Request for free legal aid denied after failure to respond

VO120123Tribunale superiore24 set 2012Dismissed

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Sintesi Omnilex

A._____ requested free legal aid for a pending maintenance claim before the justice of the peace office. The Obergericht ordered her to clarify the request and file supporting documents, but she did not collect the order. Relying on the postal service fiction, the court held that the order was deemed served, the deadline expired without response, and the request had to be denied. The court also stated that the free-legal-aid proceedings are cost-free and that the decision can be challenged by appeal within 10 days.

Massima Omnilex

Art. 138 Abs. 3 lit. a, Art. 142 Abs. 3, Art. 119 Abs. 6 and Art. 121 ZPO; failure to comply with a court order to substantiate a request for free legal aid. A judicial order sent by registered mail is deemed served under the service fiction when the addressee, who had to expect service, does not collect it within seven days. The procedural time limit set by the order then begins to run and, if it expires without the required submissions, the request is to be dismissed without further inquiry. Proceedings concerning free legal aid are cost-free; the refusal or withdrawal of free legal aid is challengeable by complaint to the upper cantonal court (consid. 1-2).

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich Präsident

Geschäfts-Nr.: VO120123-O/U Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu-Zweifel

Urteil vom 24. September 2012

in Sachen

A._____, Gesuchstellerin

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1. Ausgangslage 1.1. Mit Eingabe vom 26. August 2012 stellte A._____ (nachfolgend: Gesuchstel- lerin) beim Obergericht des Kantons Zürich ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für ein beim Friedensrichteramt B._____ hängiges Verfahren betreffend Unterhaltsklage gegen C._____ (act. 1). 1.2. Mit Verfügung vom 30. August 2012 wurde der Gesuchstellerin Frist ange- setzt, um ihr Gesuch näher zu begründen und weitere Unterlagen ins Recht zu reichen (act. 3). Die Gesuchstellerin hat besagte Verfügung nicht abge- holt (act. 3). Nach Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO gilt die Zustellung einer Verfü- gung bei einer eingeschriebenen Postsendung am siebten Tag nach dem er- folglosen Zustellungsversuch als erfolgt, sofern die Person mit der Zustel- lung rechnen musste (sog. Zustellungsfiktion). Der Zustellungsversuch an die Gesuchstellerin erfolgte vorliegend am 3. September 2012 (act. 4), wes- halb die Frist von sieben Tagen am 10. September 2012 endete. Die Ge- suchstellerin holte die Sendung innerhalb der Frist nicht ab, obwohl sie auf- grund ihres am 26. August 2012 beim Obergericht eingereichten Gesuchs mit gerichtlichen Zustellungen rechnen musste. 1.3. Erfolgt die Zustellung einer gerichtlichen Sendung - sei es mittels tatsächli- cher Aushändigung oder in Form der Zustellungsfiktion - ordnungsgemäss, so ist die Partei gehörig über deren Inhalt in Kenntnis gesetzt worden. Die darin angesetzten Fristen werden damit ausgelöst (BSK ZPO-Bornatico, Art. 138 N 25). Vorliegend begann die in der Verfügung vom 30. August 2012 angesetzte Frist von zehn Tagen am 11. September 2012 zu laufen und endete damit am 20. September 2012 (Art. 142 Abs. 3 ZPO). Innert Frist ging beim Obergericht keine Stellungnahme der Gesuchstellerin mit den eingeforderten Angaben bzw. Belegen ins Recht. Damit ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege androhungsgemäss (act. 3 S. 3) und ohne Weiterungen abzuweisen.

  1. Kosten und Rechtsmittel 2.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos. 2.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Be- schwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorlie- gend der Obergerichtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre. Es wird erkannt: 1. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an die Gesuchstellerin sowie an das Friedensrichteramt B._____. 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).

Zürich, 24. September 2012 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Leu-Zweifel

versandt am:

Parole chiave

free legal aidservice fictiondeadlinesubstantiationcourt costsappeal

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the request for free legal aid should be granted despite the applicant's failure to comply with the court's deadline.

Decisione estratta

The request was denied because the applicant did not submit the requested substantiation and documents within the deadline.

Motivazione estratta

The court applied the postal service fiction under Art. 138(3)(a) ZPO, found the order duly served, and held that the ten-day period began to run and expired without any response. The request was therefore rejected without further proceedings.

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