Invalidity pension granted from earlier date; post-response reconsideration void

IV.2011.00229Tribunale delle assicurazioni sociali18 dic 2011Granted

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The claimant appealed two IV decisions that had granted a whole disability pension only from 1 December 2010, requesting benefits already from 1 September 2009. After the respondent filed its answer, it issued a new decision on 21 July 2011 granting the earlier pension period and paying the arrears. The court held that this post-response reconsideration was void under Art. 53(3) ATSG, but it could be treated as a request to uphold the appeal. Because the parties’ positions then matched the legal and evidentiary record, the appeal was allowed, the respondent was ordered to pay the pension from 1 September 2009, and costs and party compensation were awarded against it.

Massima Omnilex

Art. 53 Abs. 3 ATSG; reconsideration after the administrative authority has filed its response in appeal proceedings; a new decision issued thereafter is void, although it may be construed as a motion to uphold the appeal. Once the response has been submitted, pendente lite reconsideration is excluded. If the later decision corresponds to the appellant’s request and the legal and evidentiary record supports it, the appeal is to be allowed. Costs follow the outcome; party compensation is awarded under the applicable cantonal and ATSG provisions.

Testo completo

IV.2011.00229 vereinigt mit IV.2011.00378

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

III. Kammer

Sozialversicherungsrichterin Heine, Vorsitzende

Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer

Ersatzrichter Vogel

Gerichtsschreiber Stocker

Urteil vom 19. Dezember 2011

in Sachen

X.___

Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwältin Christine Fleisch

Meier Fingerhuth Fleisch Häberli, Rechtsanwälte

Lutherstrasse 36, 8004 Zürich

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle

Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich

Beschwerdegegnerin

Nachdem die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, X.___ mit Verfügung vom 27. Januar 2011 (Urk. 2) beziehungsweise vom 8. März 2011 (Urk. 7/2) mit Wirkung ab 1. Dezember 2010 eine ganze Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung zugesprochen hatte;

nach Einsicht in

die Eingaben vom 28. Februar 2011 (Urk. 1) und 5. April 2011 (Urk. 7/1), mit welchen X.___ Beschwerde gegen die oben genannten Verfügungen erheben liess mit dem Antrag, es sei ihm bereits mit Wirkung ab 1. September 2009 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen,

die auf Abweisung der Beschwerden schliessende Beschwerdeantwort der IV-Stelle vom 7. April 2011 (Urk. 8)

sowie die übrigen Verfahrensakten;

unter dem Hinweis darauf, dass

die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers das hiesige Gericht mit Schreiben vom 25. November 2011 (Urk. 18) davon in Kenntnis setzte, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 21. Juli 2011 (Urk. 19) mit Wirkung ab 1. September 2009 bis 30. November 2010 eine ganze Invalidenrente zugesprochen und ihm den entsprechenden Betrag bereits ausbezahlt habe, weshalb die Beschwerden gutzuheissen seien und dem Beschwerdeführer eine entsprechende Prozessentschädigung zuzusprechen sei,

die Beschwerdegegnerin sich damit vollumfänglich einverstanden erklärte und ebenfalls die Gutheissung der Beschwerden sowie die Zusprechung einer Prozessentschädigung an den Beschwerdeführer beantragte (Urk. 20),

in Erwägung, dass

der Versicherungsträger eine Verfügung, gegen die Beschwerde erhoben wurde, nach Art. 53 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) so lange wiedererwägen, bis er gegenüber der Beschwerdebehörde Stellung genommen hat,

nach Einreichen der Beschwerdeantwort eine Wiedererwägung pendente lite nicht mehr möglich ist (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, N 48 zu Art. 53 ATSG),

einer nach Einreichung der Beschwerdeantwort erlassenen Verfügung nach der Praxis immerhin noch der Charakter eines Antrags an das Gericht zukommt, wobei allerdings die Verfügung selbst als nichtig betrachtet wird (Kieser, a.a.O., mit Hinweisen),

aus dem Gesagten folgt, dass die Verfügung vom 21. Juli 2011 (Urk. 19), mit der die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeantrag des Beschwerdeführers (Zusprechung einer ganzen Invalidenrente bereits ab 1. September 2009) erfüllt hatte, als nichtig zu betrachten ist, weil die Beschwerdeantwort vom 7. April 2011 (Urk. 8) zu diesem Zeitpunkt schon längst erstattet worden war,

die genannte Verfügung aber immerhin als Antrag der Beschwerdegegnerin auf Gutheissung der Beschwerden entgegenzunehmen ist (vgl. auch Urk. 20),

die übereinstimmenden Parteianträge mit der Rechts- und Aktenlage im Einklang stehen, weshalb die Beschwerden gutzuheissen sind und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist, dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. September 2009 eine ganze Invalidenrente auszurichten (wobei anzufügen bleibt, dass der Beschwerdeführer die Leistungen gemäss nichtiger Verfügung vom 21. Juli 2011 bereits erhalten hat [vgl. Urk. 18-19]);

in weiterer Erwägung, dass

die Kosten des Verfahrens auf Fr. 800.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen sind (Art. 69 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung),

ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen ist (§ 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht);

erkennt das Gericht:

1. In Gutheissung der Beschwerden wird die Beschwerdegegnerin verpflichtet, dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. September 2009 eine ganze Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung auszurichten.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.

3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

4. Zustellung gegen Empfangsschein an:

  •  Rechtsanwältin Christine Fleisch
    
  •  Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
    
  •  Bundesamt für Sozialversicherungen
    

sowie an:

  •  Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
    

5. Gegen diesen Entscheid kann innert ** 30 Tagen** seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).

Parole chiave

invalidity insurancedisability pensionreconsiderationvoid decisioncourt costsparty compensationadministrative responseappeal

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the claimant is entitled to a whole disability pension already from 2009-09-01.

Decisione estratta

Yes. The respondent was ordered to pay a whole federal disability pension from 2009-09-01.

Motivazione estratta

The parties' final positions matched the legal and evidentiary record, so the appeals had to be upheld.

Questione giuridica chiave

Whether the IV office's new decision of 2011-07-21, issued after the response, had legal effect in the appeal proceedings.

Decisione estratta

It was treated as void, because reconsideration pendente lite is no longer possible after the response has been filed.

Motivazione estratta

Under Art. 53(3) ATSG, reconsideration is possible only until the administrative authority has filed its response; a later decision is null, though it may be treated as a request to allow the appeal.

Questione giuridica chiave

Costs and party compensation.

Decisione estratta

The respondent had to pay court costs of CHF 800 and party compensation of CHF 2,400.

Motivazione estratta

Costs followed the outcome; the claimant also received a procedural indemnity under the applicable social insurance rules.

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