem 27. Oktober 2011 erlassen worden sind, auch wenn die Rechtsbeschwerde erst nach diesem Zeitpunkt eingelegt worden ist. Auf Rechtsbeschwerden gegen Entscheidungen, die erst nach diesem Zeitpunkt ergangen sind, findet hingegen das neue Recht Anwendung (BT-Drucks. 17/5334 S. 9).

6 bb) Da die vom Rechtsbeschwerdeführer angefochtene Entscheidung am 3. November 2011 erlassen worden ist, ist das neue Recht anzuwenden mit der Folge, dass die Rechtsbeschwerde nur bei Zulassung durch das Beschwerdegericht stattfindet, welche hier nicht erfolgt ist. Der Umstand, dass das Beschwerdegericht irrtümlich davon ausgegangen ist, die Rechtsbeschwerde sei gemäß § 7 InsO aF kraft Gesetzes statthaft, ersetzt die erforderliche Zulassungsentscheidung nicht (BGH, Beschluss vom 12. März 2009 - IX ZB 193/08, WM 2009, 1058 Rn. 9 f).

7 2. Für das Rechtsbeschwerdeverfahren sind keine Kosten nach dem Gerichtskostengesetz zu erheben (§ 21 Abs. 1 Satz 1 GKG), weil der Schuldner aufgrund der unrichtigen Rechtsmittelbelehrung durch das Beschwerdegericht annehmen durfte, die von ihm eingelegte Rechtsbeschwerde sei statthaft und auch nicht wegen fehlender Vertretung durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt unzulässig.

Kayser Gehrlein Fischer

Grupp Möhring

Parole chiave

insolvencylegal appealleave requirementtransition ruleinadmissibilitycourt costsrepresentation before the Federal Court of Justice

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the legal appeal was properly filed without a lawyer admitted to the Federal Court of Justice

Decisione estratta

No. Filing the legal appeal before the Federal Court of Justice requires representation by a lawyer admitted to that court.

Motivazione estratta

Under the applicable procedural rules, the appeal to the Federal Court of Justice must be lodged by a BGH-admitted lawyer; the contrary notice in the lower court form was wrong.

Questione giuridica chiave

Whether the legal appeal was admissible without leave from the appellate court

Decisione estratta

No. Because the challenged appellate decision was issued after 27 October 2011, the new law applies and the legal appeal is admissible only if the appellate court granted leave.

Motivazione estratta

The transition rule preserves the old law only where the time limit for appeal had not expired on 27 October 2011 and the appellate decision itself was issued before that date. Here the decision was dated 3 November 2011, so the new rule requiring leave governed; the mistaken assumption of automatic admissibility did not replace a leave decision.

Questione giuridica chiave

Whether court costs had to be charged for the legal appeal proceedings

Decisione estratta

No court costs were charged because the debtor could rely on the incorrect appeal notice.

Motivazione estratta

Given the misleading notice, it was reasonable for the debtor to assume the appeal was admissible and not inadmissible for lack of proper representation.

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