Drug resale may form one unit of offense

BGH 4 StR 421/11Bgh / Criminal Chamber 427 set 2011Modified

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Court of Justice held that the defendant's later delivery of cocaine, which combined newly procured drugs with the remaining quantity from an earlier purchase, constituted one evaluation unit rather than two separate trafficking offenses. The court therefore amended the conviction from seven to six counts of illicit trafficking in narcotics in a non-negligible quantity. Because this affected only two counts, the individual sentences on those counts and the aggregate sentence were set aside and the case remanded to another criminal chamber of the Landgericht Essen; the remaining appeal was rejected.

Massima Omnilex

§ 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG; Bewertungseinheit beim Handeltreiben mit Betäubungsmitteln; where drug quantities from an earlier purchase and a later procurement are combined for one planned resale transaction, the conduct may form a single trafficking offense. The decisive criterion is the economic-commercial unit of the trafficking operation, not the number of purchase acts. If the later disposition of the drugs serves the same resale plan and uses the remaining stock as well as newly acquired narcotics, separate counts are excluded. A correction of the conviction may require setting aside the affected individual sentences and the aggregate sentence; findings otherwise may remain intact if no additional defense prejudice under § 265 StPO arises.

Testo completo

BGH — 4 StR 421/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-09-27

Aktenzeichen: 4 StR 421/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 29 BtMG, § 29a Abs 1 Nr 2 BtMG, § 52 StGB, § 53 StGB

Vorinstanz: vorgehend LG Essen, 11. Mai 2011, Az: 26 KLs 21/11 - 71 Js 520/11, Urteil

Spruchkörper: 4. Strafsenat

Titelzeile

Betäubungsmittelhandel: Bewertungseinheit beim Weiterverkauf erworbener Betäubungsmittel

Tenor

  1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Essen vom 11. Mai 2011

a) im Schuldspruch dahin geändert, dass der Angeklagte des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in sechs Fällen schuldig ist;

b) hinsichtlich der Einzelstrafen in den Fällen I. 2. f) und g) der Urteilsgründe sowie im Ausspruch über die Gesamtstrafe aufgehoben.

  1. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

  2. Die weiter gehende Revision wird verworfen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in sieben Fällen zu der Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Hiergegen richtet sich die auf die allgemeine Sachrüge gestützte Revision des Angeklagten. Das Rechtsmittel hat den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen ist es unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

2 Die Annahme materiell-rechtlich selbständiger Taten in den Fällen I. 2. f) und g) der Urteilsgründe hält einer rechtlichen Prüfung nicht stand.

3 Nach den Feststellungen erwarben der Angeklagte und ein Mittäter am 12. September 2010 zum Zwecke des gewinnbringenden Weiterverkaufs zwei Kilogramm Kokain, wovon nach der Veräußerung zweier Teilmengen ein Rest von 893,4 g zunächst übrig blieb (I. 2. f) der Urteilsgründe). Nachdem ein Abnehmer Ende Oktober 2010 bei dem Mittäter des Angeklagten eine Lieferung von drei Kilogramm Kokain bestellt hatte, beschaffte der Angeklagte eine Teilmenge von zwei Kilogramm Kokain und übergab diese zusammen mit den restlichen 893,4 g aus der am 12. September 2010 erworbenen Kokainmenge an einen Kurier, der das Rauschgift zur Übergabe an den Abnehmer nach München transportierte (I. 2. g) der Urteilsgründe). Nach den von der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs entwickelten Grundsätzen zur Bewertungseinheit beim Handeltreiben mit Betäubungsmitteln ist bei dieser Sachlage eine einheitliche Tat des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge nach § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG gegeben (vgl. BGH, Beschlüsse vom 25. Juni 1998 – 1 StR 68/98, NStZ-RR 1999, 250; vom 21. August 2008 – 4 StR 330/08, NStZ-RR 2008, 385; Weber, BtMG, 3. Aufl., vor §§ 29 ff. Rn. 501 ff., 511 ff.).

4 Der Senat ändert den Schuldspruch entsprechend. § 265 StPO steht nicht entgegen, da sich der geständige Angeklagte nicht wirksamer als geschehen hätte verteidigen können. Die Änderung des Schuldspruchs führt zur Aufhebung der Einzelstrafaussprüche in den Fällen I. 2. f) und g) der Urteilsgründe sowie der Gesamtstrafe. Einer Aufhebung tatsächlicher Feststellungen bedarf es nicht.

Ernemann Roggenbuck Franke

Bender Quentin

Parole chiave

drug traffickingevaluation unitconviction amendmentsentencingremandcocaine

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the resale transactions in cases I.2.f and g constitute one evaluation unit for drug trafficking.

Decisione estratta

The two transactions formed one unit of illicit trafficking in narcotics in a non-negligible quantity.

Motivazione estratta

Under the Federal Court of Justice's case law on evaluation units, the later delivery used both newly obtained cocaine and the remaining amount from the earlier purchase for the same planned resale transaction.

Questione giuridica chiave

Whether the conviction and sentence must be adjusted after recognizing one single offense instead of two.

Decisione estratta

The conviction was amended to six counts; the individual sentences in the two affected counts and the overall sentence were set aside and remanded.

Motivazione estratta

The change in the merits required setting aside the separate sentences and the aggregate sentence; the factual findings otherwise remained intact and § 265 StPO did not bar the amendment.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.