Manslaughter sentence reduced due to prior provocation

BGH 3 StR 186/11Bgh / III camera penale12 lug 2011Partially Granted

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Sintesi Omnilex

The BGH partly upheld the accused's revision. The conviction for attempted manslaughter in concurrence with dangerous bodily harm remained intact, but the sentence was set aside. The Court held that the LG had used an incorrect standard when rejecting a lesser case under § 213 first alternative StGB. It had to examine whether the victim's blows had triggered continuing anger and thereby provoked the offense. Because a different sentencing result was possible, the matter was remitted to another chamber of the LG Lüneburg for resentencing and a new decision on costs.

Massima Omnilex

§ 213 Alt. 1 StGB; requirement of prior provocation and being „auf der Stelle zur Tat hingerissen“; the decisive factor is not the spontaneity of the offense, but whether the victim's conduct caused continuing anger that precipitated the act. If the trial court applies an incorrect legal standard in denying the lesser case, the sentence cannot stand where a more lenient punishment remains possible under a further mitigation of the sentencing frame pursuant to §§ 22, 23 Abs. 2, 49 Abs. 1 StGB and/or § 21, 49 Abs. 1 StGB; see consid. 2-4.

Testo completo

BGH — 3 StR 186/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-07-12

Aktenzeichen: 3 StR 186/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 21 StGB, § 23 Abs 2 StGB, § 49 Abs 1 StGB, § 213 Alt 1 StGB

Vorinstanz: vorgehend LG Lüneburg, 26. Januar 2011, Az: 4102 Js 9007/09 - 27 Ks 3/10

Spruchkörper: 3. Strafsenat

Titelzeile

Minder schwerer Fall des Totschlags bei vorangegangener Tatprovokation

Tenor

  1. Auf die Revision der Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Lüneburg vom 26. Januar 2011 im Strafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

  1. Die weitergehende Revision wird verworfen.

Gründe

1 Das Landgericht hat die Angeklagte wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die auf sachlichrechtliche Beanstandungen gestützte Revision der Angeklagten hat den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Teilerfolg.

2 Während der Schuldspruch rechtlicher Nachprüfung standhält, kann der Strafausspruch nicht bestehen bleiben. Das Landgericht hat, wie der Generalbundesanwalt in seiner Antragsschrift im Einzelnen zutreffend darlegt, die Voraussetzungen der ersten Alternative des § 213 StGB rechtsfehlerhaft verneint. Die Begründung, die Schläge des Nebenklägers stellten keine "der Tat unmittelbar vorausgehende Provokation" dar, lässt besorgen, dass das Landgericht einen unzutreffenden Maßstab für die Prüfung des Merkmals "auf der Stelle zur Tat hingerissen" angelegt hat. Es ist nicht maßgebend, ob sich die Tat als Spontantat darstellt. Es kommt vielmehr darauf an, ob die in den Schlägen des Nebenklägers liegende Kränkung einen noch anhaltenden Zorn der Angeklagten hervorgerufen und diese zu ihrer Tat hingerissen hat (vgl. BGH, Beschluss vom 22. Juni 2011 - 5 StR 165/11 mwN).

3 Auf diesem Rechtsfehler beruht der Strafausspruch. Zwar hat das Landgericht die Strafe - nach insoweit rechtsfehlerfreier Ablehnung der zweiten Alternative des § 213 StGB - dem wegen Versuchs und wegen erheblich verminderter Schuldfähigkeit zweifach gemilderten Rahmen des § 212 StGB entnommen, der unter dem des § 213 StGB liegt. Indes erscheint es möglich, dass das Landgericht, wäre es bei Zugrundelegung eines zutreffenden Maßstabs zur Annahme eines minder schweren Falls wegen vorangegangener Provokation gelangt, diesen Strafrahmen im Hinblick auf die letztlich nur geringen Verletzungen nochmals nach §§ 22, 23 Abs. 2, § 49 Abs. 1 StGB und/oder §§ 21, 49 Abs. 1 StGB gemildert und daraus eine mildere Strafe gefunden hätte.

4 Der Senat hält - entgegen der Ansicht des Generalbundesanwalts - vor diesem Hintergrund die Strafe nicht für angemessen im Sinne von § 354 Abs. 1a Satz 1 StPO. Sie muss deshalb neu zugemessen werden.

| Becker | | Pfister | | RiBGH von Lienen befindet sich im Urlaub und ist daher gehindert zu unterschreiben. | | --- | --- | --- | --- | --- | | | | | | Becker | | | Mayer | | Menges | |

Parole chiave

attempted manslaughterprovocationlesser casesentencingdiminished responsibilityrevisionremand

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the sentence could stand despite the LG's rejection of a lesser case under § 213 first alternative StGB after prior provocation.

Decisione estratta

The sentencing could not stand because the LG applied an incorrect standard for whether the victim's blows constituted an immediate provocation that induced the accused to act in anger.

Motivazione estratta

It is not decisive whether the act was spontaneous. What matters is whether the insult inherent in the victim's blows caused continuing anger and precipitated the offense. The sentencing required reconsideration because a correct application of § 213 first alternative StGB could have led to a further mitigation of the already reduced sentencing range.

Questione giuridica chiave

Whether the conviction itself had to be set aside.

Decisione estratta

The conviction was legally sound and remained unchanged.

Motivazione estratta

The Court found no legal error in the conviction; only the sentence and related findings were affected.

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