Legal aid denied for failure to cooperate

VO140170Tribunale superiore11 giu 2015Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

A._____ applied to the Zurich High Court president for legal aid for conciliation proceedings in damages actions against two banks. After being ordered to clarify the conciliation forum, substantiate her claims, provide financial documents, and designate a Swiss address for service, she failed to comply. Her earlier complaints against the procedural order were dismissed or not entered upon by the Zurich High Court’s II Civil Chamber and by the Federal Supreme Court. The court therefore denied the legal-aid request. It also held that the proceedings were free of charge and that the judgment had to be served by public notice.

Massima Omnilex

Art. 119 Abs. 6 ZPO; Art. 141 Abs. 1 lit. c ZPO; Art. 121 ZPO; Art. 319 lit. b ZPO; denial of legal aid for failure to cooperate and public notice service. The applicant for legal aid must comply with court-ordered duties of substantiation, disclosure of financial circumstances, and production of supporting documents; if she fails to do so within the prescribed time, the request may be refused without further examination. Proceedings on legal aid are fee-free. Where no Swiss address for service is designated in time, service by public notice is admissible. A decision on legal aid rendered by the president of the appellate court is an appealable first-instance decision under Article 319(b) ZPO.

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich Präsidium

Geschäfts-Nr.: VO140170-O/U

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Hsu-Gürber

Urteil vom 11. Juni 2015

i n Sachen

A._____,

Gesuchstellerin

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1. Mit Eingabe vom 6. Dezember 2014 (eingegangen am 11. Dezember 2014) stellte A._____ (nachfolgend: Gesuchstellerin) beim Präsidenten des Oberge- richts des Kantons Zürich ei n Gesuch um Gewährung der unentgeltli chen Rechtspflege für ein Schlichtungsverfahren (act. 1). D en Ausführungen i n di esem Gesuch lässt sich entnehmen, dass die Gesuchstellerin beim Bezirksgericht Zü- rich gegen die Bank B._____ und die Bank C._____ ei n "Klagebegehren" über Euro 7'422'758.- (B.) bzw. Euro 7'474'758.- (Bank C.) aus Schaden- ersatz angehoben und "ein Schlichtungsgesuch beantragt" hat, wobei es sich da- bei um zwei separate Verfahren handelt (vgl. act. 1 S. 4). 2. Mit Verfügung vom 5. Januar 2015, welche am 10. Februar 2015 auf dem Rechtshilfeweg zugestellt werden konnte (act. 12), wurde der Gesuchstellerin Frist angesetzt, um zu erklären, ob sie die entsprechenden Begehren mit einem Schlichtungsgesuch bei einem Friedensrichteramt anhängig gemacht habe und wenn ja bei welchem Friedensrichteramt. Im Weiteren wurde sie aufgefordert, zu ihren monatlichen Auslagen sowie zu den finanziellen Verhältnissen ihres Ehe- mannes Ausführungen zu machen und aktuelle Belege ins Recht zu reichen so- wie ihre Begehren in der Hauptsache nachvollziehbar zu begründen und die da- zugehörigen Belege vorzulegen. Und schliesslich wurde ihr aufgegeben, ein Zu- stellungsdomizil in der Schweiz zu bezeichnen (act. 3). Gegen diese Verfügung erhob die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 11. Februar 2015 (Datum Poststem- pel: 13. Februar 2015) Beschwerde (vgl. act. 7). 3. Mit Schreiben vom 7. Februar 2015 (Datum Poststempel: 6. Februar 2015; act. 7) und damit vor Erhalt der oberwähnten Verfügung vom 5. Januar 2015 er- suchte di e Gesuchstellerin darum, "ohne weitere Rechtsverzögerung" über ihr Gesuch zu entschei den (act. 5). Zudem reichte sie eine weitere Beilage zu den Akten, welche sich jedoch bereits bei den zusammen mit dem Gesuch eingereich- ten Unterlagen befindet (act. 6 = act. 1 S. 6). Mit Schreiben vom 23. Februar 2015 wurde der Gesuchstellerin mitgeteilt, dass ohne die mit Verfügung vom 5. Januar 2015 zusätzlich einverlangten Angaben und Unterlagen nicht über ihr Gesuch

