Advice-assistance fees for claims by different creditors

52 II 3423/05Tribunale di primo grado8 gen 2007Diritto civileRespinto

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The district auditor at Bochum Regional Court challenged a Bochum Local Court order granting advice assistance retrospectively and determining the associated remuneration. The court held the challenge to the grant inadmissible: the amendment to § 24a RPflG excludes the otherwise asserted remedy for advice-assistance matters. The challenge to the fee determination was admissible but unfounded. Although the applicants sought advice about claims arising from one incident, the claims involved different creditors and therefore constituted separate matters. Common advice, similar claims, or possible joinder in one action did not alter their individual character. The reminder was dismissed, and extrajudicial expenses were not reimbursed.

Massima Omnilex

§§ 24a, 11 Abs. 1 RPflG; § 6 Abs. 2 BerHG; § 56 RVG; remedy against the grant of advice assistance and definition of a matter for fee assessment. The statutory exclusion of § 11 Abs. 1 RPflG for advice assistance means that a challenge to its grant is unavailable under the ordinary remedy provision; the absence of a remedy does not create an immediate appeal. In fee assessment proceedings, the number of matters is also determined. Claims attributable to one event remain separate matters where different injured parties assert individual claims against the same alleged tortfeasor. Similarity of claims, common consultation, a single communication, or the procedural possibility of joinder does not convert individual claims into one matter.

Testo completo

Amtsgericht Bochum — 52 II 3423/05 — Beschluss

Entscheidungsdatum: 2007-01-08

Aktenzeichen: 52 II 3423/05

ECLI: ECLI:DE:AGBO:2007:0108.52II3423.05.00

Dokumenttyp: Beschluss

Spruchkörper: 52. Abteilung des Amtsgerichts

Normen: §§ 24 RPflG, 11 Abs. 1 RPflG, § 6 Abs. 2 BerHG, § 56 RVG

Tenor

hat das Amtsgericht Bochum durch den Richter am Amtsgericht am 8.1.2007

b e s c h l o s s e n:

Die Erinnerung des Bezirksrevisors beim LG Bochum vom 17.2.2006 gegen den Be-schluss der Rechtspflegerin des Amtsgerichts Bochum vom 16.1.2006 wird zurück-gewiesen.

Außergerichtliche Auslagen werden nicht erstattet.

Gründe:

Soweit sich der Bezirksrevisor mit seiner Erinnerung gegen die (nachträgliche) Bewil-ligung von Beratungshilfe durch den Beschluss vom 16.1.2006 wendet, ist die Erin-nerung bereits unzulässig.

Aus der Neufassung des § 24a RPflG zum 1.10.1998, der für die Beratungshilfe die Anwendung des § 11 I S. 1 RPflG ausschließt, ergibt sich, dass der Gesetzgeber für diesen Fall einen Rechtsbehelf nunmehr ausschließt, es also bei § 6 II BerHG bleibt und in diesem Fall nicht mangels eines Rechtsmittels die sofortige Beschwerde ge-geben ist. Der frühere Streit ist durch die Neufassung des Gesetzes als erledigt an-zusehen (vgl. Kalthoener/Büttner/Wrobel-Sachs, PKH und BerH, 4. Aufl. 2005, Rdnr. 993 m.w.N..; ablehnend auch schon zum alten Recht: Schoreit/ Dehn, 8. Aufl. 2004, Rdnr. 7 zu § 6 BerHG m.w.N.).

Soweit sich der Bezirksrevisor mit seiner Erinnerung gegen die Festsetzung der Ver-gütung durch den Beschluss vom 16.1.2006 wendet, ist die Erinnerung gem. § 56 RVG zwar zulässig, jedoch unbegründet.

Auch im Festsetzungsverfahren ist über die Zahl der Angelegenheiten zu entschei-den (vgl. Kalthoener/Büttner/Wrobel-Sachs, PKH und BerH, 4. Aufl. 2005, Rdnr. 1038).

Hier liegen jedoch mehrere Angelegenheiten auch im Verhältnis zum Verfahrensge-genstand des Verfahrens 52 II 1888/05 vor. Die Antragsteller begehren in jedem die-ser Verfahren zwar Beratungshilfe für Schadensersatzansprüchen aus demselben Vorfall vom 9.7.2003, jedoch begehren sie Beratungshilfe für eine Inanspruchnahme durch verschiedene Gläubiger. Für den hier vorliegenden Bereich der unerlaubten Handlungen ist anerkannt, dass Ansprüche verschiedener Verletzter gegen einen Schädiger nicht als eine Angelegenheit anzusehen sind, da jeder Verletzte individu-elle Ansprüche hat, mögen sie im Einzelfall auch ähnlich sein (so auch Kalthoe-ner/Büttner/Wrobel-Sachs, PKH und BerH, 4. Aufl. 2005, Rdnr. 1030). Im Falle der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen kommt es nicht darauf an, dass eine gemeinsame Beratung stattfindet und nur ein Schreiben an den Schädiger ab-gesandt wird (Kalthoener/Büttner/Wrobel-Sachs, PKH und BerH, 4. Aufl. 2005, Rdnr. 1030 m.w.N). Gleiches muss hier geltend, wenn eine Verteidigung gegenüber An-sprüchen verschiedener Geschädigter erfolgt, selbst wenn dies nur durch sog. Se-rienbriefe erfolgen sollte. Auch entsteht „eine“ Angelegenheit nicht dadurch, dass die Ansprüche im Wege der Klagehäufung in einem Verfahren geltend gemacht werden können, denn dieser prozessuale Vorteil ändert nichts an den individuellen Ansprü-chen (so auch Kalthoener/Büttner/Wrobel-Sachs, PKH und BerH, 4. Aufl. 2005, Rdnr. 1030).

Parole chiave

advice assistanceremediesattorney remunerationseparate mattersindividual claimsjoinder of claims

The challenge to the grant was inadmissible because the statutory amendment excluded a remedy in this situation.

Section 24a RPflG, effective from 1 October 1998, excludes application of § 11(1) RPflG to advice assistance; § 6(2) BerHG therefore governs, and no immediate appeal is available merely because no other remedy exists.

The fee determination was correct: claims asserted by or against different injured parties constitute separate matters even when they arise from the same incident.

Each injured party has individual claims. A common consultation, a single letter, serial letters, or the possibility of joining claims in one lawsuit does not merge those individual claims into one matter.

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