Arrest for condominium fee claims against a debtor in insolvency

26 C 27/08Tribunale di primo grado14 lug 2008Esecuzione e fallimentoParzialmente accolto

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The homeowners’ association sought a real-property arrest to secure €4,214.43 in overdue condominium charges, with specified interest, against the respondent’s purchase-price claim arising from a sale to Frau M. The Kerpen District Court granted the arrest and ordered garnishment of the alleged purchase-price claim up to the secured amount. It denied the remainder of the application, permitted suspension of enforcement by depositing €5,500 or providing specified bank security, and allocated 30% of the costs to the applicant and 70% to the respondent. The court emphasized the statutory priority given to overdue condominium contributions and the association’s practical inability to pursue ordinary remedies following insolvency.

Massima Omnilex

§ 10 Abs. 1 ZVG; §§ 16, 28 WEG; §§ 240, 916 ff. ZPO; exceptional ground for arrest securing overdue condominium contributions. The legislative decision to accord claims for condominium contributions a privileged rank in compulsory auction proceedings must be respected when determining whether an arrest ground exists. An exceptional arrest ground may therefore be assumed where effective realization of that statutory priority is otherwise at risk. This applies with particular force after insolvency proceedings have been opened against the condominium owner: under § 240 ZPO, the owners’ association will generally be unable to obtain a title against the owner, and it will ordinarily neither be able to initiate foreclosure nor join an existing foreclosure proceeding. The provisional remedy can accordingly secure the association’s access to assets or claims that may permit satisfaction of its privileged contribution claims.

Testo completo

Amtsgericht Kerpen — 26 C 27/08 — Urteil

Entscheidungsdatum: 2008-07-14

Aktenzeichen: 26 C 27/08

ECLI: ECLI:DE:AGBM3:2008:0714.26C27.08.00

Dokumenttyp: Urteil

Spruchkörper: Abteilung 26

Normen: ZVG § 10; WEG §§ 16, 28; ZPO §§ 240, 916 ff.:

Leitsätze

  1. Es ist davon auszugehen, da der Gesetzgeber durch die Neuregelung der Rangfolge in § 10 Abs. 1 ZVG (vgl. dort die Nr. 2) die Gläubiger bezüglich fälliger Ansprüche auf Zahlung der Beiträge gemäß § 16 Abs. 2, § 28 Abs. 2 und 5 WEG hat privilegieren wollen.

  2. Diese Entscheidung des Gesetzgebers ist auch bei der Frage, ob ausnahmsweise ein

Arrestgrund angenommen werden kann, zu repektieren. Dies ist erst Recht dann der Fall, wenn über das Vermögen des Schuldners (und Wohnungseigentümer) ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Denn in diesen Fällen kann die Wohnungseigentümergemeinschaft wegen § 240 ZPO regelmäßig keinen Titel mehr gegen den Wohnungseigentümer erstreiten. Die Gemeinschaft ist regelmäßig auch nicht in der Lage, selbst ein Zwangsversteigerungsverfahren einzuleiten oder sich einem solchen anzuschließen.

Tenor

Wegen Wohngeldforderungen der Antragstellerin als Vertreterin der Wohnungseigentümergemeinschaft T-Straße, ####1 G, in Höhe von 4.214,43 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz aus 1.572,43 € seit dem 21.10.2007, aus weiteren 2.040 € seit dem 2.1.2008, aus jeweils weiteren 150 € seit dem 2.1., 2.2., 2.3. und 2.4.2008 wird der dingliche Arrest in die Kaufpreisforderung des Beklagten wegen des Verkaufs seines Miteigentumsanteils (von 15/1.000stel Miteigentumsanteilen an dem Grundstück Gemarkung G2, Flur X, Flurstück 314/44, Gebäude- und Freifläche, Wohnen, T-Straße, groß: 66,35 ar, verbunden mit dem Sondereigentum an der Wohnung Haus 1 im Erdgeschoss und dem Kellerraum, im Aufteilungsplan jeweils mit der Nr. 1 bezeichnet) gegen Frau M, T-Straße, ####1 G angeordnet.

Im übrigen wird der Antrag zurückgewiesen.

Durch Hinterlegung eines Geldbetrages in Höhe von 5.500 € wir die Vollziehung des Arrestbefehls gehemmt. Als Sicherheit genügt dabei eine selbstschuldnerische, unwiderrufliche Bürgschaft einer deutschen Großbank, einer öffentlich-rechtlichen Sparkasse oder einer sonstigen, als Zoll- oder Steuerbürge zugelassenen beziehungsweise dem Einlagensicherungsfonds angeschlossenen Bank.

Von den Kosten des Rechtsstreits trägt die Klägerin 30 %, der Beklagte 70 %.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

In Vollziehung des Arrestes wird gepfändet die angebliche Forderung des Antragsgegners auf Kaufpreiszahlung gegen Frau M, T-Straße, ####1 G, bis zur Höhe der unter Ziffer 1 bezeichneten Forderung; der Kaufpreis wird vom Antragsgegner beansprucht für die Veräußerung von 15/1.000stel Miteigentumsanteilen an dem Grundstück Gemarkung G2, Flur X, Flurstück ###, Gebäude- und Freifläche, Wohnen, T-Straße, groß: 66,35 ar, verbunden mit dem Sondereigentum an der Wohnung Haus 1 im Erdgeschoss und dem Kellerraum, im Aufteilungsplan jeweils mit der Nr. 1 bezeichnet. Der Antragsgegner hat sich jeder Verfügung über die Kaufpreisforderung zu enthalten. Der Drittschuldner darf an den Antragsgegner nicht mehr leisten.

Parole chiave

condominium feesarrestinsolvencyforeclosure prioritygarnishment

An arrest ground may exceptionally be recognized to protect privileged condominium-fee claims, particularly where insolvency prevents the association from obtaining a judgment or participating in foreclosure proceedings.

The legislature intended to privilege overdue condominium contributions in the ranking under § 10 ZVG. That policy must also be respected when assessing an exceptional ground for arrest; insolvency makes effective pursuit of a title and foreclosure participation especially difficult.

The arrest was granted for €4,214.43 plus the specified interest, while the remainder of the application was denied.

The applicant bears 30% and the respondent 70% of the costs.

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