No jurisdiction for pre-filing legal aid in divorce modification case

VO120024Tribunale superiore18 apr 2012Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

A._____ applied to the President of the Zurich Obergericht for legal aid and appointment of counsel before filing a claim to modify a final divorce judgment. The president held that he lacked jurisdiction because the request related to the main action rather than a conciliation stage, and the request had to be filed with the competent district court. He also noted that conciliation does not apply to divorce proceedings or, by analogy, to actions modifying a final divorce judgment. The request was therefore not entertained. The proceeding itself was declared free of charge.

Massima Omnilex

§ 128 GOG, Art. 119 Abs. 5 and 6 ZPO, Art. 198 lit. c and Art. 284 Abs. 3 ZPO; jurisdiction and scope of legal aid before filing an action to modify a final divorce judgment. A request for legal aid lodged before commencement of proceedings is admissible only in relation to a procedural stage for which legal aid may actually be granted. Where the intended action is a divorce-modification claim and conciliation is excluded by law, there is no legally предусмотрено conciliation proceeding for which legal aid could be sought. In such a case, the competent legal-aid authority is not the Obergericht president acting pre-filing, and the request must be rejected as inadmissible (consid. 2.1-2.4). Proceedings on legal aid are cost-free (consid. 3.1).

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich Präsident

Geschäfts-Nr.: VO120024-O/U

Der Präsident (Obergerichtspräsident Dr. H.A. Müller)

Verfügung vom 18. April 2012

in Sachen

A._____, Gesuchsteller

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1. Ausgangslage 1.1. Mit Eingabe vom 11. Februar 2012 stellte A._____ (nachfolgend: Gesuch- steller) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltli- chen Rechtsbeistandes (Urk. 1). 1.2. Dem erwähnten Gesuch und dem beigelegten Entwurf der Klageschrift ist zu entnehmen, dass der Gesuchsteller beabsichtigt, beim Bezirksgericht Dietikon ei- ne Klage auf Abänderung des Scheidungsurteils einzureichen. Mit der unentgeltli- chen Rechtsvertretung gehe es ihm vor allem darum, die entworfene Klageschrift überprüfen zu lassen und anschliessend über eine professionelle Vertretung vor Gericht zu verfügen (vgl. Urk. 1 S. 2; Urk. 2/3). 2. Zuständigkeit 2.1. Gemäss § 128 GOG ist der Obergerichtspräsident für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Einreichung der Klage bei Gericht zuständig. Die unentgeltliche Rechtspflege ist gemäss Art. 119 Abs. 5 ZPO vor jeder Instanz neu zu beantragen, weshalb der Obergerichtspräsident die unent- geltliche Rechtspflege bei Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen nur bis zum Abschluss des Schlichtungsverfahrens bewilligen kann. 2.2. Wie unter Ziff. 1.2. hiervor erwähnt, ist dem gestellten Antrag auf Gewäh- rung der unentgeltlichen Rechtspflege zu entnehmen, dass sich dieser auf den "Hauptprozess" und damit nicht auf das Schlichtungsverfahren bezieht. Der ange- rufene Obergerichtspräsident ist für die Beurteilung des gestellten Gesuchs daher nicht zuständig. Das Gesuch ist direkt beim örtlich zuständigen Bezirksgericht zu stellen. 2.3. Aus diesem Grund ist auf das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands nicht einzutreten.

2.4. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass für streitige Änderungen eines Scheidungsurteils die Regeln über die Scheidungsklage sinngemäss gelten (Art. 284 Abs. 3 ZPO). Gemäss Art. 198 lit. c ZPO entfällt das Schlichtungsverfah- ren bei Scheidungsverfahren. Gemäss Art. 198 lit. c i.V.m. Art. 284 Abs. 3 ZPO entfällt das Schlichtungsverfahren somit auch in einem Verfahren um Abänderung eines rechtskräftigen Scheidungsurteils (vgl. Egli, in: Brunner/Gasser/Schwander, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, N 9 zu Art. 198). Für ein Schlichtungsverfahren, welches vom Gesetz nicht vorge- sehen ist, kann die Rechtswohltat der unentgeltlichen Rechtspflege nicht bean- sprucht werden. Auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle- ge wäre deshalb selbst dann nicht einzutreten gewesen, wenn der Gesuchsteller ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Schlich- tungsverfahren gestellt hätte. 3. Kosten und Rechtsmittel 3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos. 3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann der Gesuchsteller den Entscheid mit Beschwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorliegend der Obergerichtsprä- sident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Oberge- richtspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre. Es wird verfügt: 1. Auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Be- stellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wird nicht eingetreten. 2. Dieses obergerichtliche Verfahren ist kostenlos.

  1. Schriftliche Mitteilung an: − den Gesuchsteller (gegen Empfangsschein) − die Gegenpartei in der Hauptsache, C._____, ... [Adresse] je gegen Empfangsschein. 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).

Zürich, 18. April 2012 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Bernstein-Pomeranz

versandt am:

Parole chiave

legal aidjurisdictionconciliationdivorce modificationnon-entrycost-free proceeding

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the Obergericht president had jurisdiction to decide a pre-filing request for legal aid and appointed counsel for the main proceedings.

Decisione estratta

The president lacked jurisdiction because the request concerned the main action, not the conciliation stage, and had to be filed with the locally competent district court.

Motivazione estratta

Under § 128 GOG and Art. 119(5) ZPO, legal aid must be requested anew before each instance; for a pre-action request it can only cover the conciliation stage. Since the contemplated claim was a divorce-modification action, and no conciliation procedure was provided by law, the requested aid could not be decided by the Obergericht president.

Questione giuridica chiave

Whether legal aid could be granted for a conciliation proceeding in a claim to modify a final divorce judgment.

Decisione estratta

No, because conciliation is excluded by law in divorce proceedings and applies by analogy to proceedings seeking modification of a final divorce judgment.

Motivazione estratta

Art. 198(c) ZPO exempts divorce proceedings from conciliation; in conjunction with Art. 284(3) ZPO, this also applies to actions modifying a final divorce judgment. Legal aid cannot be claimed for a proceeding not provided for by law.

Questione giuridica chiave

Costs of the legal-aid proceeding.

Decisione estratta

The proceeding was free of charge.

Motivazione estratta

Art. 119(6) ZPO makes legal-aid proceedings cost-free.

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