Challenge to neutrality of medical experts dismissed

IV.2013.00764Tribunale delle assicurazioni sociali / 4a camera14 nov 2013Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The insured person challenged an IV office order that upheld a medical assessment by MEDAS Y. and two newly designated experts, arguing that their proximity to a previously involved assessment center and their practice-community ties with former experts created bias. The Social Insurance Court of Zurich held that such circumstances did not establish an objective appearance of partiality, especially because no coordination or improper adoption of prior views was shown and the previous experts were themselves not disqualified. The complaint was therefore dismissed. The proceedings were free of charge.

Massima Omnilex

Art. 52 Abs. 1, 56 Abs. 1, 44 and 36 Abs. 1 ATSG; challenge to experts on grounds of bias: a procedural order maintaining an expert examination is appealable insofar as formal objections to experts are raised. Bias is not established by geographic proximity alone, nor by the mere fact that the newly appointed experts work in a practice community with former experts. An objective appearance of partiality requires concrete indications of personal interest, dependence, coordination, or other circumstances capable of creating justified doubts as to impartiality; the mere possibility of a critical engagement with earlier reports does not suffice (consid. 2).

Testo completo

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

IV.2013.00764

IV. Kammer

Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna

Sozialversicherungsrichter Vogel

Gerichtsschreiberin Onyetube

Urteilvom14. November 2013

in Sachen

X.___

Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Thomas Brender

Herzer Rechtsanwälte

Bahnhofstrasse 61, Postfach 2392, 8022 Zürich

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle

Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich

Beschwerdegegnerin

Nach Einsicht

in die Beschwerde vom 9. September 2013 (Urk. 1) gegen die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 4. Juli 2013, worin diese trotz Einwendungen des Beschwerdeführers an der Begutachtung durch die MEDAS Y.___ und insbesondere durch die Dres. Z.___, Facharzt FMH für Neurologie, sowie A.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, festhielt (Urk. 2), sowie in die weiteren Verfahrensakten;

in Erwägung,

dass gegen die verfahrensleitende Verfügung der Beschwerdegegnerin (Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) die Beschwerde an das Sozialversicherungsgericht zulässig ist (Art. 56 Abs. 1 ATSG), soweit darin Einwendungen formeller Natur gegen Sachverständige geltend gemacht werden (BGE 132 V 93 E. 6.5),

dass zu den formellen Einwendungen gegen die Person eines Gutachters (vgl. Art. 44 Satz 2 ATSG) im Wesentlichen die Ausstandsgründe gemäss Art. 36 Abs. 1 ATSG, (u.a. ein persönliches Interesse in der Sache, enge verwandtschaftliche oder freundschaftliche Verbundenheit mit einer Partei oder Befangenheit in der Sache aus anderen Gründen) zählen (Urteil des Bundesgerichts 9C_500/2009 vom 24. Juni 2009 E. 1 mit Hinweisen),

dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbringt, die durch das Zufallsprinzip ermittelte Gutachterstelle Y.___ sei in unmittelbarer geografischer Nähe zur mit der Sache vorbefassten Gutachterstelle B.___ und die neu bestimmten Gutachter Dres. Z.___ sowie A.___ arbeiteten zudem je in Praxisgemeinschaft mit den in der Sache vorbefassten Gutachtern Dres. C.___, Facharzt FMH für Neurologie, und D.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,

dass dem mit der Beschwerdegegnerin entgegenzuhalten ist, dass geografische Nähe an sich noch keine Befangenheit zu begründen vermag,

dass zwar mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass Dr. C.___ mit Dr. Z.___ und Dr. D.___ mit Dr. A.___ je in Praxisgemeinschaft tätig sind, jedoch nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die blosse Möglichkeit, dass ein Experte fachlich veranlasst sein könnte, sich mit früheren Gutachten von Kollegen oder Vorgesetzten allenfalls auch kritisch auseinander zu setzen, noch keinen objektiven Anschein der Befangenheit begründet (Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2007 vom 5. Mai 2008 E. 4.2 mit Hinweis),

dass eine implizite Übernahme der subjektiven Meinung der Praxiskollegen oder gar eine Absprache zwischen den beiden Neurologen bzw. den beiden Psychiatern in keiner Art und Weise erstellt ist, zumal die erneute Begutachtung insbesondere auch zur Frage der Diskrepanz zwischen dem Gutachten des B.___ und dem Abklärungsbericht des E.___ erfolgt (Urk. 8/99/3),

dass eine Befangenheit der Praxiskollegen insbesondere auch nicht aus einer Befangenheit der früheren Gutachter abgeleitet werden kann, lagen doch gegen die letzteren keine Befangenheitsgründe vor,

dass das Bundesgericht im Urteil 9C_737/2011 vom 16. Oktober 2012 die Sache an die IV-Stelle zu erneuter Abklärung im Sinne einer Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhalts durch Einholung einer ergänzenden ärztlichen Stellungnahme des B.___ unter Beilage des Berichts der Abklärungsstelle E.___ zurückgewiesen hat (Urk. 8/93/6),

dass das Bundesgericht damit selbst das ursprünglich mit der Begutachtung beauftragte B.___ und damit die Vorgutachter nicht als befangen erachtete, ihr eigenes Gutachten kritisch zu überprüfen, weshalb eine Befangenheit umso weniger für die in Praxisgemeinschaft tätigen Nachgutachter dargelegt ist,

dass die Beschwerde nach dem Gesagten in jeder Beziehung unbegründet ist, weshalb sie abzuweisen ist,

erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Verfahren ist kostenlos.

3. Zustellung gegen Empfangsschein an:

  • Rechtsanwalt Dr. Thomas Brender

  • Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle

  • Bundesamt für Sozialversicherungen

4. Gegen diesen Entscheid kann innert ** 30 Tagen** seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin

HurstOnyetube

Parole chiave

social insuranceexpert biasmedical assessmentdisqualificationappealabilityprocedural orderfree proceedings

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the administrative order maintaining the expert examination could be appealed for formal objections against the experts

Decisione estratta

Yes. Procedural orders are appealable to the social insurance court where formal objections against experts are raised.

Motivazione estratta

The court relied on the statutory appealability of procedural orders and the case law allowing review of formal objections to experts.

Questione giuridica chiave

Whether the designated experts were disqualified because of geographic proximity and practice-community ties to prior experts

Decisione estratta

No. Geographic proximity alone does not establish bias, and a shared practice community with prior experts does not by itself create an objective appearance of partiality.

Motivazione estratta

No evidence showed an implicit adoption of colleagues’ views or coordination. The prior experts themselves were not shown to be biased, and the federal court had already ordered further clarification without treating the original provider as biased.

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