Mieterhöhungsverlangen may be based on a type expert report

BGH VIII ZR 275/10Bgh / Civil Chamber 85 apr 2011Withdrawn

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Sintesi Omnilex

The Federal Court of Justice considered an appeal in a residential tenancy rent-increase dispute. It held that the landlord’s request of 24 April 2009 was sufficiently substantiated by a type expert report under Section 558a(2) no. 2 BGB and that the formal objection raised by the tenant was unfounded. The panel stated that there was no remaining reason to admit the revision and that it intended to dismiss it under Section 552a ZPO. The revision proceedings were nevertheless terminated because the revision was withdrawn.

Massima Omnilex

§ 558a Abs. 2 Nr. 2 BGB; substantiation of a rent-increase request by a so-called type expert report: A rent-increase notice may be sufficiently justified by reference to an expert report prepared for a group of comparable apartments, provided the report identifies the relevant rental stock and enables the tenant to understand the basis of the demanded increase (consid. 4). A contractual written-form clause for amendments does not, by itself, require a separate written-form requirement for the rent-increase request; the decisive point is compliance with the statutory justification requirements (consid. 1). Where the tenant does not contest the factual basis of the asserted comparable rent but relies solely on alleged formal defects, the material justification need not be examined further (consid. 5).

Testo completo

BGH — VIII ZR 275/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-04-05

Aktenzeichen: VIII ZR 275/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 558a Abs 2 Nr 2 BGB

Vorinstanz: vorgehend LG Frankfurt, 5. Oktober 2010, Az: 2-17 S 13/10vorgehend AG Bad Homburg, 29. Januar 2010, Az: 2 C 2167/09 (10)

Spruchkörper: 8. Zivilsenat

Titelzeile

Wohnraummietvertrag: Geltung einer Schriftformabrede für ein Mieterhöhungsverlangen; Begründung eines Mieterhöhungsverlangens mit einem so genannten „Typengutachten“

Tenor

Der Senat beabsichtigt, die Revision gemäß § 552a ZPO durch einstimmigen Beschluss zurückzuweisen.

Gründe

1 1. Ein Grund für die Zulassung der Revision liegt nicht (mehr) vor. Das Berufungsgericht hat die Revision wegen Divergenz zugelassen, weil es die Frage, ob ein Mieterhöhungsverlangen in Schriftform abgefasst sein muss, wenn der Mietvertrag eine Schriftformklausel für Vertragsänderungen enthält, anders beantwortet hat als eine andere Kammer des Landgerichts Frankfurt am Main. Diese Rechtsfrage ist - nach Erlass des Berufungsurteils - durch das Senatsurteil vom 10. November 2010 (VIII ZR 300/09, NJW 2011, 295 Rn. 14) in dem auch vom Berufungsgericht entschiedenen Sinne geklärt worden.

2 2. Die Revision hat auch keine Aussicht auf Erfolg. Das Berufungsgericht hat zutreffend entschieden, dass das Mieterhöhungsverlangen der Klägerin vom 24. April 2009 begründet war.

3 a) Das Berufungsgericht ist verfahrensfehlerfrei davon ausgegangen, dass der Beklagte das Mieterhöhungsverlangen der Klägerin vom 24. April 2009 einschließlich des beigefügten Typengutachtens des Sachverständigen S. vom 16. Januar 2008 erhalten hatte. Denn der Beklagte hat nicht den Erhalt des Mieterhöhungsverlangens in Abrede gestellt, sondern (lediglich) geltend gemacht, dass er das Mieterhöhungsverlangen mit einem Widerspruch gegen die Mieterhöhung zurückgesandt habe und deshalb ohne Akteneinsicht nicht sagen könne, ob es sich bei dem Gutachten um das nunmehr im Gerichtsverfahren vorgelegte, seinem Prozessbevollmächtigten aus anderen Verfahren bekannte Typengutachten vom 16. Januar 2008 gehandelt und ob das Mieterhöhungsverlangen vom 24. April 2009 datiert habe. Die Möglichkeit, dass dem Mieterhöhungsverlangen ein anderes Gutachten als das von der Klägerin speziell für die Mieterhöhungen der Wohnungen im U. weg in B. H., zu denen auch die Wohnung des Beklagten gehört, erstellte Typengutachten beigefügt war, war angesichts der Gesamtumstände nicht in Betracht zu ziehen. Soweit die Revision auf das nicht von der Klägerin, sondern von der A. GmbH verfasste Erinnerungsschreiben vom 16. Juni 2009 verweist, führt auch das zu keiner anderen Beurteilung, denn dieses Schreiben ist ausdrücklich im Namen der Klägerin verfasst und nimmt auf das Mieterhöhungsverlangen vom 24. April 2009 Bezug.

4 b) Die Beurteilung des Berufungsgerichts, dass das vorgelegte Typengutachten zur Begründung des Mieterhöhungsverlangens der Klägerin vom 24. April 2009 gemäß § 558a Abs. 2 Nr. 2 BGB ausreichte, steht im Einklang mit der Rechtsprechung des Senats (vgl. Senatsurteil vom 19. Mai 2010 - VIII ZR 122/09, NZM 2010, 576).

5 c) Jedenfalls im Ergebnis zutreffend hat das Berufungsgericht auch angenommen, dass das Mieterhöhungsverlangen der Klägerin (materiell) begründet war. Denn der Beklagte hat die Behauptung der Klägerin, dass sich die von ihr begehrte Miete von 6,78 € je qm im Rahmen der ortsüblichen Vergleichsmiete hielt, nicht bestritten, sondern ausschließlich geltend gemacht, dass ihr Mieterhöhungsverlangen aus formellen Gründen unwirksam sei, weil das zur Begründung beigefügte Typengutachten den Anforderungen des § 558a Abs. 2 Nr. 2 BGB nicht genüge. Auf das vom Berufungsgericht im Zusammenhang mit der ortsüblichen Vergleichsmiete erwähnte (in einem anderen Verfahren eingeholte) Gutachten kam es deshalb nicht an, so dass es auch nicht entscheidungserheblich ist, ob dieses Gutachten dem Beklagten zur Verfügung gestellt und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme dazu gegeben worden ist.

6 3. Es besteht Gelegenheit zur Stellungnahme binnen drei Wochen ab Zustellung dieses Beschlusses.

Ball Dr. Frellesen Dr. Milger

Dr. Fetzer Dr. Bünger

Hinweis:

Das Revisionsverfahren ist durch Revisionsrücknahme erledigt worden.

Parole chiave

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Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the revision should be rejected under Section 552a ZPO

Decisione estratta

No reason for leave to appeal remained and the revision had no prospect of success; however, the proceedings ended by withdrawal of the revision.

Motivazione estratta

The legal question had already been clarified by later Federal Court case law, and the lower court correctly held the rent-increase request to be sufficiently substantiated.

Questione giuridica chiave

Whether a rent-increase request may be substantiated with a type expert report under Section 558a(2) no. 2 BGB

Decisione estratta

Yes. The attached type expert report was sufficient to substantiate the request.

Motivazione estratta

This accords with the court's earlier case law; the tenant's objections concerned only formal validity and did not undermine the substantiation.

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