entschieden werden könne und dass der Ausgang des von ihr eingeleiteten Be- schwerdeverfahrens abzuwarten sei (act. 9). Am 5. März 2015 gingen zwei weite- re Eingaben der Gesuchstellerin ein, worin sie im Wesentlichen erneut darum er- suchte, dass ohne weitere Verzögerung über ihr Gesuch entschieden werde (act. 10). Mit Antwortschreiben vom 11. März 2015 wurde diesbezüglich auf die Ausführungen im Schreiben vom 23. Februar 2015 verwiesen und die Gesuch- stellerin wurde darauf aufmerksam gemacht, dass weitere das Verfahren VO140170 betreffende Eingaben vergleichbaren Inhalts ohne Weiteres zu den Akten genommen würden (act. 11). 4. Die II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich trat mit Beschluss vom 23. März 2015 auf die von der Gesuchstellerin gegen die Verfügung vom 5. Januar 2015 erhobene Beschwerde ni cht ei n (act. 13). Mit Urteil vom 29. Mai 2015 trat das Schweizerische Bundesgericht auf die gegen den genannten Be- schluss der II. Zivilkammer erhobene Beschwerde der Gesuchstellerin ebenfalls ni cht ei n (act. 14). 5. Innert der mit Verfügung vom 5. Januar 2015 angesetzten Frist ging keine Eingabe der Gesuchstellerin mit den eingeforderten Angaben und Belegen ein. Damit ist die Gesuchstellerin ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen, wes- halb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechts- verbeiständung für das Schlichtungsverfahren androhungsgemäss (vgl. act. 3 S. 4, Dispositiv-Ziff. 1) abzuweisen ist . 6. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos. 7. Die Gesuchstellerin hat es unterlassen, innert angesetzter Frist ein Zustel- lungsdomizil in der Schweiz zu bezeichnen, weshalb die Zustellung dieses Urteil an die Gesuchstellerin gemäss Art. 141 Abs. 1 lit. c ZPO durch öffentliche Be- kanntmachung zu erfolgen hat. 8. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann der Gesuchsteller den Entscheid mit Beschwerde gemäss

Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorliegend der Obergerichtsprä- sident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Oberge- ric htspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre. Es wird erkannt: 1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechts- verbeiständung für das Schlichtungsverfahren betreffend eine Forderungs- klage der Gesuchstellerin gegen die B._____ und die Bank C._____ wird abgewiesen. 2. Dieses obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schri ftli che Mi ttei lung an die Gesuchstellerin, durch Publikation im kantona- len Amtsblatt. 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO). Züri ch, 11. Juni 2015 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Hsu-Gürber versandt am:

Parole chiave

legal aidduty to cooperateconciliation proceedingsservice by publicationfee exemptionsubstantiation

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the request for legal aid and legal representation for the conciliation proceedings should be granted despite missing cooperation and documents.

Decisione estratta

No. Because the applicant did not comply with the ordered duty to cooperate within the set time limit, the request had to be denied as threatened.

Motivazione estratta

The court held that the applicant did not submit the requested information and supporting documents, so the court could not assess the request further. Her failure to cooperate justified denial of legal aid.

Questione giuridica chiave

How service of the judgment should be effected after the applicant failed to designate a Swiss address for service.

Decisione estratta

Service had to be made by public notice.

Motivazione estratta

Since the applicant did not specify a domicile for service in Switzerland within the deadline, Article 141(1)(c) ZPO required publication.

Questione giuridica chiave

Whether the legal-aid proceedings were subject to court costs.

Decisione estratta

No costs were imposed.

Motivazione estratta

Article 119(6) ZPO makes proceedings concerning legal aid free of charge.

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