No jurisdiction over legal aid request for pending district court case

VO130110Tribunale superiore12 lug 2013Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

A requested legal aid for an ongoing matrimonial protection case before the District Court of Zurich. The president of the Zurich High Court held that he had no subject-matter jurisdiction because his competence under cantonal law extends only to pre-litigation legal aid requests or requests until completion of conciliation. The application had to be filed with the District Court. The request was therefore not entered into, and the high court proceedings were declared free of charge.

Massima Omnilex

§ 128 GOG; Art. 119 Abs. 6 and Art. 121 ZPO: The president of the cantonal high court is competent to decide legal aid only for requests made before filing an action or at most until completion of conciliation proceedings. Once proceedings are already pending before the district court, the request must be submitted to that court; otherwise the high court must decline to enter into the application for lack of jurisdiction. Proceedings concerning legal aid are cost-free. The ability to challenge a refusal of legal aid by complaint under Art. 121 ZPO is unaffected by the fact that the first-instance decision is rendered by the high court president (consid. 2-3).

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich Präsident

Geschäfts-Nr.: VO130110-O/U

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu

Verfügung vom 12. Juli 2013

in Sachen

A._____, Gesuchstellerin

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1.1. Mit Eingabe vom 10. Juli 2013 reichte A._____ (nachfolgend: Gesuchstelle- rin) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Eheschutzverfahren EE130237 des Bezirksgerichts Zürich ein (act. 1). 1.2. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Partei- entschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Partei- entschädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist daher gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO e contrario nicht zwingend anzuhören. 2. Dem Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich obliegt gemäss § 128 GOG nur die Beurteilung von Gesuchen um Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege vor Einreichung einer Klage bei einem zürcheri- schen Gericht, namentlich für ein Schlichtungsverfahren vor einer zürcheri- schen Schlichtungsbehörde. In sachlicher Hinsicht ist er damit nur für vor- prozessuale Gesuche bzw. Gesuche bis zum Abschluss eines allfälligen Schlichtungsverfahrens zuständig. Nicht zuständig ist er hingegen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Rahmen eines bereits hän- gigen bzw. allenfalls bereits abgeschlossenen Verfahrens vor einem Be- zirksgericht, wie dies die Gesuchstellerin beantragt (act. 1). Ein solches Ge- such ist direkt beim betreffenden Gericht zu stellen, vorliegend beim Be- zirksgericht Zürich. Mangels Zuständigkeit ist daher auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht einzutreten. 3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos. 3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Be- schwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorlie- gend der Obergerichtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen

erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre. Es wird verfügt: 1. Auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird nicht eingetreten. 2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schriftliche Mitteilung an die Gesuchstellerin (gegen Empfangsschein). 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO). Zürich, 12. Juli 2013 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Leu

versandt am:

Parole chiave

legal aidjurisdictionnon-entryconciliationmatrimonial protectioncourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the president of the Zurich cantonal high court had jurisdiction to decide legal aid for an already pending district court proceeding.

Decisione estratta

No. Such a request must be filed directly with the court handling the pending case.

Motivazione estratta

Under cantonal rules, the president is competent only for pre-litigation legal aid requests or requests up to the end of any conciliation stage. Because the matrimonial protection case was already pending before the district court, the president lacked subject-matter jurisdiction.

Questione giuridica chiave

Whether the cantonal high court proceedings were free of charge.

Decisione estratta

Yes.

Motivazione estratta

Proceedings on legal aid are cost-free under the Code of Civil Procedure.

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