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6 L 2150/20•Verwaltungsgericht Düsseldorf, 2020-11-26, 6 L 2150/20
6 L 2150/20Tribunale amministrativo26 nov 2020
1. Eine Muslima, die aus religiösen Gründen einen Niqab trägt, hat keinen Anspruch auf eine Ausnahme von dem am Steuer eines Kraftfahrzeugs geltenden Verhüllungsverbots (§ 23 Abs. 4 StVO).2. Das Verhüllungsverbot des § 23 Abs. 4 StVO ist mit der Religionsfreiheit nach Art. 4 GG vereinbar. Autos bieten einen Schutzraum in der Öffentlichkeit, der den Zweck, dem der Niqab dienen soll, weitgehend erfüllt. Außerdem lässt § 46 Abs. 2 StVO Ausnahmen in Härtefällen zu.3. Eine Vollverschleierung gefährdet die Verkehrssicherheit, weil Verkehrszuwiderhandlungen nicht mehr wirksam verfolgt werden können, weil er die Rundumsicht beeinträchtigen kann und die mimische Verständigung im Straßenverkehr einschränkt. 4. Zuständig für die Erteilung einer Ausnahme nach § 46 Abs. 2 StVO ist die Landesbehörde und nicht das Bundesverkehrsministerium, auch wenn die Ausnahme bundesweit gelten soll.
Entscheidungsdatum: 2020-11-26
Aktenzeichen: 6 L 2150/20
ECLI: ECLI:DE:VGD:2020:1126.6L2150.20.00
Dokumenttyp: Beschluss
Spruchkörper: 6. Kammer
Normen: Art. 4 GG; § 23 Abs. 4 S. 1 StVO; § 46 Abs. 2 StVO; § 31a StVZO; § 114 VwGO
Der Antrag wird auf Kosten der Antragstellerin abgelehnt.
Der Streitwert wird auf 1.250,- Euro festgesetzt.
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