OLG Stuttgart 10. Zivilsenat, 2026-03-03, 10 U 88/25

10 U 88/25Tribunale superiore / Civil Chamber 103 mar 2026

Regest

1. Werden bei beabsichtigter schriftlicher Auftragserteilung aus Gründen der Eilbedürftigkeit oder wegen des Beschleunigungsinteresses des Auftraggebers bereits vorab Planungsleistungen erbracht, ist daraus nicht zwingend auf einen mündlichen Vertragsschluss zu schließen mit der Folge, dass die spätere schriftliche Honorarvereinbarung unverbindlich wäre (Anschluss an BGH, Urteil vom 17. April 2009 – VII ZR 164/07 = NZBau 2009, 450 Rn. 27; BGH, Urteil vom 16. Dezember 2004 – VII ZR 16/03 = NZBau 2005, 285 Rn. 37).(Rn.34) 2. Soweit die Parteien im Rahmen des ihnen durch die HOAI eröffneten Beurteilungsspielraums eine vertretbare Festlegung der Honorarzone vereinbart haben, ist dies vom Gericht zu berücksichtigen, auch wenn bei objektiver Bewertung nicht die von den Parteien vereinbarte Honorarzone, sondern eine höhere einschlägig wäre (Anschluss an BGH, Urteil vom 24. April 2014 - VII ZR 164/13 = ZfBR 2014, 474; BGH, Urteil vom 13. November 2003 – VII ZR 362/02 = NZBau 2004, 159).(Rn.37) (Rn.42) 3. Vertretbar ist im Fall einer notwendigen Feinbewertung nach § 35 Abs. 4 und 6 HOAI 2013 die Vereinbarung einer Honorarzone durch die Parteien, die mindestens von einer in Baurechtskreisen anerkannten Bewertungsmethode oder -tabelle bei deren richtiger Anwendung gedeckt ist.(Rn.62)

Testo completo

OLG Stuttgart 10. Zivilsenat — 10 U 88/25 — Urteil

Entscheidungsdatum: 2026-03-03

Aktenzeichen: 10 U 88/25

ECLI: ECLI:DE:OLGSTUT:2026:0303.10U88.25.00

Dokumenttyp: Urteil

Normen: § 154 Abs 2 BGB, § 631 Abs 1 BGB, § 6 Abs 1 HOAI 2013, § 7 Abs 1 HOAI 2013, § 7 Abs 5 HOAI 2013 ... mehr

Leitsatz

  1. Werden bei beabsichtigter schriftlicher Auftragserteilung aus Gründen der Eilbedürftigkeit oder wegen des Beschleunigungsinteresses des Auftraggebers bereits vorab Planungsleistungen erbracht, ist daraus nicht zwingend auf einen mündlichen Vertragsschluss zu schließen mit der Folge, dass die spätere schriftliche Honorarvereinbarung unverbindlich wäre (Anschluss an BGH, Urteil vom 17. April 2009 – VII ZR 164/07 = NZBau 2009, 450 Rn. 27; BGH, Urteil vom 16. Dezember 2004 – VII ZR 16/03 = NZBau 2005, 285 Rn. 37).(Rn.34)

  2. Soweit die Parteien im Rahmen des ihnen durch die HOAI eröffneten Beurteilungsspielraums eine vertretbare Festlegung der Honorarzone vereinbart haben, ist dies vom Gericht zu berücksichtigen, auch wenn bei objektiver Bewertung nicht die von den Parteien vereinbarte Honorarzone, sondern eine höhere einschlägig wäre (Anschluss an BGH, Urteil vom 24. April 2014 - VII ZR 164/13 = ZfBR 2014, 474; BGH, Urteil vom 13. November 2003 – VII ZR 362/02 = NZBau 2004, 159).(Rn.37) (Rn.42)

  3. Vertretbar ist im Fall einer notwendigen Feinbewertung nach § 35 Abs. 4 und 6 HOAI 2013 die Vereinbarung einer Honorarzone durch die Parteien, die mindestens von einer in Baurechtskreisen anerkannten Bewertungsmethode oder -tabelle bei deren richtiger Anwendung gedeckt ist.(Rn.62)

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