Creditor bears burden of substantiation in plan approval challenge

BGH IX ZB 145/08Bgh / Civil Chamber 930 set 2010Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Court dismissed as inadmissible a creditor's legal complaint against the substitution of consent in insolvency plan proceedings. It held that no ground for admission under § 574(2) ZPO existed. The court further rejected alleged hearing violations and clarified that, in proceedings under § 309 InsO, the creditor bears the burden of making plausible the facts that would block substitution of consent, especially for additional assets not disclosed by the debtor's filed documents.

Massima Omnilex

§ 309 InsO; burden of substantiation in consent-substitution proceedings: A creditor opposing substitution of consent in a debt-adjustment plan must make plausible the facts that exclude approval replacement. For the plausibility assessment, a comparison based on the debtor's filed documents under § 305(1) nos. 1–4 InsO generally suffices; if the creditor relies on additional assets not apparent from those documents, the burden initially lies with the creditor to substantiate them. A complaint alleging a violation of the right to be heard must be raised before the appellate court if the alleged defect stems from omitted transmission of submissions. An incidental reference to a provision need not be expressly discussed in the reasons if it is irrelevant to the outcome (consid. 3–5).

Testo completo

BGH — IX ZB 145/08, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-09-30

Aktenzeichen: IX ZB 145/08

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 305 Abs 1 Nr 1 InsO, § 305 Abs 1 Nr 2 InsO, § 305 Abs 1 Nr 3 InsO, § 305 Abs 1 Nr 4 InsO, § 309 Abs 2 S 2 InsO

Vorinstanz: vorgehend LG Baden-Baden, 5. Mai 2008, Az: 2 T 37/08, Beschlussvorgehend AG Baden-Baden, 28. März 2008, Az: 11 IK 255/07

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Beschwerde eines Insolvenzgläubigers gegen die Zustimmungsersetzung im Schuldenbereinigungsplanverfahren: Verteilung der Glaubhaftmachungslast

Tenor

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 2. Zivilkammer des Landgerichts Baden-Baden vom 5. Mai 2008 wird auf Kosten der Gläubigerin als unzulässig verworfen.

Der Wert des Rechtsbeschwerdeverfahrens wird auf 5.000 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Rechtsbeschwerde ist statthaft (§§ 7, 6 Abs. 1, § 309 Abs. 2 Satz 3 InsO, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO), aber unzulässig. Weder hat die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung noch erfordert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts (§ 574 Abs. 2 ZPO).

2 1. Die von der Rechtsbeschwerde geltend gemachten Verfahrensgrundrechtsverletzungen liegen nicht vor.

3 Soweit gerügt wird, das Beschwerdegericht habe der Gläubigerin keine Gelegenheit zur Stellungnahme zu den erstinstanzlichen Schriftsätzen des Schuldners vom 29. November 2007 und vom 28. Januar 2008 gegeben, vermag dies keine Verfahrensgrundrechtsverletzung zu begründen. Der nunmehr vorgebrachte Umstand, das Amtsgericht habe die vorstehend angeführten Schriftsätze nicht der Gläubigerin zugeleitet, hätte vor dem Beschwerdegericht geltend gemacht werden müssen (vgl. BGH, Beschl. v. 6. Mai 2010 - IX ZB 225/09, ZInsO 2010, 1156, 1157). Im Übrigen ergab sich das Bestreiten des Bezuges von Einnahmen aus der Geschäftsführertätigkeit für S.L. und die Annahme der Unterhaltsbedürftigkeit der Ehefrau des Schuldners auch aus dem Beschluss des Insolvenzgerichts, so dass die Gläubigerin auch ohne Kenntnis von den beiden Schriftsätzen Anlass zu ergänzendem Vortrag und Glaubhaftmachung hatte.

4 Auch war das Beschwerdegericht unter dem Gesichtspunkt eines rechtsstaatlichen Verfahrens (vgl. BVerfG NJW 1996, 3202) nicht verpflichtet, den von der Beschwerdebegründung nur am Rande erwähnten § 850h Abs. 2 ZPO ausdrücklich in den Entscheidungsgründen anzusprechen.

5 2. Die von der Rechtsbeschwerde für grundsätzlich angesehene Frage nach der Glaubhaftmachung im Verfahren nach § 309 InsO ist geklärt. Es entspricht einhelliger Ansicht im Schrifttum, dass der Gläubiger die Gründe für Hindernisse, die einer Zustimmungsersetzung entgegenstehen, glaubhaft zu machen hat (MünchKomm-InsO/Ott/Vuia, 2. Aufl. § 309 Rn. 26; Uhlenbruck/Vallender, InsO 13. Aufl. § 309 Rn. 94; HK-InsO/Landfermann, 5. Aufl. § 309 Rn. 26; Graf-Schlicker/Sabel, InsO 2. Aufl. § 309 Rn. 33 f; Wenzel, in Kübler/Prütting/Bork, InsO § 309 Rn. 10). Behauptet ein Gläubiger, er werde durch den Schuldenbereinigungsplan schlechter gestellt, so wird es für die Glaubhaftmachung ausreichen, wenn der Gläubiger die erforderliche Vergleichsrechnung auf der Grundlage der Informationen aufstellt, die in den vom Schuldner eingereichten Unterlagen (§ 305 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 InsO) enthalten sind (HK-InsO/Landfermann, aaO). Hieraus folgt, dass er für zusätzliche Vermögenswerte, die sich nicht aus den angeführten Unterlagen ergeben, zunächst die Glaubhaftmachungslast trägt. Im Rahmen einzelfallbezogener tatrichterlicher Würdigung konnte das Beschwerdegericht davon ausgehen, dass ein glaubhafter Vortrag zu den pauschal geltend gemachten Mehrbezügen nicht dargetan wurde.

6 3. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 577 Abs. 6 Satz 3 ZPO abgesehen, weil sie nicht geeignet wäre, zur Klärung der Voraussetzungen beizutragen, unter denen eine Rechtsbeschwerde zulässig ist.

Ganter Gehrlein Vill

Lohmann Fischer

Parole chiave

insolvencydebt adjustment planconsent substitutionadmissibilityburden of substantiationright to be heardappellate reviewcreditor opposition

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the legal complaint against the Baden-Baden Regional Court's decision was admissible

Decisione estratta

The legal complaint was formally available, but none of the statutory reasons for admission existed; therefore it was inadmissible.

Motivazione estratta

No fundamental importance, no need to develop the law, and no need to secure uniform case law were shown under Section 574(2) ZPO.

Questione giuridica chiave

Whether the appellate court violated the creditor's right to be heard by not addressing certain submissions and § 850h(2) ZPO

Decisione estratta

No procedural constitutional violation occurred.

Motivazione estratta

The creditor had to raise the non-transmission issue before the appellate court; moreover, the contested facts were already apparent from the insolvency court's order. The court also was not required to expressly discuss § 850h(2) ZPO because it had only been mentioned incidentally.

Questione giuridica chiave

Who bears the burden of substantiating facts opposing substitution of consent under § 309 InsO

Decisione estratta

The creditor bears the burden of substantiating and making plausible the grounds that preclude substitution of consent.

Motivazione estratta

If a creditor alleges worse treatment under the debt-adjustment plan, plausibility can generally be shown by comparing distributions using the debtor's filed documents; for additional assets not evident from those documents, the creditor must first make them plausible.

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