No legal aid for defendant in conciliation proceeding

VO150089Tribunale superiore2 giu 2015Inadmissible

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Sintesi Omnilex

A father applied to the President of the Zurich High Court for legal aid in a conciliation proceeding concerning child maintenance brought by his son through the mother. The court held that no legal aid interest existed because, as defendant in conciliation, he faced no costs risk: no party compensation is awarded in conciliation and procedural costs are generally borne by the claimant. The court therefore did not enter into the request. It also stated that the legal-aid proceeding itself is free of charge and informed the applicant of the possibility of appeal to the Obergericht's civil chambers within 10 days.

Massima Omnilex

Art. 113 Abs. 1, Art. 119 Abs. 3, 5 and 6 ZPO; Art. 207 ZPO; legal aid in conciliation proceedings for the defendant: where no party compensation is awarded and the procedural costs are in principle borne by the claimant, the defendant does not incur a cost risk and lacks a sufficient interest in legal aid for that stage. The application is therefore inadmissible for want of a justiciable interest (consid. 2.2). The decision on legal aid rendered by the Obergericht president is an առաջին-instance decision within the meaning of Art. 319 lit. b ZPO and is amenable to appeal under Art. 121 ZPO; the summary legal-aid proceeding itself is free of charge under Art. 119 Abs. 6 ZPO.

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich Präsidium

Geschäfts-Nr.: VO150089-O/U

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Hsu-Gürber

Verfügung vom 2. Juni 2015

i n Sachen

A._____, Gesuchsteller

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1. Ausgangslage 1.1. Mit Eingabe vom 29. Mai 2015 (Datum Poststempel) stellte A._____ (nach- folgend: Gesuchsteller) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für ein Schli chtungsverfahren (act. 1). Das Schlichtungsverfahren betrifft eine Klage des Sohnes des Gesuchstellers, vertreten durch die Mutter B._____, gegen den Gesuchsteller auf Kindesunterhalt (vgl. act. 1 S. 4). Dem vorliegenden Gesuch kann nicht entnommen werden, ob und wenn ja bei welchem Friedensrichteramt bereits ein Schlichtungsverfahren hängig ist. 1.2. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Par- teientschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Parteient- schädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist daher gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO e contrario nicht zwingend anzuhören. 2. Beurteilung des Gesuchs 2.1. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Ein- reichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtspräsident im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die unentgeltliche Rechtspflege ist gemäss Art. 119 Abs. 5 ZPO vor jeder Instanz neu zu beantra- gen, weshalb der Obergerichtspräsident diese bei Vorliegen der Anspruchsvo- raussetzungen nur bi s zum Abschluss des Schli chtungsverfahrens bewi lli gen kann. 2.2. Der Gesuchsteller beantragt die Gewährung der unentgeltlichen Rechts- pflege, mithin also die Befreiung von Kosten für das Schlichtungsverfahren (act. 1). Die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes beantragt er aus- drücklich nicht (act. 1 S. 4). Im Verfahren vor dem zuständigen Friedensrichteramt ist der Gesuchsteller gemäss seinen Angaben in der Rolle der beklagten Partei (act. 1 S. 4). Die Kosten des Schlichtungsverfahrens werden grundsätzlich der

klagenden Partei auferlegt (Art. 207 ZPO), weshalb der beklagte Gesuchsteller für das betreffende Verfahren bezüglich der Verfahrenskosten kein Kostenrisiko zu tragen hat. Damit besteht auf Seiten des Gesuchstellers auch kein Interesse an der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Schlichtungsverfahren. Auf das Gesuch bezüglich Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist daher ni cht ei nzutreten. 3. Kosten und Rechtsmittel 3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos. 3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Beschwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorliegend der Oberge- richtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen de- ren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre. Es wird verfügt: 1. Auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Schlichtungsverfahren vor dem zuständigen Friedensrichteramt in Sachen des Sohnes des Gesuchstellers gegen den Gesuchsteller betreffend Ki n- desunterhalt wird nicht eingetreten. 2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schri ftli che Mi ttei lung gegen Empfangsschein an den Gesuchsteller, zwei- fach für si ch und zuhanden des zuständigen Friedensrichteramtes. 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge-

reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO). Züri ch, 2. Juni 2015 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Hsu-Gürber

versandt am:

Parole chiave

legal aidconciliation proceedingcost riskadmissibilitydefendantchild maintenance

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the request for legal aid for the conciliation proceeding was admissible despite no costs risk for the defendant.

Decisione estratta

The request was not to be entered into because the applicant, as defendant in conciliation, had no costs risk and therefore no legally protected interest in legal aid for that stage.

Motivazione estratta

In conciliation proceedings no party compensation is awarded and the procedural costs are generally borne by the claimant, so the defendant does not face a cost risk. Without a cost risk, there is no interest in legal aid for the conciliation stage.

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