Appeal inadmissible for missing appeal statement

SU150086Tribunale superiore29 set 2015Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Zurich Cantonal Court of Appeal held that the defendant had timely announced an appeal against his traffic-offence conviction, but never filed the mandatory written appeal statement within the 20-day period after service of the reasoned judgment. Because this filing is a prerequisite for appellate review under the StPO, the court declared the appeal inadmissible without obtaining submissions from the parties. The lower-court judgment therefore remained in force. The defendant was ordered to pay the second-instance court fee of CHF 600.

Massima Omnilex

Art. 399 Abs. 1 und 3, Art. 403 Abs. 1 lit. a StPO; admissibility of appeal requires timely filing of the written appeal statement. A mere notice of appeal preserves the remedy only provisionally and does not substitute the appeal statement. If the statement is not filed within the statutory time limit, the appellate court must not enter into the appeal; where inadmissibility is obvious, it may dispense with inviting observations under Art. 403 Abs. 2 StPO. Non-entry constitutes defeat for costs purposes under Art. 428 Abs. 1 StPO.

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SU150086-O/U/eh

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und Dr. iur. D. Schwander sowie der Gerichtsschreiber Dr. iur. F. Manfrin Beschluss vom 29. September 2015

i n Sachen

A._____, Beschuldigter und Berufungskläger

gegen

Stadtrichteramt Zürich, Verwaltungsbehörde und Berufungsbeklagte

betreffend Übertretung von Verkehrsvorschriften

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 6. Juli 2015 (GC150148)

Erwägungen:

  1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 6. Juli 2015 wurde der Beschuldigte der Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 Abs. 1 SSV schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 250.-- bestraft. Es wurde eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen festgesetzt. Der Entscheid wurde mündlich eröffnet, erläutert und im Dispositiv übergeben (Prot. I S. 11). In Ziffer 7 des Urteils findet sich die Rechtsmittelbelehrung. Darin werden die Formalitäten zur Erhebung der Berufung gemäss den gesetzlichen Vorgaben von Art. 399 StPO korrekt und verständlich aufgeführt (Urk. 27 [Urteilsdispositiv]; Urk. 29 [begründete Fassung]). Noch an der Hauptverhandlung hat der Beschuldigte Berufung angemeldet (Prot. I S. 11). Am 2. September 2015 wurde das begründete Urteil (Urk. 29) sowohl dem Stadtrichteramt Zürich als auch dem Beschuldigten zugestellt (Urk. 31/1-2). 2. Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung beim erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen mündlich oder schriftlich anzumelden. Der Berufungskläger hat dann innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 3 StPO). Das Einreichen einer Berufungserklärung ist zwingend und folglich keine blosse Ordnungsvorschrift. Dies ergibt sich aus Art. 403 Abs. 1 lit. a StPO, wonach auf die Berufung nur eingetreten wird, wenn eine Berufungserklärung rechtzeitig erfolgt ist (H UG, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber (Hrsg.), Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, Zürich 2014, Art. 399 N 10; BSK StPO-EUGSTER, 2. Aufl. 2014, Art. 399 N 2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_458/2013 vom 4. November 2013 E. 1.3.2. m.H.). 3. Der Beschuldigte meldete zwar rechtzeitig Berufung an, reichte aber in der Folge keine Berufungserklärung ein (Fristende am 22. September 2015). Nachdem bei offensichtlicher Unzulässigkeit des Rechtsmittels praxisgemäss auf die Einholung von Stellungnahmen der Parteien im Sinne von Art. 403

Abs. 2 StPO verzichtet werden kann (vgl. ZR 110/2011 Nr. 69), ist auf die Berufung des Beschuldigten gestützt auf Art. 403 Abs. 1 und Abs. 3 StPO nicht ei nzutreten. 4. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Das Nichteintreten auf das Rechtsmittel des Beschuldigten kommt einem Unterliegen gleich (Art. 428 Abs. 1 StPO). Dem Beschuldigten sind somit die Kosten für das Berufungsverfahren aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 600.-- festzusetzen. Es wird beschlossen: 1. Auf die Berufung des Beschuldigten vom 6. Juli 2015 wird nicht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.-- . 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 4. Schri ftli che Mi ttei lung an − den Beschuldigten − das Stadtrichteramt Zürich − die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich sowi e nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung all- fälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz. 5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtli che Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Züri ch, 29. September 2015

Der Präsident:

Oberrichter lic. iur. P. Marti

Der Gerichtsschreiber:

Dr. iur. F. Manfrin

Parole chiave

appeal admissibilityappeal statementcriminal proceduretraffic offencecostsnon-entry

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal could be entered into despite the absence of a timely appeal statement

Decisione estratta

No. A timely notice of appeal alone was insufficient; without a written appeal statement the appeal had to be rejected as inadmissible.

Motivazione estratta

Under Art. 399 StPO, the appeal statement is mandatory, and Art. 403 Abs. 1 lit. a StPO allows entry only if it is filed on time. Since none was filed by the deadline, the court did not enter into the appeal.

Questione giuridica chiave

Allocation of second-instance costs

Decisione estratta

The defendant had to bear the costs of the appeal proceedings.

Motivazione estratta

In appellate proceedings costs follow success and defeat. Non-entry into the appeal counts as defeat under Art. 428 Abs. 1 StPO.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.