Micro-Wave-Scan: distinctiveness after narrowing goods

BPatG 27 W (pat) 286/09Tribunale federale dei brevetti / Division 2719 ott 2010Partially Granted

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The applicant sought registration of the word mark 'Micro-Wave-Scan' for class 9 goods. The trade mark office had refused the application for lack of distinctiveness. On appeal, the applicant narrowed the goods specification so that microwaves were excluded from measurement and data transmission. The Federal Patent Court held that, in this restricted form, the sign was neither devoid of distinctiveness nor subject to an absolute need for free use, and it annulled both refusal decisions. However, it declined to order reimbursement of the appeal fee.

Massima Omnilex

§ 8 Abs. 2 Nr. 1 and Nr. 2 MarkenG; distinctiveness and need to keep a sign free must be assessed in relation to the goods and services actually applied for. Descriptive elements in isolation do not preclude registration if the composite sign, after a relevant limitation of the specification, no longer conveys an immediately descriptive meaning for the remaining goods (consid. 10, 13). A refusal under § 8 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG requires a sufficiently concrete present or foreseeable descriptive use in trade; a merely remote reference is insufficient. Where the trade mark office was not bound to adopt non-binding limitation proposals and was not required ex officio to formulate or implement restrictions, fee reimbursement is not warranted (consid. 15).

Testo completo

BPatG — 27 W (pat) 286/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-10-19

Aktenzeichen: 27 W (pat) 286/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 8 Abs 2 Nr 1 MarkenG, § 8 Abs 2 Nr 2 MarkenG

Spruchkörper: 27. Senat

Titelzeile

Markenbeschwerdeverfahren – "Micro-Wave-Scan" – Unterscheidungskraft – kein Freihaltungsbedürfnis

Tenor

In der Beschwerdesache

betreffend die Markenanmeldung 303 33 296.4

hat der 27. Senat (Marken-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts am 19. Oktober 2010 durch Vorsitzenden Richter Dr. Albrecht, Richter Kruppa und Richterin am LG Werner

beschlossen:

Die Beschlüsse der Markenstelle für Klasse 9 des Deutschen Patent- und Markenamts vom 11. April 2005 und vom 22. September 2009 werden aufgehoben.

Gründe

I.

1 Die Markenstelle hat die Anmeldung der Wortmarke

2 Micro-Wave-Scan

3 mit Beschlüssen vom 11. April 2005 und vom 22. September 2009 wegen fehlender Unterscheidungskraft gemäß § 37 Abs. 1 Nr. 1, § 8 Abs. 2 Nr. 1 MarkenG zurückgewiesen. Dies ist damit begründet, sie sei zur Beschränkung des Warenverzeichnisses von sich aus nicht befugt. Micro-Wave stehe für Mikrowelle.

4 Die Anmelderin hat dagegen Beschwerde eingelegt und diese damit begründet, der Anmelderin gehe es nicht um Geräte im Zusammenhang mit Mikrowellen.

5 Sie hat folgendes neue Warenverzeichnis vorgelegt:

6 Messapparate und -instrumente, nämlich Reflektometer, Farb- und Glanzmessgeräte, jeweils zur Messung von Oberflächeneigenschaften ohne den Einsatz von Mikrowellen, sowie deren Teile und Zubehör für die vorgenannten Waren, nämlich Kalibrierstandards; Datenverarbeitungsgeräte und Computer sowie deren Teile und Zubehör dafür, nämlich Schnittstellengeräte für die Übertragung ohne den Einsatz von Mikrowellen von Reflektometern, Farb- und Glanzmessgeräten, jeweils zur Messung von Oberflächeneigenschaften auf externe Computer und Computerprogramme (soweit in Klasse 9 enthalten) zur Auswertung, Übertragung, Speicherung und Aufbereitung der Messdaten sowie zur Darstellung der Ergebnisse.

7 Sie beantragt sinngemäß,

8 die Beschlüsse der Markenstelle aufzuheben.

II.

9 Die Beschwerde ist zulässig und hat in der Sache nach Beschränkung des Warenverzeichnisses auch Erfolg; einer Registrierung der angemeldeten Marke steht nunmehr weder ein Freihaltungsbedürfnis noch fehlende Unterscheidungskraft entgegen.

