Arbeitsgericht Düsseldorf, 2008-10-07, 10 BV 73/08

10 BV 73/08Tribunale del lavoro7 ott 2008

Regest

1. Das Betriebsverfassungsgesetz enthält keine eindeutige und abschließende Regelung, ob und durch wen sich der Arbeitgeber bei der Wahrnehmung betriebsverfassungsrechtlicher Aufgaben gegenüber dem Betriebsrat vertreten lassen darf. Die Zulässigkeit rechtsgeschäftlicher Stellvertretung des Arbeitgebers gegenüber dem Betriebsrat ist vielmehr maßgeblich nach Art und Funktion des in Frage stehenden Beteiligungsrechts zu beurteilen (im Anschluss an BAG 11.12.1991, 7 ABR 16/91, zitiert nach Juris). 2. Aus einem Verstoß gegen § 119 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG (Behinderung/Störung der Betriebsratstätigkeit) folgt keine allgemeine Unterlassungspflicht des Arbeitgebers, den Urheber der Äußerung zukünftig in allen Angelegenheiten des Betriebsverfassungsrechts nicht mehr als Ansprechpartner zu benennen. 3. Der Hinweis des Arbeitgebers auf die Kosten der Betriebsratstätigkeit kann eine Behinderung der Betriebsratstätigkeit darstellen, wenn nicht erkennbar wird, dass es sich um für die Betriebsratstätigkeit erforderliche und verhältnismäßige Kosten handelt (im Anschluss an BAG 12.11.1997, 7 ABR 14/97, BB 1998, 1006).

Testo completo

Arbeitsgericht Düsseldorf — 10 BV 73/08 — Beschluss

Entscheidungsdatum: 2008-10-07

Aktenzeichen: 10 BV 73/08

ECLI: ECLI:DE:ARBGD:2008:1007.10BV73.08.00

Dokumenttyp: Beschluss

Spruchkörper: 10. Kammer

Leitsätze

  1. Das Betriebsverfassungsgesetz enthält keine eindeutige und abschließende Regelung, ob und durch wen sich der Arbeitgeber bei der Wahrnehmung betriebsverfassungsrechtlicher Aufgaben gegenüber dem Betriebsrat vertreten lassen darf. Die Zulässigkeit rechtsgeschäftlicher Stellvertretung des Arbeitgebers gegenüber dem Betriebsrat ist vielmehr maßgeblich nach Art und Funktion des in Frage stehenden Beteiligungsrechts zu beurteilen (im Anschluss an BAG 11.12.1991, 7 ABR 16/91, zitiert nach Juris).

  2. Aus einem Verstoß gegen § 119 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG (Behinderung/Störung der Betriebsratstätigkeit) folgt keine allgemeine Unterlassungspflicht des Arbeitgebers, den Urheber der Äußerung zukünftig in allen Angelegenheiten des Betriebsverfassungsrechts nicht mehr als Ansprechpartner zu benennen.

  3. Der Hinweis des Arbeitgebers auf die Kosten der Betriebsratstätigkeit kann eine Behinderung der Betriebsratstätigkeit darstellen, wenn nicht erkennbar wird, dass es sich um für die Betriebsratstätigkeit erforderliche und verhältnismäßige Kosten handelt (im Anschluss an BAG 12.11.1997, 7 ABR 14/97, BB 1998, 1006).

Tenor

Der Antrag wird zurückgewiesen.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.