Untimely criminal complaint; no entry

UE120235Tribunale superiore28 nov 2012Inadmissible

Sintesi

The Zurich High Court held that the criminal complaint against the prosecutor’s dismissal of forgery proceedings was untimely. The company received the dismissal order on 24 September 2012, so the 10-day period expired on 4 October 2012. Handing the submission to the Hungarian post did not preserve the deadline because only Swiss postal delivery counts, and the faxed filing also did not satisfy the written-form requirement. The court therefore refused to enter into the complaint and, exceptionally, waived costs.

Regest

Art. 90 and Art. 91 Abs. 2 StPO; deadline preservation for criminal complaints: a written submission is timely only if filed with the authority or handed to the Swiss postal service, a Swiss diplomatic or consular representation, or the prison administration within the statutory period. Delivery to a foreign postal operator does not preserve the deadline. A fax transmission does not satisfy the written-form requirement for deadline purposes (consid. 2). Late filing entails non-entry into the complaint; costs may exceptionally be waived (consid. 3–4).

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: UE120235-O/U/br

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. K. Balmer, Präsident, Dr. iur. P. Martin und lic. iur. W. Meyer sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. M. Wetli

Beschluss vom 28. November 2012

in Sachen

A._____ Kft. in Liquidation, Beschwerdeführerin

vertreten durch Dr. X._____

gegen

  1. B._____, 2. Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis, Beschwerdegegner

betreffend Einstellung

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 7. September 2012, A-2/2011/778

Erwägungen: 1. Mit Verfügung vom 7. September 2012 (Unt. Nr. A-2/2011/778) stellte die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis die Strafuntersuchung gegen B._____ (nach- folgend: Beschwerdegegner 1) betreffend Urkundenfälschung ein (Urk. 10). Ge- gen diese Verfügung erhob die A._____ Kft. in Liquidation (nachfolgend: Be- schwerdeführerin) mit Eingabe vom 2. Oktober 2012 Beschwerde bei der hiesigen Kammer und beantragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfü- gung (Urk. 2; Urk. 5). Diese Beschwerdeschrift übermittelte die Beschwerdeführe- rin vorab per Fax an die hiesige Kammer und sodann per Post sowohl an die hie- sige Kammer als auch an die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis (Urk. 2; Urk. 5; Urk. 10). 2. Nach Eingang der Akten ergab sich, dass die Beschwerdeführerin die an- gefochtene Verfügung gemäss Empfangsschein und gemäss Rückschein am 24. September 2012 in Empfang genommen hatte (Urk. 8/16). Diese Zustellung löste die 10-tägige Frist zur Erhebung und Begründung einer Beschwerde aus. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin hätte somit spätestens am 4. Oktober 2012 bei der Strafbehörde abgegeben oder zu deren Handen der schweizeri- schen Post, einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertre- tung oder der Anstaltsleitung übergeben werden müssen (vgl. Art. 90 StPO; Art. 91 Abs. 2 StPO). Die Übergabe an eine ausländische Postgesellschaft hat keine fristwahrende Wirkung (Riedo, Basler Kommentar, StPO, Basel 2011, Art. 91 N 21 m.w.H., BGer., Urteil vom 11. April 2008, 4A_83/2008 E.2). Die Ein- gabe der Beschwerdeführerin wurde zwar am 4. Oktober 2012 der ungarischen Post übergeben (Urk. 7; Urk. 12), erreichte die Grenzstelle der Schweiz jedoch erst am 5. Oktober 2012, d.h. sie wurde erst am 5. Oktober 2012 der schweizeri- schen Post übergeben (Urk. 2; Urk. 8; Urk. 14) und erfolgte somit nicht rechtzeitig. Die Beschwerdeführerin sandte die Beschwerdeschrift am 4. Oktober 2012 vorab per Fax an die hiesige Kammer (Urk. 2). Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt bei Eingaben, die der Schriftform bedürfen (Rechts- schriften), die Einreichung per Fax zur Fristwahrung nicht (BGer, Urteil vom

  1. November 2011, 1B_537/2011 E. 3; BGer, Urteil vom 11. Juni 2012, 1C_294/2012 E. 3; BGE 121 II 252). Die Faxeingabe der Beschwerdeführerin än- dert daher nichts daran, dass ihre Beschwerde verspätet erfolgte. 3. Auf die Beschwerde ist daher nicht einzutreten. 4. Von einer Kostenauflage ist ausnahmsweise abzusehen. Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Von einer Kostenauflage wird abgesehen. 3. Schriftliche Mitteilung an: − Dr. X._____ , zweifach, für sich und zuhanden der Beschwerdeführerin unter Beilage einer Kopie von Urk. 8 sowie Urk. 14 (mit Rückschein) − den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde) − die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis (gegen Empfangsbestätigung) sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an: − die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis, unter Rücksendung der beigezo- genen Akten [Urk. 13] (gegen Empfangsschein) 4. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer- den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Zürich, 28. November 2012

Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Präsident:

lic. iur. K. Balmer Gerichtsschreiberin:

lic. iur. M. Wetli

Parole chiave

criminal proceduredeadlinenon-entryfax filingforeign posttimelinesscost waiver