10 Unterscheidungskraft im Sinn des § 8 Abs. 2 Nr. 1 MarkenG ist die einer Marke innewohnende (konkrete) Eignung, die Waren oder Dienstleistungen, für welche die Eintragung beantragt wird, als von einem bestimmten Unternehmen stammend zu kennzeichnen und diese Waren oder Dienstleistungen von denjenigen anderer Unternehmen zu unterscheiden. Die Unterscheidungskraft ist dabei u. a. im Hinblick auf die angemeldeten Waren zu beurteilen. Marken besitzen keine Unterscheidungskraft, wenn ihnen die angesprochenen Verkehrskreise für die fraglichen Waren lediglich einen im Vordergrund stehenden beschreibenden Begriffsinhalt zuordnen oder wenn sie aus gebräuchlichen Wörtern der deutschen Sprache oder einer geläufigen Fremdsprache bestehen, die stets nur als solche und nicht als Unterscheidungsmittel verstanden werden. Dies betrifft vorliegend die Zeichenbestandteile „Micro“, „Wave“ und „Scan“, nicht aber die Kombination „Micro-Wave-Scan“, nachdem die Anmelderin das Warenverzeichnis so beschränkt hat, dass Mikrowellen weder gemessen werden noch bei der Messung oder Datenübertragung zum Einsatz kommen.

11 Soweit die Anmelderin rügt, die Markenstelle habe ihr Angebot zu solchen Einschränkungen ihren Entscheidungen nicht zu Grunde gelegt, ist festzuhalten, dass die dabei unverbindlich vorgeschlagenen Formulierungen noch nicht so weit gingen.

12 Bei Micro-Wave-Scan handelt es sich auch nicht um eine Bezeichnung, die von den angesprochenen Kreisen - etwa wegen einer entsprechenden allgemeinen Verwendung - im Zusammenhang mit Oberflächenmessungen stets nur als solche und nicht als Unterscheidungsmittel verstanden wird (vgl. BGH GRUR 2001, 1153, 1154 - antiKALK; BGH WRP 2001, 1082, 1083 - marktfrisch).

13 Die angemeldete Marke unterliegt auch keinem Freihaltebedürfnis im Sinne des § 8 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG, weil es nach Einschränkung des Warenverzeichnisses nicht nahe liegt, dass Micro-Wave-Scan in entscheidungserheblichem Umfang eine Merkmalsbezeichnung für Oberflächenmesstechniken ist.

14 § 8 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG verbietet es aber nur, Zeichen als Marken einzutragen, die ausschließlich aus Teilen bestehen, welche zur Bezeichnung der Art, der Beschaffenheit, der Menge, der Bestimmung, des Wertes, der geographischen Herkunft, der Zeit der Herstellung der Waren oder zur Bezeichnung sonstiger Merkmale der Waren dienen können.

15 Zu einer Erstattung der Beschwerdegebühr (§ 71 Abs. 3 MarkenG) besteht kein Anlass, da die Markenstelle keine verbindliche und ausreichende Beschränkung des Warenverzeichnisses berücksichtigen hätte müssen. Auch war sie nicht gehalten, von sich aus Beschränkungen vorzuschlagen, und gehindert, solche selbstständig vorzunehmen, da es nicht ausgereicht hätte, einzelne Waren zu streichen.

Parole chiave

trade mark distinctivenessdescriptive signfree keeping requirementgoods specificationappeal feesurface measurement

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the word mark 'Micro-Wave-Scan' lacks distinctiveness for the narrowed class 9 goods

Decisione estratta

After the restriction of the goods, the mark is sufficiently distinctive because the individual elements are descriptive only in relation to microwave-related goods, which are no longer covered.

Motivazione estratta

Distinctiveness is assessed in light of the goods at issue. The components 'Micro', 'Wave' and 'Scan' are descriptive in isolation, but the composite no longer conveys an immediately descriptive meaning for the restricted goods, since microwaves are neither measured nor used in transmission or measurement.

Questione giuridica chiave

Whether the mark is subject to a need to keep the sign free for competitors

Decisione estratta

No. After the limitation of the goods, 'Micro-Wave-Scan' is not likely to be needed as a descriptor of surface measurement techniques to a relevant extent.

Motivazione estratta

A sign is barred only if it can serve to designate characteristics of the goods. Given the restricted goods specification, such a descriptive use is not sufficiently apparent.

Questione giuridica chiave

Whether the applicant is entitled to reimbursement of the appeal fee

Decisione estratta

No reimbursement is ordered.

Motivazione estratta

The trade mark office was not required to take account of a non-binding restriction proposal, was not obliged to suggest restrictions on its own initiative, and was not prevented from maintaining its refusal because merely deleting individual goods would not have sufficed.

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